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Champions League: Barcelona und Inter Mailand lösen ihre Aufgaben

Der FC Barcelona hat gegen Kiew die Partie gedreht und das Achtelfinale der Champions League erreicht. Inter Mailand sicherte sich das Weiterkommen gegen Rubin Kasan. Für den Höhepunkte sorgte ein Keeper, der per Kopf traf.

Lionel Messi erwärmte die "Barça"-Herzen im Kühlschrank Kiew, Mario Balotelli erfreute die heißblütigen Tifosi - doch zum Mann des Tages avancierte ein gewisser Sinan Bolat. In der fünften Minute der Nachspielzeit stürmte der Keeper von Standard Lüttich nach vorn, wuchtete per Kopf den Ball nach einem Freistoß ins Netz und rettete den Belgiern mit dem Treffer zum 1:1-Endstand gegen AZ Alkmaar auf den letzten Drücker den Einzug in die Europa League. "Sinan Bolat bringt Lüttich in Ekstase", schrieb die Zeitung "De Standaard" am Donnerstag.

Bolat selbst konnte es kaum fassen. "Das ist verrückt", meinte der türkisch-belgische Schlussmann nach seinem Kopfball-Coup. Außer sich vor Freude und wie von einer Tarantel gestochen war er jubilierend fast übers gesamte Spielfeld gerannt. Während die Gegnerschar ungläubig und verdutzt ihr Schicksal erstmal verkraften musste, gelang es Bolats Mitspielern kaum, den entfesselten Goalie wieder einzufangen. "Es war pures Glück", sagte Bolat zu seinem Treffer.

Arsenal stand als Gruppensieger fest


Mit dem buchstäblichen Last-Minute-Tor garantierte er seinem Club Rang drei in der Gruppe H. Mit einer Niederlage wäre Standard raus gewesen, nicht nur aus der Champions League, sondern auch aus der Europa League. Als Gruppensieger stand bereits vor dem entscheidenden Spieltag um den Einzug ins Achtelfinale der FC Arsenal fest. Rang zwei sicherte sich Olympiakos Piräus.

Auf- und durchatmen konnten auch zwei Renommierclubs, deren Weiterkommen bis zum Finale in der Gruppe F auf der Kippe gestanden hatte. "Dies ist einer der glücklichsten Tage meiner Trainerlaufbahn", sagte Coach Josep Guardiola vom FC Barcelona nach dem 2:1 bei Dynamo Kiew. "Barça übermittelte Europa eine klare Botschaft: Der Titelverteidiger wird sich die Krone nicht so leicht abjagen lassen", meinte "El Periódico".

Barca machte Rückstand wett


Xavi Hernandez in seinem 100. Champions-League-Match und Messi mit einem sehenswerten Freistoßtor in der Schlussphase hatten den frühen 0:1-Rückstand wettgemacht. Als Gruppensieger blicken die Katalanen nun gelassen der Auslosung am 18. Dezember in Nyon entgegen. Die Sorge treibt sie aber vor dem Stadt-Derby am Samstag um: Messi ist verletzt. Er zog sich nach Vereinsangaben vom Donnerstag eine Verstauchung des rechten Knöchels bei einer Attacke von Almeida zu. "Ich habe mir den Fuß ein wenig verdreht", meinte Messi. Ob Europas Fußballer des Jahres gegen Espanyol spielen kann, ist fraglich.

Vorlagen zum 1:0 durch Samuel Eto'o und Schütze des Treffers zum 2:0-Endstand gegen Rubin Kasan: Zum Matchwinner in Mailand schwang sich Balotelli auf. Und er wurde im emotionalen Fußball-Land freilich entsprechend gefeiert. "Einer wie Balotelli hat das Zeug, ein Spiel in jedem Moment zu entscheiden. Er sollte für die Nationalelf in Betracht gezogen werden", befand Inter-Chef Massimo Moratti.

Nutznießer der brillanten Balotelli-Schau Eto'o meinte: "Mario ist noch jung, aber heute war er fantastisch, einfach perfekt." Die "La Gazetta dello Sport" schrieb sogar vom "magischen" Balotelli: "Ausgerechnet Super-Mario rettet Mourinhos Weihnachten". Von einem wackelnden Trainerstuhl wollte José Mourinho allerdings gar nichts wissen. "Bei Inter hat mir niemand vorher gesagt, dass mein Job auf dem Spiel stünde", meinte der Portugiese.

DPA / DPA

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