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Bundesliga im stern-Check: Warum die HSV-Fans den Abstieg verdient haben

Beim HSV und auf Schalke haben sich die Fans an diesem Spieltag ziemlichen Mist geleistet. Dabei ging es in Hamburg schlimmer zu als in Gelsenkirchen. Es wird Zeit, dass der Bundesliga-Dino endlich absteigt.

Behelmte Polizei-Hundführer marschieren zwischen HSV-Spielern und den Fans auf

Nur mit einem Polizeieinsatz ließ sich verhindern, dass die HSV-Fans im Volksparkstadion auf die eigenen Spieler losgehen

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So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Gewinner des Spieltags

Das passiert auch nicht alle Tage. Im Spiel Schalke gegen Hoffenheim verletzte sich einer der Linienrichter und konnte nicht weiterspielen. Robert Schröder war die Linie entlanggelaufen und schwer umgeknickt. Trotz intensiver Behandlung durch die Hoffenheimer Team-Ärzte musste der Mann aufgeben. Für ihn sprang der vierte Offizielle ein, Guido Kleve, selbst ein erfahrener Linienrichter. Doch wer ersetzte dann Kleve? Dafür gibt es eine pragmatische Lösung. Alle im Stadion anwesenden Personen mit Schiedsrichter-Lizenz werden gebeten, sich zu melden. Der Ranghöchste muss dann ran. Auf Schalke traf es Stefan Tendyck, der selber in der Oberliga Westfalen pfeift und sogar in der Regionalliga assistiert. Hut ab, der Schalke-Fan sorgte dafür, dass die Partie ohne Probleme beendet wurde.

Verlierer des Spieltags

Leidensfähig muss man wohl sein, wenn man dem Hamburger SV die Treue hält. Auch wenn es sportlich es in den letzten Jahren eigentlich immer knapp war: Auf die Treue der Fans konnte man sich am Volkspark verlassen. Pfeifkonzerte zur Halbzeit oder eine Blockade des Mannschaftsbusses kamen schon einmal vor, aber das passiert wohl jeder kriselnden Bundesliga-Mannschaft mal. Was sich aber Samstag im Volkspark-Stadion abgespielte, geht weit darüber hinaus.

Schon vor Anpfiff war am Zaun der Nordtribüne ein Banner zu sehen: "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt." Damit spielten HSV-Fans auf die Uhr an, die zeigt, dass der HSV als einziger Verein seit Gründung der Bundesliga erstklassig spielt. Und damit sich das nicht ändert, drohen die Anhänger ihren eigenen Spielern also Gewalt an. "Ich weiß nicht, was solch ein Plakat bezwecken soll. Wir sind eine junge Mannschaft", kommentierte später HSV-Torschütze André Hahn.

Klar, dass die HSV-Spieler nicht befreit aufspielten - und 1:2 gegen Leverkusen verloren. Nach Abpfiff kam es dann zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei stellte sich schließlich mit Hundeführern zwischen HSV-Spieler und Fans. Anhänger, die sich so verhalten, haben den Klassenerhalt nicht verdient. Der Abstieg vertreibt hoffentlich sämtliche Fantasten aus den Klubgremien, damit der HSV sich endlich mal solide aufstellen kann, statt von einer Unprofessionalität in die nächste zu taumeln.

Aufreger des Spieltags

Dass Schiedsrichter in Bundesliga-Stadien ausgepfiffen werden: na gut. Dass gegnerische Spieler, die sich theatralisch auf dem Rasen wälzen, von Fans zum Aufstehen aufgefordert werden: nicht schön, aber auch noch okay. Was sich aber die Schalke-Fans geleistet haben, ist voll daneben.

Nachdem Linienrichter Robert Schröder umgeknickt ist, haben die Schalker Fans nichts besseres zu tun, als "Steh auf, du Sau" zu skandieren. Auch das "Scheiß DFB" hätte man sich in der Situation sparen können. Schröder konnte nicht weitermachen und musste vom Platz geführt werden. Und die Schalker? Skandieren "Auf Wiedersehen" und "Du kannst nach Hause fahren". Das war fast so daneben wie die Hamburger Fans, die ihren eigenen Spielern an den Kragen wollen.

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Dieses Tor sollten Sie (noch einmal) sehen

Es war gerade einmal sein drittes Spiel nach neun Monaten Verletzungspause. Doch Marco Reus hat eindeutig nichts verlernt. Sein 1:0 im Sonntagsspiel gegen Mönchengladbach war das schönste Tor des Spieltags. Am linken Strafraumeck spielt André Schürrle den Ball in die Mitte. Dort verpasst Mario Götze, aber der Ball landet am rechten Strafraumeck bei Marco Reus. Ohne lange zu zögern hebt Reus den Ball über Gladbachs Torwart Yann Sommer. Der Ball springt von der Unterkante der Latte ins Gladbacher Tor. 1:0 und das Siegtor für den BVB. 

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