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Fußball-Bundesliga Nach Kalou-Video: Berliner Senat will Hertha-Training kontrollieren

Salomon Kalou zeigt Trainingsabläufe in Facebook-Live-Video.
Sehen Sie im Video: Hertha-Spieler Kalou streamt auf Facebook, wie er Hygiene- und Abstandsregeln ignoriert.
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Salomon Kalou hat mit seinem Live-Video aus der Kabine von Hertha BSC Berlin für Aufsehen gesorgt – und wurde daraufhin suspendiert. Sein Verein muss sich wegen der Posse auf besondere Maßnahmen einstellen.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss sich auf unangemeldete Trainings-Kontrollen einstellen. "Wir haben das mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf so abgesprochen", sagte Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, am Mittwoch dem "Kicker". Anlass ist das Video des mittlerweile suspendierten Angreifers Salomon Kalou, in dem er unter anderem die Abstandsregeln im Umgang mit seinen Teamkollegen missachtet.

Das verstoße ganz klar gegen "die von uns erteilte Ausnahmegenehmigung zur Durchführung des Kleingruppentrainings", sagte Pallgen. Laut dem Sprecher laufe Hertha durch die Nichteinhaltung der Abstandsregelungen Gefahr, dass die Ausnahmegenehmigung wieder entzogen werde.

"Das bringt das ganze Konzept in Verruf"

Kalou hatte am Montag Szenen aus der Umkleidekabine von Hertha mit seinem Handy gefilmt und bei Facebook live verbreitet. Zu sehen wie er vielen Teamkollegen die Hand gab. Das widerspricht dem Hygienekonzept, das die Deutsche Fußball Liga den Vereinen vorschreibt, um die Saison fortsetzen zu können. Hertha suspendierte den Stürmer von der Elfenbeinküste umgehend.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte Kalous Vorgehen daraufhin kritisiert: "Da macht die Liga hervorragende Konzepte, und dann gibt es Einzelspieler, wie jetzt zu lesen war, die sich sehr, sehr, sehr unglücklich verhalten. Ich finde auch gut, dass Profivereine sehr hart dagegen entscheiden, weil das bringt das ganze Konzept in Verruf." Söder war davor nicht direkt auf Kalou angesprochen worden. Er nannte von sich aus das Beispiel, als es um Regelungen und deren Umsetzung bei der langsamen Öffnung gesellschaftlicher Bereiche in der Corona-Krise ging.

Währenddessen hat die Politik entschieden: Der Fußball darf ab Mitte Mai den Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga wieder aufnehmen. Nach den Ministerpräsidenten hat auch Kanzlerin Merkel die Freigabe für die Fortsetzung der im März ausgesetzten Saison erteilt.

tim DPA

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