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Champions League: Bayern München schlägt Manchester City 2 -0

Eine halbe Stunde lang zeigte Manchester City, dass sie in dieser Saison zu den besten Teams Europas gehören. Dann übernahmen die Bayern das Kommando und gaben es bis zum Schluss nicht mehr ab. Wir sahen einen verdienten Bayern-Sieg, der aber auch aufgrund zweier ausbleibender Elfmeterentscheidungen zustande kam.

Bayern München brauchte eine halbe Stunde, um in die Partie zu kommen. In dieser Phase hatten sie Glück, dass zwei elfmeterreife Szenen nicht gegen sie gepfiffen wurden. Danach spielte das Team von Jupp Heynckes dominant und attraktiv und gewann verdient 2:0 (2:0) gegen Manchester City.

Die Erfahrung spricht für Bayern

Bayern München ging mit der Erfahrung von 251 Champions League-Spielen in die Partie, Manchester City hatte nur 4 Champions League-Spiele dagegen zu halten. Bei den beiden Trainern sieht die Bilanz allerdings ganz anders aus. Roberto Mancini hat als ehemaliger Inter-Coach 44 CL-Spiele auf dem Buckel, Jupp Heynckes nur 13 Spiele – doch der Coach der Bayern gewann damals mit Real Madrid die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball, nun aber genug der Zahlenspiele und zu den Aufstellungen der beiden Teams.

Bei den Bayern fehlte Holger Badstuber aufgrund einer Grippe. Jerome Boateng und Daniel van Buyten bildeten die Innenverteidigung. Arjen Robben saß zu Beginn zunächst nur auf der Bank, im Mittelfeld spielte Luiz Gustavo anstelle von Anatoliy Tymoshchuk. Die Gäste aus Manchester spielten mit Kolo Toure in der Innenverteidigung, dafür ging Joleon Lescott auf die Bank. Im Sturm spielte erneut Edin Dzeko von Beginn an, denn der am Wochenende gegen Everton erfolgreiche Mario Balotelli, ist für die Champions League noch gesperrt.

Bayern zu Beginn im Glück

Gleich zu Beginn hatte Jerome Boateng nach einer Grätsche gegen David Silva Glück, dass es keinen Elfmeter gab, er traf den Spanier leicht am Knöchel. Spätestens nach dreieinhalb Minuten war klar, Manuel Neuer wird heute mehr zu tun bekommen als zuletzt. Der erste Torschuss von Edin Dzeko geriet aber zu zentral, noch kein Problem für den Neu-Münchener. Die ersten Torschüsse der Bayern durch Bastian Schweinsteiger (8.) und Rafinha (10.) beschwörten noch keine Gefahr für das Tor von Joe Hart herauf.

Jerome Boateng hatte abermals Glück, das eine Aktion gegen Micah Richards nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde (24.). Die Gäste hatten nach einer halben Stunde das Mehr an Ballbesitz zu verzeichnen und die Bayern wurden im eigenen Stadion überraschend in die Defensive gedrückt. Die Bayern kamen dadurch immer wieder zu Konterchancen, die erste hochkarätige vergab Bastian Schweinsteiger nach Anspiel von Thomas Müller, doch der Nationalspieler lenkte das Leder aus sieben Metern über den Kasten von Joe Hart (35.).

...und dann kam Bayern München

Die Bayern kamen nun und nach einem Angriff über Franck Ribery nur drei Minuten später führten sie, etwas überraschend, durch den Treffer von Mario Gomez. Ribery hatte aus 17 Metern geschossen, Hart konnte nur abprallen lassen, Müller vergab die erste Nachschusschance, den erneuten Abpraller verwandelte Mario Gomez, der gedankenschnell zur Stelle war zur 1:0-Führung. In Sachen Elfmeterentscheidung hätte auch Bayern nach 43. Minuten einen solchen zugesprochen bekommen müssen, Vincent Kompany hatte Franck Ribery auflaufen lassen.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab es noch einmal Freistoß für Bayern. Aus halblinker Position brachte Toni Kroos den Ball auf den ersten Pfosten, dort köpfte Daniel Van Buyten auf das kurze Eck, Joe Hart hielt glänzend, aber der Abpraller landete erneut bei Mario Gomez, der eiskalt zum 2:0 verwandelte. Ein kurioses Spiel. Die Bayern fanden erst nach einer halben Stunde in die Begegnung. Manchester City war bis dahin feldüberlegen und hätte zwei Elfmeter zugesprochen bekommen müssen, allerdings wäre auch das Sperren von Kompany gegen Ribery durchaus einen Strafstoß wert gewesen.

Mancini wechselte sich in Defensiv-Rausch

Es waren zehn Minuten in der zweiten Hälfte gespielt, als Mancini Edin Dzeko aus dem Spiel nahm und mit Nigel de Jong einen defensiven Spieler brachte. Bayern hatte die Kontrolle nach einer halben Stunde übernommen und auch in Hälfte zwei nicht abgegeben. Mancini schien das Ergebnis halten zu wollen. Mario Gomez hatte einen anderen Plan. Er hätte nach einer Flanke von Philipp Lahm um ein Haar sein drittes Tor erzielt, doch Gomez erwischte die Hereingabe zwei Meter vor dem Tor nicht richtig (57.).

Mancini wechselte weiter auf Sicherheit, nahm Samir Nasri aus der Partie und brachte James Milner. Bayern kontrollierten Ball, Gegner und hatten die Chancen, weitere Tore zu erzielen. Schweinsteiger zwang Hart mit einem Distanzschuss zu einer guten Parade (71.). Gomez köpfte einen Kroos-Freistoß knapp am Tor vorbei (78.). Die Citizens hatten in dieser Phase Glück, dass sie nicht höher in Rückstand gerieten. Nicht nur Mancini wollte das Ergebnis dann halten, auch Jupp Heynckes war zufrieden, nahm Toni Kroos aus der Parie und brachte Anatoliy Tymoshchuk (82.).

Der Schiedsrichter, Ribery und die Kaltschäuzigkeit

Bayern München gewann verdient gegen Man City. Die Münchener waren ab der 30. Minute das bessere Team und hatten in Franck Ribery und dem kaltschnäuzigen Mario Gomez die Sieggaranten auf ihrer Seite. Dennoch kann man die zwei Elfmeter-Szenen der Anfangsphase nicht wegdiskutieren, das Spiel wäre wohl anders verlaufen, hätte Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn auf den Punkt gezeigt. 

Michel Massing

sportal.de / sportal

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