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Bundesliga im stern-Check: Die Liga ist ein Affentheater - auch wegen der Burnout-Bayern

Der vorletzte Spieltag hat viel Gesprächsstoff geliefert: Fast alle schimpfen auf die Burnout-Bayern, weil die nur noch verlieren. In Stuttgart gibts richtiges Affentheater und auf Schalke Zoff.

Von Tim Schulze

Ein Bild für die Geschichtsbücher: Martin Harnik (m.) und Mitspieler tanzen den Affentanz

Ein Bild für die Geschichtsbücher: Martin Harnik (m.) und Mitspieler tanzen den Affentanz

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Tages

Drei Niederlagen in Folge - das ist für den alten und neuen Meister ziemlich peinlich. Schließlich hatten die Bayern bis zum 30. Spieltag, als sie sich den Meistertitel sicherten, ganze zwei Spiele verloren. Nach der letzten Niederlage gegen Freiburg motzte Dirk Dufner, Manager von Hannover 96, das ebenfalls abstiegsgefährdet ist, gegen den Meister: "In der Regel werden in der Liga ja alle von Bayern hingerichtet. Jetzt ist es plötzlich ganz anders." Und Klaus Allofs pflichtete Dufner einen Tag später bei: "Also, ich verstehe schon, dass einige Klubs richtig sauer sind." Wettbewerbsverzerrung oder viel Lärm um nichts? Freiburgs Felix Klaus verteidigte den Gegner: "Die sind einfach kaputt. Es wäre Schwachsinn, da was reinzuinterpretieren."

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Sechs direkte Freistöße hat Hakan Calhanoglu in der Saison verwandelt - damit ist er der beste Freistoßschütze der Liga. Gegen Hoffenheim traf der 21-Jährige mit dem Zauberfuß aus 34 Metern. Das war schön anzuschauen, auch wenn Keeper Oliver Baumann nicht gerade gut aussah. Aber der Schuss war ein fieser Aufsetzer, der Albtraum für jeden Keeper.

Man glaubt es kaum, aber der Freistoß von Künstler Hakan Calhanoglu landet am Ende im Tor der Hoffenheimer

Man glaubt es kaum, aber der Freistoß von Künstler Hakan Calhanoglu landet am Ende im Tor der Hoffenheimer

Gewinner des Spieltages

Kommen wir zum Abstiegskampf, denn nur der macht das Bundesliga-Finale so richtig spannend. Die Freiburger hatten wir schon erwähnt. Ihr Sieg gegen die Bayern war goldwert. Auch Hannover hat nach unglaublichen 16 Spielen ohne Sieg tatsächlich gewonnen. Wunder gibt es also immer wieder. Doch der Sieger des Spieltages heißt natürlich: VfB Stuttgart. Die Schwaben-Boys drehten das direkte Abstiegsduell gegen den HSV zu einem 2:1-Sieg. Damit kletterten die Jungs von der männlichen Trainer-Domina Huub Stevens vom letzten auf den Relegationsrang. Höhepunkt war natürlich der grandiose Affenjubel von Siegtorschütze Martin Harnik und den Mitspielern. Es war eine Replik auf die Affen-Beschimpfung durch den Trainer unter der Woche. So macht man das. Bravo.

Spruch des Tages

"Der Schnee ist geschmolzen, nun sehen wir die Kacke" - Einer der Bannersprüche von Schalke-Fans im Spiel gegen Paderborn.

Verlierer des Spieltages

Ist das der HSV? Nein, das war er schon zu oft. Der Verlierer des Spieltages ist Schalke 04. Mit einem glücklichen Tor am Ende eines schwachen Spiels gegen den Abstiegskandidaten Paderborn sicherten sich die Königsblauen die Teilnahme an der Europa League. Von der Champions League war ja nach der schwachen Rückrunde eh nicht mehr die Rede. In der ersten Halbzeit versagten die Schalker Anhänger ihrer Mannschaft komplett die Unterstützung. Sie schwiegen. Nach dem Schlusspfiff schimpften und pöbelten sie auf die Spieler ein. Doch die Verantwortung für die Misere sehen die Fans eindeutig bei den Verantwortlichen. Manager Horst Heldt ("169 cm Inkompetenz" stand auf einem Plakat) und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies ("Der Fisch stinkt vom Kopf", siehe unten) bekamen genauso ihr Fett weg. Die Atmosphäre auf Schalke ist vollkommen vergiftet. Auch der Rauswurf von Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam und die vorläufige Suspendierung von Marco Höger haben die Lage nicht beruhigt. Die Fans fordern einen Neuanfang - ohne Tönnies und Heldt.

Bild des Tages

Wettbewerbsverzerrung oder echte Wertschätzung? Wahrscheinlich Letzteres. Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer und Freiburgs Trainer Christian Streich umarmen sich vor dem Spiel ihrer Teams herzlich. Offensichtlich schätzen die beiden sich sehr. Vielleicht liegt es daran, dass Sammer und Streich Charakterköpfe sind, jeder auf seine Art.

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