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Borussia Dortmund: Wird dieser Zwölfjährige der nächste Bundesliga-Topstar?

Youssouffa Moukoko ist erst zwölf Jahre alt, läuft aber schon für die U17 von Borussia Dortmund auf – und spielt seine teils deutlich älteren Gegner schwindelig. Experten sagen ihm eine große Karriere voraus. Zu früh? Auch am Alter des Toptalents gibt es Zweifel.

Der zwölfjährige Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund mit einem Pokal

Dieses Gesicht sollte man sich merken: Der zwölfjährige Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund bringt alles für eine große Fußballkarriere mit

"2:0, scharfe Hereingabe, ersten Schuss kann TW noch parieren, der nächste nicht. Torschützen kennt ihr alle: Moukoko." [sic] Wenn der Twitter-Account @BVBJugend, der die Fans von Borussia Dortmund über die Neuigkeiten aus dem Nachwuchsbereich des Vereins informiert, den neuesten Geniestreich von Youssouffa Moukoko vermeldet, klingt das zunächst lapidar und selbstverständlich. Aber das ist es nicht: Moukoko ist erst zwölf Jahre alt – und spielt schon für die U17 des BVB. Seinen Namen kennen auch noch nicht alle. Doch das ändert sich gerade.

Seit der Junge, der noch nicht einmal ein Teenager ist, in der B-Junioren-Bundesliga spielt, ist er in aller Munde. Acht Tore hat Stürmer Moukoko in seinen ersten drei Spielen erzielt, an diesem Wochenende traf er beim 6:1-Sieg seiner Mannschaft gegen Viktoria Köln gleich viermal. Und das gegen Gegenspieler, die bis zu fünf Jahre älter sind als er selbst.

Wirklich erst zwölf Jahre alt? Kaum zu glauben

Moukoko wurde in Kamerun geboren, wechselte vor der vergangenen Saison vom FC St. Pauli zum BVB und hat im vergangenen Jahr bereits 33 Tore für die U15 der Schwarz-Gelben erzielt. Der älteste Spieler in seiner neuen Mannschaft ist vier Jahre älter als er. Trotzdem hat sich der Zwölfjährige offensichtlich bestens eingefunden. "Ich kann nur Positives über ihn sagen", schwärmte sein Trainer Sebastian Geppert im Gespräch mit der "Welt": "Yousouffa ist ein klasse Junge und es macht jeden Tag Spaß, mit ihm zu arbeiten." Die Torquote spricht für sich.

Nachvollziehbar, dass da Zweifel aufkommen. Ein Zwölfjähriger mit dieser körperlichen Durchsetzungskraft, das halten viele Beobachter für unglaubwürdig. "Ob er wirklich erst zwölf Jahre ist, sei mal dahingestellt. Für mich ist er genauso alt wie meine Jungs", sagte Christian Mollocher, Trainer der U17 des VfL Bochum, dem Portal "Der Westen". Seine Mannschaft hatte 0:3 gegen den BVB verloren – durch einen Doppelpack von Moukoko. Auch bei den Zuschauern an der Seitenlinie und in den sozialen Netzwerken wird sein Alter heiß diskutiert. Vater Moukoko, der in Hamburg lebt, verweist aber auf eine Geburtsurkunde, die auch auf Deutsch vorliegt: Dort ist der 20. November 2004 als Geburtsdatum festgehalten. 

Borussia Dortmunds neues Supertalent 

Restzweifel bleiben, möglicherweise lässt sich die Frage nie ganz klären. Sportlich bringt Moukoko, wie alt er nun auch sein mag, alle Voraussetzungen für eine große Karriere mit. Bei Youtube gibt es schon Videos mit Zusammenschnitten seiner besten Szenen, wie bei den Großen. "Youssoufa ist für sein Alter sehr reif. Er ist körperlich robust, beidfüßig und äußerst akribisch", lobt Trainer Gellert seinen Schützling laut "Der Westen". Für den BVB wird es vor allem darum gehen, sein Wunderkind behutsam aufzubauen und an die Profiabteilung heranzuführen. Sportliches Talent ist dabei bekanntlich nicht alles – der Weg zum Profi-Fußballer erfordert ein hohes Maß an Disziplin und ein stabiles Umfeld. Die Gefahr von schweren Verletzungen, die eine vielversprechende Karriere abrupt ins Stocken bringen können, ist ohnehin omnipräsent.

Als nächster Schritt dürfte nun die Nominierung für die deutsche Jugendnationalmannschaft anstehen. Die ganz große Bühne muss noch einige Jahre warten: In der Bundesliga dürfen Spieler erst ab einem Alter von 16 Jahre antreten. Youssoufa Moukoko wäre nicht der erste Spieler, dem die frühen Vergleiche mit den Superstars mehr schaden als nützen. Paradebeispiele dafür sind der US-Amerikaner Freddy Adu oder der Norweger Martin Ödegaard, die beide als Jugendspiele mit vielen Vorschusslorbeeren starteten, dann aber im Mittelmaß versanken. Es ist noch ein weiter Weg, das weiß auch Trainer Gellert: "Manchmal merkt man ihm schon an, dass er noch ein kleiner Junge ist."

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