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Fußball-Bundesliga FC Bayern verliert den Anschluss


Nach einer 1:3-Niederlage der Bayern in Hannover wird die Luft für Trainer Louis van Gaal immer dünner. Wichtige Siege im Abstiegskampf feierten Stuttgart und Gladbach. Leverkusen bleibt Tabellenzweiter

Für Trainer Louis van Gaal wird die Luft beim FC Bayern München immer dünner: Der Rekordmeister kassierte am Samstag mit dem 1:3 (0:1) bei Hannover 96 seine dritte Niederlage innerhalb von acht Tagen. Die Bayern liegen dadurch in der Tabelle der Fußball-Bundesliga bereits fünf Punkte hinter dem Überraschungsteam aus Niedersachsen und können die Qualifikation für die Champions League nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena schossen Mohammed Abdellaoue (16.), Konstantin Rausch (51.) und Sergio Pinto (62.) die Tore für 96. Für die Bayern, die zudem Breno nach einer Unsportlichkeit (73.) durch die Rote Karte verloren, traf lediglich Arjen Robben (55.).

Beim "Endspiel in Hannover" agierte die Mannschaft des unter Druck geratenen Trainers van Gaal erschreckend schwach und hätte schon zur Halbzeit deutlicher hinten liegen müssen. Die bedrohliche Lage für den niederländischen Coach hat sich durch das äußerst schwache Auftreten weiter verschärft.

Ohne den gesperrten Bastian Schweinsteiger und den kurzfristig erkrankten Luis Gustavo zeigten die Gäste aus München eine selten einfallslose Vorstellung mit den wieder deutlich zutage tretenden Schwächen in der Abwehrarbeit und im Spielaufbau.

Die Defensive der Münchner mit dem ins Mittelfeld vorgerückten Danijel Pranjic und dem links verteidigenden Holger Badstuber wirkte völlig verunsichert und in vielen Szenen überfordert. Schon vor dem 96-Führungstreffer von Abdellaoue, der einen Pass von Rausch nutzte, wackelte die Bayern-Abwehr. Danach wurde es noch schlimmer.

Van Gaal baut zur Pause um - ohne Wirkung

Allein Rausch hätte bei zwei großen Chancen (12., 37.), bei denen er jeweils mit Schüssen knapp neben das Tor schoss, das Spiel vorzeitig entscheiden können. Besser machte er es kurz nach dem Wechsel, als er im Anschluss an eine Ecke nicht gestört wurde und den Ball in die lange Ecke wuchtete. War Bayern-Keeper Thomas Kraft an den ersten beiden Gegentreffern schuldlos, sah er beim Tor von Pinto ganz schwach aus. Der Nachwuchsmann ließ den Flatter-Fernschuss des 96-Mittelfeldmannes durch die Hände gleiten - 3:1 für Hannover. Das war die Vorentscheidung.

Vor allem über Außen waren die Münchener anfällig. Ballverluste der schwachen Toni Kroos und Pranjic im defensiven Mittelfeld führten öfter zu Kontern der laufstarken und engagierten Gastgeber.

Im Spielaufbau verließ sich der bereits entthronte deutsche Meister, der mit Trainer Gaal zuvor in drei Partien gegen Hannover 13 Tore erzielt hatte, wieder zu sehr auf seine Außen. Doch Franck Ribéry und Arjen Robben konnten sich kaum durchsetzen, waren gut abgeschirmt. Bezeichnend war, dass Bayern in der ersten Halbzeit keine echte Torchance besaß und Müller bei der gefährlichsten Situation (34.) den Ball auf die Tribüne drosch.

Hannover setzte auf die bewährte Taktik und brachte den Gast damit immer wieder in Verlegenheit. Mit dem aggressiven Stören im Mittelfeld unterbanden sie den Spielaufbau der Bayern. Das Fehlen von Didier Ya Konan, dem besten 96-Torschützen, machte sich überhaupt nicht bemerkbar. Die Hannoveraner zeigten bei ihren schnellen und präzisen Kontern immer wieder die Schwächen der Münchner auf. Zu langsam und zu behäbig agierten die Bayern-Verteidiger, um höheren Ansprüchen zu genügen. Van Gaal baute nach der Pause um und beorderte den lange verschmähten Daniel van Buyten wieder in die Innenverteidigung. Besser wurde es dadurch indes nicht.

So liefen die anderen Begegnungen des 25. Spieltags

Vor Selbstbewusstsein strotzend peilt der 1. FC Nürnberg einen internationalen Startplatz an. Beim 5:0 gegen St. Pauli blieb der "Club" als zweitbestes Rückrundenteam zum siebten Mal nacheinander unbesiegt und schob sich auf Platz sechs vor. Philipp Wollscheid (3.) und Christian Eigler (14./17./86./87) mit seinem ersten Bundesliga-Viererpack sorgten für klare Verhältnisse. Die dritte Niederlage in Serie brachte die Kiez-Kicker dagegen wieder in die Bredouille.

Ein Elfmetertor bescherte dem VfB Stuttgart im Abstiegskampf den erhofften Befreiungsschlag. Zdravko Kuzmanovic verwandelte den Strafstoß in der 15. Minute, nachdem Schalkes Benedikt Höwedes der Ball im Liegen an die Hand gesprungen war. Der 04-Abewehrspieler sah dafür zudem die Rote Karte von Schiedsrichter Felix Brych. Die Schwaben verließen mit nun 25 Punkten einen Abstiegsplatz, die "Knappen" dürfen sich mit 30 Zählern noch nicht in Sicherheit wiegen.

Im fünften Anlauf feierte Borussia Mönchengladbach mit 2:0 den ersten Dreier gegen 1899 Hoffenheim. Filip Daems mit einem verwandelten Foulelfmeter (65.) und Igor de Camargo (70.) trafen für den fünfmaligen deutschen Meister, der sich mit dem zweiten Heimsieg der Saison unter dem neuen Coach Lucien Favre die Chance auf den Klassenverbleib erhielt.

Not gegen Elend - und ein erbärmliches 0:0: Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern haben sich beim Südwestderby der Fußball-Bundesliga wie zwei Absteiger präsentiert. Vor 49 400 Zuschauern konnten auch Theofanis Gekas auf Seiten der Hessen und Srdjan Lakic bei den Pfälzern am Samstag ihre Torflaute nicht beenden. So warten beide Teams weiter auf ihren ersten Rückrundenpunkt. Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe hat zudem 2011 seit 724 Minuten den Ball nicht mehr aus dem gegnerischen Netz geholt. Lakic vergab in der 89. Minute die Riesenchance zum 1:0. Vor dem Spiel gab es am S-Bahnhof rund um die Arena schwere Ausschreitungen. FCK-Ultras gerieten mit der Polizei aneinander. Schlagstöcke kamen zum Einsatz. Die Partie wurde deshalb mit 15-minütiger Verspätung angepfiffen.

kbe/DPA

Im Abendspiel hat Bayer Leverkusen hat seine Position als Tabellenzweiter gefestigt. Das Team von Jupp Heynckes gewann mit 3:0 (3:0) gegen den VfL Wolfsburg und bleibt mit zwölf Punkten Rückstand erster Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund. Lars Bender (21. Minute), Renato Augusto (29.) und Stefan Kießling (45.+1) erzielten vor 26.000 Zuschauern in der BayArena die Tore für die Leverkusener, bei denen Michael Ballack auf eigenen Wunsch nicht im Aufgebot stand. Wolfsburg bleibt Tabellen-16., ist aber nur noch einen Zähler von einem Abstiegsplatz entfernt.


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