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FC-Schalke-Profi: Darum lässt sich Aogo immer vom Chauffeur zum Training fahren

Sportlich lief es für Dennis Aogo schon mal deutlich besser. Die Schalker-Fans werfen ihm mangelnden Ehrgeiz vor und stören sich zudem daran, dass er täglich zum Training kutschiert wird. Dafür hat Aogo allerdings einen guten Grund.

Dennis Aogo, Fußball-Profi beim FC Schalke 04, sitzt auf der Bank

Dennis Aogo vom FC Schalke 04 steckt derzeit in einer sportlichen Krise 

Dass Fußball-Profis mitunter sehr extravagante Lebensstile führen, stößt vielen Fans auf - vor allem, wenn die millionenschweren Kicker auf dem Rasen nicht die gewünschte Leistung zeigen. Auch Dennis Aogo muss bei Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 aktuell erfahren, dass er unter den Anhängern des selbsternannten Malocher-Klubs nicht unbedingt zu den Lieblingen gehört. Nicht nur lässt der 29-Jährige in den Augen der Fans sportlichen Ehrgeiz missen - in dieser Saison kommt Aogo lediglich auf einen Bundesliga-Einsatz -, auch missfällt es vielen, dass ihn tagtäglich ein Chauffeur zum Training kutschiert.

Letzteres hat jedoch einen ernsten Hintergrund, wie der frühere Nationalspieler nun in einem Interview mit dem "kicker" verriet. Der Hauptgrund für die bezahlten Fahrdienste eines Freundes ist demnach, dass er "vor etwa drei Jahren während der Fahrt fast vor einem Baum gefahren" wäre, berichtet Aogo. Am Steuer überkomme ihn "manchmal akute Müdigkeit". Der Beinahe-Unfall habe damals seine Sicht aufs Fahren verändert, so der Fußball-Profi weiter. Sein Leben sei ihm mehr wert als das Geld, "das ich einem Freund zahle, damit er mich täglich fährt. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was schlimm daran sein soll."

Dennis Aogo: Werde mein Image wohl nicht mehr los

Dass die Inanspruchnahme eines Chauffeurs "auf den ersten Blick befremdlich oder abgehoben" wirke, kann Aogo indes nachvollziehen. Er selbst sehe darin dennoch nur Vorteile, weil er so entspannter und wacher beim Training erscheine und er sich während der nicht seltenen Staus "schön ausruhen kann".

Dass ihm dies sowie fehlender sportlicher Erfolg das Image eingebracht haben, sich nur auf seinem Millionenvertrag auszuruhen und so das Klischee eines abgehobenen Profis zu bedienen, hat der 29-Jährige inzwischen fast schon akzeptiert. "Es gibt für uns Fußballer unzählige Schubladen, und ich stecke offenbar in einer ganz bestimmten", so Aogo im "kicker". Er kämpfe gegen dieses Image schon seit Jahren an, werde es aber wohl auch nicht mehr los. Dass es ihm, wie von Fans vorgeworfen, an Einsatz fehle, will er so indes nicht stehen lassen. "Ich bin Profi-Sportler und als solcher total ehrgeizig. Ich will dabei sein und mitwirken können."

Privat läuft es für Schalker hingegen umso besser: Seit vergangener Woche ist der zwölffache Ex-Nationalspieler stolzer Vater einer Tochter. Vielleicht gibt ihm das ja auch sportlich wieder Aufwind.


mod
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