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Bundesliga im stern-Check: Das Gejammer über die Schiris nervt nur noch

Der Zoff um die Schiedsrichter gehört zum Fußball wie Bier und Wurst. Doch das Gezeter, mit dem sich zwei Klubs gerade hervortun, ist peinlich. Außerdem: Gladbach schoss ein Tor so schön wie ein Gemälde, und Bayer feuerte Roger Schmidt.

Schiedsrichter

Schiedsrichter wie Günter Perl, hier im Spiel zwischen Frankfurt und Freiburg im Einsatz, müssen immer wieder als Sündenböcke herhalten

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Spieltages

Nico Kovac wetterte nach der Niederlage gegen Freiburg über Schiedsrichter Günter Perl. Fast wäre der Coach schon während der Partie auf die Tribüne verbannt worden, so zornig war Kovac. Zugegeben, dem Siegtor der Freiburger war eine klare Abseitsposition vorausgegangen. Zuvor war den Frankfurtern ein Treffer nicht anerkannt worden, weil der Freiburger Torhüter Alexander Schwolow behindert worden sein soll. Auch das eine diskussionswürdige Entscheidung des Schiedsrichter-Gespanns. Es war die vierte Niederlage in Folge für die Eintracht, die Mannschaft droht nach einer hervorragenden Hinrunde ins Mittelfeld abzustürzen - das zerrt an den Nerven. Da sucht man schnell einen Sündenbock. Ähnliche Töne hörte man auch von den abstiegsbedrohten Ingolstädtern. Wie Klub-Boss Harald Gärtner in der TV-Sendung "Doppelpass" am Sonntagmorgen über eine angebliche Benachteiligung seines Vereins durch Schiedsrichter jammerte, war unerträglich: "Es darf nicht so ausarten, dass wir durch solche Entscheidungen immer wieder auf die Verliererstraße geraten", kritisierte Gärtner. Konkret ging es um das umstrittene Tor von Gladbachs Lars Stindl am vorvergangenen Spieltag. Der Ball war dem Angreifer dabei an den Arm gesprungen.

Selbstverständlich gibt es Fehlentscheidungen, die ein Spiel beeinflussen oder entscheiden. Und das Unparteiische bei manchem Pfiff unterbewusst in einzelnen Situationen den größeren Klub bevorzugen, auch darüber kann man diskutieren, siehe Bayern-Bonus. Aber von einer systematischen Benachteiligung eines Klubs zu sprechen, die sich über Wochen oder gar Monate hinzieht - das ist Unsinn. Jeder, der Fußball kennt, weiß, dass Schiedsrichter immer auch genauso viele (Fehl-)Entscheidungen treffen, die den eigen Klub bevorteilen. Im Spiel gegen Freiburg trat Frankfurts Rebic seinem Gegenspieler bei einer Standardsituation mit Absicht auf den Fuß. Günter Perl übersah die Tätlichkeit.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Die ganze Schönheit des Fußballs zeigte sich beim 2:1-Treffer der Gladbacher gegen Schalke. Dem Tor durch Fabian Johnson war eine atemberaubende Kombination von Rafael, Lars Stindl und Johnson vorausgegangen. Rafaels Vertikalpass unter Bedrängnis auf Johnson filetierte das defensive Mittelfeld der Königsblauen. Dann spielte Johnson per Hacke auf Stindl, der wiederum den Torschützen in die Lücke schickte. Der US-Nationalspieler vollendete souverän, indem er den Ball an Fährmann vorbei flach in die rechte Ecke schob. Ein Tor wie ein Gemälde. Wunderschön. Die Partie endete 4:2 für Gladbach.

Borussia Mönchengladbach

Fabian Johnson erzielt die 2:1-Führung gegen Schalke. Die Kombination, die zum Tor führte, war traumhaft


Verlierer des Tages

Das sind Roger Schmidt und Bayer Leverkusen. Der Werksklub zog nach er 2:6-Pleite gegen Dortmund die Reißleine und entließ den zuletzt so glücklosen Trainer. Dabei hatte Sportdirektor Rudi Völler so lange wie möglich an Schmidt festgehalten und ihn vor Kritik von außen immer wieder in Schutz genommen. In der Winterpause hatte Bayer dem Trainer sogar in Person des ehemaligen HSV-Pressesprechers Jörn Wolf einen Aufpasser an die Seite gestellt, weil Schmidt gewisse Defizite im Umgang mit Personal und Journalisten nachgesagt wurden. Aber nach der deftigen Niederlage gegen den BVB hatte Völler keine Argumente mehr. Die hochkarätig besetzte Mannschaft droht, alle Saisonziele zu verspielen. In der Tabelle rangiert Bayer mit 30 Punkten auf Platz zehn - zu wenig für die Ansprüche des Vereins, der eigentlich die Champions-League-Qualifikation anpeilt. 

Gewinner des Tages

Die Bayern haben definitiv Frühlingsgefühle. Rechtzeitig vor den entscheidenden Wochen der Saison ist der Rekordmeister in Galaform. Am Wochenende servierten sie Köln mit 3:0 ab, sicher, ein Pflichtsieg. Aber die Dominanz, die die Bayern im Moment in der Liga, im DFB-Pokal und in der Champions League zeigen, ist beeindruckend. Und dann gibt der einzig ernst zunehmende Verfolger, RB Leipzig, auch noch zwei Punkte beim Remis gegen Augsburg ab - es läuft für die Münchner. Sie sind jetzt mit sieben Punkten Vorsprung Tabellenführer. Bayern-Fan müsste man sein.

Bild des Tages

Aubameyang


Na, erkennen sie das Zeichen, dass sich Pierre-Emerick Aubameyang auf die Schläfe gemalt hatte für das Spiel gegen Leverkusen? Genau, es ist der Swoosh, das Logo von Nike, dem Privatsponsor des Dortmunder Torjägers. Das kam beim BVB, der von Puma gesponsert wird, nicht so gut an. Zumal der PR-Gag offenbar auch nicht abgesprochen war. "Das werden wir besprechen", kündigte BVB-Manager Michael Zorc an.

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