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Bundesliga im stern-Check: Wenn Bayern München verliert, kann die Liga nur gewinnen

Bayern München verliert sein erstes Spiel, der HSV holt seinen dritten Punkt und sonst so? Ach ja: Die Liga wird wieder spannend - früheren Graumäusen wie Hoffenheim und Köln zum Dank. Das Bundesliga-Wochenende im Check.

Philipp Lahm Bayern München gegen Borussia Dortmund

Leicht verbeult, aber nicht völlig am Boden: Phillip Lahm und sein FC Bayern

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Eigentlich müsste hier "Fehlanzeige" stehen, so aufregungsbefreit wie dieser Spieltag war. Wie sehr, zeigte sich beim Sport1-"Doppelpass", wo die aktuell eher abwegige Frage gestellt wurde, ob RB Leipzig diese Saison Meister werden könne. (Zuschauerantwort: ein entschiedenes Vielleicht) Also statt Empörung ein kleiner Seufzer: Was ist nur aus der Kunstform Elfmeter geworden? Diese dankbarsten aller Torschüsse: ruhender Ball, ein Gegenspieler, sichere Sache sollte man meinen. Aber nicht zurzeit. Zwei Strafstöße wurden an diesem Spieltag gegeben (Schalke und Ingolstadt je einer verwehrt). Von diesen beiden wurde einer versemmelt (Leverkusens Calhanoglu vergab seine Chance am Punkt zum möglicherweise vorentscheidenden 3:1 gegen Leipzig) und in Mainz musste Elfer-Routinier Yunus Malli zweimal ran, weil einer seiner Mitspieler zu früh losgerannt war. Von 30 Elfmetern in dieser Saison wurden schon neun verschossen. 2015/16 waren es 18 von 86. Was ist da nur los? Englische Verhältnisse in der Bundesliga? 

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen 

Da hatte sich im Rheinderby sowohl die gastgebende Borussia aus Mönchengladbach und der 1. FC Köln auf ein besänftigendes Unentschieden geeinigt, als Schiedsrichter Manuel Gräfe in allerletzter Minute Freistoß für Köln pfiff. Und was macht Schütze Marcel Risse? Nimmt anderthalb Schritte Anlauf, tritt den Ball, nein, streichelt ihn mit aller Gewalt ins Netz. Halb zog es ihn, halb sank er nieder der Ball. Gladbachs Torwart Yann Sommer hatte zwar noch seine Fingerspitzen dran, aber das Ding fiel halt wie ein Stein vom Himmel. Läuft bei Köln.

Gewinner des Tages

Die Bundesliga und alle Fußballfans. Ging es in den vergangenen Jahren nur noch um die Frage, ob die Bayern schon am 24. Spieltag Meister werden oder doch erst am 26., kommt diese Saison tatsächlich Spannung auf. Von ganz oben grüßt ausgerechnet Aufsteiger Leipzig und selbst traditionelle Liga-Graumäuse wie Hoffenheim oder Köln stehen in Schlagdistanz zu den bislang übermächtigen Münchnern. Und das dank angstfreiem Fußball zu Recht, während der Rekordmeister uninspiriert vor sich hin trabt. O-Ton Philipp Lahm: "Das ist doch schön für die Liga. Das haben sich doch alle gewünscht." Richtig. Bleibt die bange Frage: Wann groovt sich Ancelottis Team wieder zusammen? Halten die Überraschungsteams durch oder knicken sie noch ein?  Eine Mahnung hallt aus den Jahren 2008/09 nach: Die TSG Hoffenheim wurde damals in ihrer Aufstiegssaison sofort Herbstmeister, landete aber am Ende auf Platz sieben.

Verlierer des Tages

Wenn die Liga und die Fans die Gewinner sind, kann Bayern München nur der Verlierer sein - siehe oben. Mal schauen, was Uli Hoeneß nach seiner Wahl zum Vereinspräsidenten Ende des Monats zu tun gedenkt, um dieser Schmach zu begegnen.

Bild des Wochenendes

Pierre-Emerick Aubameyang

Mit Pierre-Emerick Aubameyangs Liegestützen nach seinem 1:0 gegen Bayern München, dürfte die Palette an denkbaren Jubelgesten langsam ausgeschöpft sein. Lesen Sie hier den Grund für seinen Move.


nik

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