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Lokalpolitiker Reaktionen der Grünen auf Boris Palmers Aogo-Kommentar: "rassistisch und abstoßend"

Boris Palmer
Boris Palmer ist Oberbürgermeister von Tübingen
© ULMER / Picture Alliance
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer schrieb am Freitag einen als rassistisch bewerteten Beitrag über Fußballstar Dennis Aogo. Jetzt hat auch Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reagiert. 

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Die Grünen) steht wegen eines als rassistisch bewerteten Beitrags auf seiner Facebook-Seite massiv in der Kritik. Am Freitag nahm er Stellung zu Dennis Aogos Rücktritt von seinem Posten als Sky-Fußballexperte. Aogo hatte bei der Übertragung vom Champions-League-Halbfinalspiel Manchester City gegen Paris Saint-Germain den Ausdruck "Trainieren bis zum Vergasen" gebraucht – und seine Formulierung wegen ihres Bezugs zur Massenmord der Nationalsozialisten anschließend bedauert. Palmer wurde daraufhin vorgeworfen, Rassismus zu relativieren, woraufhin er bei Facebook in einem Kommentar antwortete:  "Der Aogo ist ein schlimmer Rassist." Der Ex-Fußballer habe Frauen seinen N*-Schwanz angeboten.

Boris Palmer: Scharfe Kritik nicht nur von der Partei

Der Post ging wenig später viral, wurde auf Twitter mehrfach geteilt. Mittlerweile hat sich auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock auf dem Kurznachrichtendienst zu Wort gemeldet. "Die Äußerung von Boris #Palmer ist rassistisch und abstoßend. Sich nachträglich auf Ironie zu berufen, macht es nicht ungeschehen. Das Ganze reiht sich ein in immer neue Provokationen, die Menschen ausgrenzen und verletzen", schrieb sie und kündigte an: "Boris Palmer hat deshalb unsere politische Unterstützung verloren. Nach dem erneuten Vorfall beraten unsere Landes- und Bundesgremien über die entsprechenden Konsequenzen, inklusive Ausschlussverfahren." Ricarda Lang, Stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Grünen, twitterte: Der Parteitag der Grünen hat gerade nach einem starken Plädoyer des Landesvorsitzenden Oliver Hildebrandt beschlossen, den Dringlichkeitsantrag auf Parteiausschluss von Boris #Palmer zuzulassen. Ich werde für diesen Antrag stimmen."

Vorangegangen waren dem Statement zahllose kritische Kommentare zum Umgang der Partei mit Boris Palmer. "Seit Jahren höre ich nach jedem Grenzüberschritt von #Palmer das gleiche. 'Er will nur Aufmerksamkeit.' 'Er macht doch gute Lokalpolitik.' 'Er hat es doch nicht so gemeint.' Alles Bullshit. Er meint es genauso und es ist an der Zeit ihn endlich aus der Partei zu werfen", twitterte Krsto Lazarević.

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"Wer sich bei #Palmer in grammatische Exegesen schraubt, hat eines nicht kapiert (oder will es nicht kapieren): Palmer fand‘s richtig GEIL mal das N-Wort rauszuballern, sonst nichts. Es ist ein Statement, ein Fuß im Nacken Dunkelhäutiger. Meine Güte, dass man da dIsKuTiErEn muss", schrieb Autor Hendrik Wieduwilt. Und SPD-Politikerin Derya Türk-Nachbaur kommentierte: "Schämen sollen sich alle, die #Palmer noch in ihren Reihen dulden und ihm immer wieder eine Plattform bieten. Der Mann ist einfach nur lost."

Boris Palmer wiegelt ab

Palmer selbst teilte einen Artikel der "Bild"-Zeitung über Baerbocks Reaktion mit dem Kommentar: "Deutschland, deine Probleme. Probleme in einer existenziellen Pandemie. Man kann nur den Kopf darüber schütteln." Außerdem erklärte er seinen ursprünglichen Post. "Meine Kritik am Auftrittsverbot von Aogo und Lehmann mit Rassismus in Verbindung zu bringen, ist so absurd, wie Dennis Aogo zu einem 'schlimmen Rassisten' zu erklären, weil ihm im Internet rassistische Aussagen in den Mund gelegt werden. Der Satz mit dem N-Wort ist nachweisbar ein wörtliches Zitat", so Palmer. 

ls

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