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Fußball-Bundesliga: HSV am Abgrund: Trainer Bernd Hollerbach muss gehen

Der HSV kommt nicht zur Ruhe - der kaum noch zu vermeidende Abstieg hat sein nächstes Opfer gefunden. Trainer Bernd Hollerbach muss nach nur sieben Spielen an der Elbe gehen. Sein Nachfolger steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe.

Ex-HSV-Trainer Bernd Hollerbach

Nach nur sieben Spielen muss HSV-Trainer Bernd Hollerbach seinen Platz räumen

DPA

Beim Fußball-Bundesligisten regiert die Panik. Nach dem zuletzt erschütternden Auftritt der Mannschaft bei Bayern München (0:6) ziehen die Clubverantwortlichen erneut die Notbremse: Trainer Bernd Hollerbach muss den Liga-Dino nach nur sieben Spielen wieder verlassen, wie der Verein auf seiner Homepage bekannt gab.

Für die verbleibenden acht Spieltage der laufenden Bundesligasaison übernimmt der bisherige U21-Coach Christian . Außerdem gab der HSV bekannt, dass Thomas von Heesen sportlicher Berater des Vorstands wird. Von Heesen soll viele der Aufgaben des in der vergangenen Woche beurlaubten Direktors Profifußball Jens Todt übernehmen. "Er hat sich sofort bereiterklärt, dem HSV zu helfen", so Vorstand Frank Wettstein.

Der HSV hat zurzeit sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und die Stimmung im Verein gilt als vergiftet: Die Clubführung um den erst jüngst gewählten Präsidenten entließ zuletzt Hals über Kopf Todt und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, nach der 0:6-Pleite legte Kyriakos Papadopoulos öffentlich nach: "Jede Mannschaft hat in der Winterpause neue Spieler bekommen, nur wir nicht. (...) Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir wissen gar nichts", beklagte sich der Abwehrspieler.

Die schwerste Krise in der Geschichte des HSV

Zudem sorgen einige Fans des HSV für immer neue Tiefpunkte abseits des Fußballfeldes. Zunächst sorgten ein geplanter Platzsturm und ein Drohplakat gegen die eigenen Spieler ("Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch euch durch die Stadt") für Aufregung. Dass es immer noch ein bisschen geschmackloser geht, bewiesen Anhänger am Wochenende. Am Volksparkstadion stellten Unbekannte Grabkreuze auf und hängten ein Spruchband mit dem Text "Eure Zeit ist abgelaufen. Wir kriegen euch alle!" auf. Zu diesen Schwierigkeiten gesellt sich eine katastrophale finanzielle Lage des Deutschen Meisters von 1983, die sich durch den möglichen Abstieg noch verschärfen dürfte.

Es ist die wohl schwerste Krise in der großen Geschichte des HSV, in der nun Christian Titz die Rettung bringen soll. Unter diesen Vorzeichen ist es jedoch mehr als fraglich, dass dies dem 46-Jährigen gelingt.

Die Bilanz von  ist unbefriedigend. In den sieben Partien auf der Trainerbank gelangen dem Franken nur drei Unentschieden und kein einziger Sieg. Er übernahm das Team nach dem 19. Spieltag von seinem Vorgänger Markus Gisdol auf dem vorletzten Tabellenplatz, auf derselben Position muss er die Führung der Mannschaft jetzt wieder abgeben.

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