Australian Open Nach Regenpause und Schmerzen: Zverev in Melbourne weiter

Alexander Zverev steht in Melbourne in Runde drei. Foto: James Ross/AAP/dpa
Alexander Zverev steht in Melbourne in Runde drei. Foto
© James Ross/AAP/dpa
Alexander Zverev erlebt in Melbourne eine turbulente Partie mit Regenpause und Schmerzen am Fuß. Doch am Ende kommt Deutschlands bester Tennisprofi weiter.

Alexander Zverev hat sich bei den Australian Open auch von einem plötzlichen Regenschauer und Schmerzen am Fuß nicht stoppen lassen. Der Vorjahresfinalist gewann in Melbourne gegen den Franzosen Alexandre Müller mit 6:3, 4:6, 6:3, 6:4 und erreichte damit die dritte Runde. Dort trifft Zverev am Freitag auf den Briten Cameron Norrie.

Gegen Müller verwandelte Zverev nach 3:04 Stunden seinen dritten Matchball. Die Partie war Mitte des dritten Satzes wegen eines plötzlichen Regenschauers für 37 Minuten unterbrochen. Im vierten Satz ließ sich Zverev am linken Fuß behandeln.

"Da war etwas mit der Achillessehne. Es ist mir da ein bisschen reingefahren. Ich hatte etwas Angst", sagte Zverev im Interview auf dem Court. Er habe dann den Physiotherapeuten gerufen und eine Schmerztablette bekommen. "Ich habe mich dann gut bewegt und gut gespielt. Hoffentlich wird es morgen wieder gut sein." Eine Stunde nach dem Spiel gab Zverev in der Pressekonferenz weitere Entwarnung. "Es ist etwas dick. Ich glaube aber nicht, dass es etwas Ernstes ist." 

Lob gab es von Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker, der ihn zuletzt häufig kritisiert hatte. "Da hat mir sehr vieles gut gefallen. Eineinhalb Sätze fand ich es sehr gut, dann hat er eine kleine Krise gehabt", sagte Becker als Experte bei Eurosport. "Ich glaube, die Regenunterbrechung hat ihm geholfen. Er kam wieder zur Ruhe und hat im vierten Satz vielleicht seinen besten Satz gespielt."

Alcaraz für Hanfmann zu stark

Zuvor hatte Yannick Hanfmann eine Überraschung gegen den Weltranglisten-Ersten Carlos Alcaraz trotz einer starken Leistung klar verpasst. Der 34 Jahre alte Karlsruher verlangte dem Spanier in seinem Zweitrunden-Match vor allem im ersten Satz alles ab, musste sich am Ende aber doch mit 6:7 (4:7), 3:6, 2:6 geschlagen geben.

Bei den Frauen ist am Donnerstag (3.00 Uhr MEZ/Eurosport) noch Laura Siegemund gegen die australische Qualifikantin Maddison Inglis im Einsatz. Eva Lys, Tatjana Maria und Ella Seidel waren alle bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Zverev beginnt stark

Zverev hatte gegen Müller zunächst alles im Griff. Der Weltranglisten-Dritte führte mit 6:3, 3:0 und spielte konzentriert und variabel. Immer wieder streute der Olympiasieger von 2021 einen Stoppball ein, rückte für seine Verhältnisse oft ans Netz vor.

Doch dann verlor Zverev auf einmal völlig seinen Rhythmus. Im anders als an den Vortagen dieses Mal deutlich kühleren Melbourne haderte Zverev auf einmal mit der Stärke seiner Schlägerbespannung. Müller nutzte die Schwächephase des Deutschen, machte fünf Spiele in Serie und schaffte wenig später völlig überraschend den Satzausgleich.

Plötzlich regnet es

Zverev schaute verunsichert zu seinem Team am Spielfeldrand, fing sich dann aber wieder. Im dritten Satz schaffte er ein frühes Break und ließ sich auch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass Müller ihm sofort ebenfalls das Service abnahm. Zverev gelang zum 4:2 ein weiteres Break, ehe plötzlich ein heftiger Regenschauer alle überraschte.

Weil das Dach über der John Cain Arena nicht rechtzeitig geschlossen werden konnte, musste die Partie für 37 Minuten unterbrochen werden. Ballkinder sorgten mit Handtüchern dafür, dass der Platz getrocknet und wieder bespielbar wurde.

Zverev nach Unterbrechung mit Behandlung

Nach der Unterbrechung brauchte Zverev unter dem nun geschlossenen Dach nur wenige Minuten, um sich den dritten Satz zu sichern. Auch im vierten Durchgang begann der gebürtige Hamburger gut und nahm dem Franzosen sofort der Aufschlag ab.

Doch dann ließ Zverev auf einmal den Physiotherapeuten kommen, um sich am Fuß behandeln zu lassen. Auch sein Vater Alexander Senior und Bruder Mischa rätselten, was die Probleme verursacht hatte. Doch Zverev kehrte auf den Platz zurück und brachte den Vorsprung ins Ziel. Mit einem Ass machte er den Sieg perfekt. "Ich war ein bisschen besorgt, deshalb habe ich es checken lassen", sagte Zverev.

Hanfmann spielt einen Satz richtig stark 

Hanfmann zeigte in der Rod Laver Arena von Beginn an keinen Respekt vor Alcaraz. Der Davis-Cup-Profi spielte mutig und druckvoll und brachte den French-Open- und US-Open-Champion des vergangenen Jahres damit immer wieder in Bedrängnis. Erst im Tiebreak holte sich Alcaraz den ersten Durchgang - nach 78 Minuten. "Ich wusste, dass er gut spielen würde. Aber es war am Anfang schwerer als gedacht", räumte Alcaraz ein. "Seine Bälle kamen wie Bomben."

Für Hanfmann war der verlorene erste Satz extrem bitter. "Das ist keine leichte Situation. Du weißt, wir haben jetzt eineinhalb Stunden auf hohem Niveau gespielt und jetzt musst du trotzdem noch drei Sätze gegen die Nummer eins der Welt gewinnen", sagte Hanfmann, der vor dem dritten Satz wegen Schmerzen am Bauchmuskel auch noch behandelt werden musste. "Deshalb ist es über Best-of-Five so brutal schwer, die Topjungs zu schlagen."

dpa

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos