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Die Morgenlage: Günther will Grenze nach Dänemark öffnen - Bundesländer debattieren weitere Lockerungspläne

Spahn verzichtet auf Immunitätsausweis - vorerst +++ Mehr als 250.000 Tote durch Coronavirus +++ Bundesregierung und Hersteller beim Autogipfel +++ BGH verhandelt über Diesel-Klage gegen VW +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Meck-Pom Usedom Tourismus

Idylle auf Usedom: Mecklenburg-Vorpommern will vor Pfingsten das Einreiseverbot für auswärtige Touristen beenden

DPA

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der Wunsch, möglichst schnell wieder in eine Vor-Corona-Normalität zurückzukehren ist mehr als verständlich. Aber ist er auch sinnvoll? Droht nach einer Teilaufhebung der Beschränkungen eine neue Ansteckungswelle? Es ist auf jeden Fall eine Art riskantes Experiment, das einige Bundesländer mit ihren angekündigten Lockerungen durchführen. Noch vor ihrer nächsten Telefonkonferenz von Angela Merkel befassen sich ein halbes Dutzend Landesregierungen mit dem Einstieg in den Ausstieg. Niedersachsen hat bereits einem Plan vorlegt, Mecklenburg-Vorpommern will seine Gaststätten wieder öffnen und noch vor Pfingsten das Einreiseverbot für auswärtige Touristen beenden. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will ab Mitte Mai die Grenze nach Dänemark wieder öffnen. Fast hat man den Eindruck, die Länder lieferten sich ein Lockerungswettrennen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Ministerpräsident Günther: Grenze zu Dänemark wird ab 15. Mai schrittweise geöffnet

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auf eine schrittweise Öffnung der Grenze zu Dänemark ab Mitte Mai verständigt. "Wir haben heute telefoniert und miteinander verabredet, einen konkreten Fahrplan zu entwickeln, in welchen Schritten ab spätestens 15. Mai eine Öffnung der Grenze zu Dänemark erfolgen kann", sagte Günther am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur. "Dies soll in den kommenden Tagen präzisiert werden."

Spahn verzichtet auf Immunitätsausweis - vorerst

Die Einführung eines Immunitätsausweises wird nicht wie ursprünglich geplant in dem Corona-Gesetz geregelt, das am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten wird. "Die Frage, ob im Falle von Corona zusätzlich ein Immunitätsausweis sinnvoll ist, sollten wir als Gesellschaft in Ruhe abwägen und debattieren", erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er habe den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme gebeten.

USA warnen vor dramatischer Verschärfung der Corona-Krise

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt vor einer Steigerung der Corona-Ansteckungen. Die täglichen Neuinfektionen könnten bis Anfang Juni laut der internen Prognose um das etwa Achtfache auf 200.000 steigen, wie "New York Times" und "Washington Post" berichteten. Die Zahl der täglich verzeichneten Todesfälle könnte demnach deutlich auf etwa 3000 anwachsen.  Schon jetzt sind die USA das mit Abstand am härtesten von der Pandemie getroffene Land der Welt. Die jetzt bekannt gewordene Prognose bedeutet, dass sich die aktuelle Zahl von etwa 69.000 offiziell verzeichneten Corona-Toten in den USA in den nächsten Monaten verdoppeln könnte. Die Prognose ist damit düsterer als jene des von Präsident Donald Trump geschaffenen Corona-Krisenstabes.

Mehr als 250.000 Tote durch Coronavirus

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion gestorben. Die Universität Johns Hopkins in Baltimore verzeichnete knapp 3,6 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 251.000 Todesfälle. 

Pulitzer-Preise an "New York Times" und Nachrichtenagentur AP

Pulitzer Foto

Preiswürdig: Dieses Foto eines kaschmirischen Demonstranten, der auf die Motorhaube eines gepanzerten Fahrzeugs der indischen Polizei springt, wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

DPA

Die Nachrichtenagentur Associated Press hat für ihre Foto-Berichterstattung von der Krise in der umstrittenen Region Kaschmir den Pulitzer-Preis in der Kategorie Feature-Fotoberichterstattung bekommen. Das Bild von Fotograf Dar Yasin ist Teil einer Fotoserie. Darauf springt ein maskierter kaschmirischer Demonstrant in Srinagar mit einem Stein in der Hand auf die Motorhaube eines gepanzerten Fahrzeugs der indischen Polizei. Die "New York Times" wurde für ihre Russland-Berichte mit dem begehrten Preis ausgezeichnet.

Das wird heute wichtig:

Bundesregierung und Hersteller beim Autogipfel

Bei einem "Autogipfel" beraten Bundesregierung und Branche ab 10.30 Uhr über die schwierige Lage der Schlüsselindustrie in der Corona-Krise - eine Entscheidung über Kaufprämien wird aber nicht erwartet. Neben den Herstellern machen sich auch die "Autoländer" Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg für finanzielle Anreize stark, um die schwache Nachfrage anzukurbeln. Die Grünen warnten, pauschale Prämien dürfe es nicht geben.

Bundesgerichtshof verhandelt erstmals Diesel-Klage gegen VW

Im Dieselskandal verhandelt der Bundesgerichtshof ab 9.30 Uhr erstmals über eine Klage gegen den Autobauer VW. Damit ist der Rechtsstreit über Schadenersatz für manipulierte Dieselfahrzeuge in der höchsten Instanz angekommen. Im konkreten Fall prüft der 6. Zivilsenat des BGH Forderungen eines Klägers aus Rheinland-Pfalz. Der Mann will seinen 2014 gekauften Gebrauchtwagen an Volkswagen zurückgeben und dafür den vollen Preis von rund 31.500 Euro erstattet haben.

Bundesverfassungsgericht urteilt zu EZB-Anleihenkäufen

Das Urteil kommt wegen der Corona-Pandemie mit Verspätung, aber es hat nicht an Brisanz verloren: Ab 10 Uhr verkündet das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung zu den milliardenschweren Staatsanleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). Ist die EZB im jahrelangen Krisenmodus zu eigenmächtig geworden – mit unkalkulierbaren Risiken für die Bundesbank und den deutschen Steuerzahler? Das Verfahren birgt in mehrfacher Weise Sprengstoff.

"Fuck Covid 19": Pilot "schreibt" Anti-Corona-Botschaft in den Himmel

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DPA / AFP