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"Haben Sie sonst noch was zu sagen?": Bayer-Coach pflaumt nach Niederlage Reporter an

Durch das bittere Unentschieden gegen Barcelonas B-Elf muss sich Leverkusen aus der Champions League verabschieden. Trainer Roger Schmidt gefiel das gar nicht - und so ließ er seine Laune an einem Reporter aus.

Bayer-04-Leverkusen-Coach Roger Schmidt während des Spiels gegen Barcelona

Roger Schmidt: Seine Mannschaft verspielte das Überwintern in der Königsklasse - und der Coach von Bayer 04 Leverkusen war sichtlich nicht erfreut darüber.

Bayer 04 Leverkusen gelang gegen eine B-Elf des FC Barcelona trotz vieler Chancen kein Siegtreffer. Mit dem 1:1-Unentschieden ist die Königsklasse für die Werkself beendet, die sich nach der Winterpause mit der Europa League begnügen müssen wird. Die Art und Weise des Ausscheidens machte einen besonders wütend: Trainer Roger Schmidt. Als Sky-Reporter Jan Henkel dann im Interview nach dem Apfiff so nachhakte, wie es Schmidt überhaupt nicht passte, entlud sich die Wut des Bayer-Coaches.

Aber der Reihe nach: Henkel spricht Schmidt zunächst auf die generell schwache Chancenverwertung an. Wie man es denn schaffen könnte, beim Abschluss anders aufzutreten, will er wissen. Der Trainer machte gleich mehrere Punkte aus, an denen es gelegen haben soll: "Manchmal hält der Torwart gut, manchmal fehlt ein bisschen Glück", manchmal fehle die Konzentration, oder eben "vielleicht auch eine gewisse Reife und Coolness". Schließlich habe man ja auch eine "sehr, sehr junge Mannschaft", sagt Schmidt. "Ja, Barcelona war auch jung heute", fährt ihm der Reporter dazwischen. Es folgt eine kurze Pause. Schmidt schaut kurz, als ob er nicht glaube, was er da gerade gehört hat - dann pflaumt er Henkel an: "Haben Sie sonst noch was zu sagen?"

Daraufhin erläutert er - nicht zu unrecht - dass es doch gerade allgemein über die Chancenverwertung ging. "Das hat doch jetzt nichts mit dem Alter von Barcelona zu tun, oder?" Der Ärger in seiner Stimme ist an diesem Punkt bereits nicht mehr zu überhören. "Wenn Sie jetzt noch so eine komische Bemerkung machen, dann können wir das Interview auch abbrechen", zischt er. 

"Das wird in meinem Gedächtnis bleiben"

Henkel reagiert souverän, versucht die Wogen noch zu glätten. Er könne ja verstehen, dass Schmidt nun sauer sei. Wie lange er denn brauchen würde, um das abzuhaken, will der Reporter wissen. "Gar nicht, das wird mein ganzes Leben in meinem Gedächtnis bleiben, dass wir das heute nicht geschafft haben", ist der letzte, etwas patzige Satz des Interviews, gefolgt von einer unterkühlten Verabschiedung.

Zwar wirkte der Einwand von Henkel an jener Stelle tatsächlich deplatziert, dennoch sollte Schmidt als Profi-Fußballtrainer nicht so sehr seine Beherrschung verlieren. Etwas mehr Entspanntheit würde ihm sicher gut tun - zumal er selbst auch gerne mal austeilt. Nach dem 5:1-Sieg im Derby gegen den 1. FC Köln im vergangenen Jahr machte er Schlagzeilen wegen vermeintlicher Arroganz. Er hatte FC-Coach Peter Stöger im Anschluss an die Klatsche obendrein eine falsche Defensiv-Taktik vorgeworfen. "So könnte ich nicht Fußball spielen, wie Köln heute gespielt hat. Dann wäre ich kein Trainer", hatte er nach der Partie gesagt.

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