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Champions League: Das Modell Manchester City - die Zukunft des Fußballs?

Jeder weiß, dass die Besitzer von Manchester City viel Geld in den Club investiert haben. Wenige wissen, welchen Anteil die britischen Steuerzahler am Aufschwung der Citizens haben. Nur dadurch hat City überhaupt die Chance, ein profitables Unternehmen zu werden. Wir fragen uns, wo das Problem bei diesem Modell anfängt - und der bloße Neid aufhört.

Kein Artikel über Manchester City kommt ohne das Adjektiv "neureich" und das Verb "pumpen" aus. Dass die aus Abu Dhabi stammenden Besitzer des Clubs Unmengen an Geld in den Club "pumpen", soll wohl den sprachlichen Bezug zu ihren vermuteten Erdöleinnahmen herstellen.

Durch die Klagen über "die Scheichs" und ihre Rieseninvestitionen an jedem europäischen Stammtisch geht etwas unter, wie clever Mansour bin Zayed bin Sultan al Nahyan das Projekt Manchester City vorantreibt. Eine Geldvernichtungsmaschine ist der Club jedenfalls nicht - was auch daran liegt, dass der britische Steuerzahler sich faktisch an der Entwicklung Citys beteiligt hat.

Denn ein Hauptgrund dafür, dass die Investoren sich im Jahr 2008 genau für Manchester City entschieden, war das Stadion, das für die Commonwealth Games 2002 gebaut worden war - mit öffentlicher Finanzierung in Höhe von 130 Millionen Pfund durch Lotterie-Einnahmen des britischen Staates und Ausgaben der Stadtverwaltung von Manchester. Damit das neue Stadion nach dem Ende der Spiele nicht ungenutzt in der Gegend herumsteht, wurde beschlossen, die Arena für den Fußball umzubauen und an Manchester City zu vermieten.

Arsenal zahlte mehr als das Zehnfache für sein Stadion

Seit 2003 ist City Hauptnutzer des nun reinen Fußballstadions und hat sich an den Umbaukosten mit schätzungsweise 30 Millionen Pfund beteiligt. Kein schlechter Deal, wenn man bedenkt, dass Arsenals Emirates Stadium fast 400 Millionen Pfund verschlungen hat und Tottenham Hotspurs Pläne für ein neues Heim an der White Hart Lane mit ähnlichen Ausgaben veranschlagt werden.

Ein ähnlicher Deal hat sich aktuell gerade in London ereignet, wo der heutige Zweitligist West Ham United den Zuschlag bekommen hat, nach den Olympischen Spielen 2012 das Stadion in Stratford nutzen zu können. Welche gigantischen Profite das für den Club verspricht, zeigt ein Blick auf die Eigentümergeschichte von Manchester City.

Der zwischenzeitliche Drittligist hatte sich mit dem Bau der gigantischen Kippax-Stehtribüne in seinem alten Stadion Maine Road, die das vierfache des Jahresumsatzes des Clubs kostete, hoch verschuldet. Zwar gelang unter den Trainern Joe Royle und Kevin Keegan die Rückkehr in die Premier League, aber zum Preis zahlreicher teurer Transfers, die City sich eigentlich nicht leisten konnte.

Die Ära Thaksin: Ein Jahr, Geld verdoppelt

So schauten die Besitzer um den Vorsitzenden John Wardle nicht so genau hin, als der   ehemalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra 2007 ein Angebot abgab, um den Club zu kaufen. Shinawatras Bankkonten waren zwar von der damaligen Regierung Thailands eingefroren worden, und dem Politiker wurden Menschenrechtsverletzungen zur Last gelegt, aber bei City war man froh, einen Interessenten gefunden zu haben und einigte sich auf einen Kaufpreis, über den verschiedene Vermutungen kursieren.

Während die BBC das Angebot Thaksins mit 81,6 Millionen Pfund taxierte, geht der Experte für Fußballökonomie und City-Fan David Conn von einem Kaufpreis von wenig mehr als 20 Millionen aus. Sicher scheint allerdings, dass Thaksin für City, als er den Club nach nur einem Jahr an die Abu Dhabi United Group weiterverkaufte, mindestens das Doppelte der Kaufsumme erhielt. Haben sich Scheich Mansour und seine Investmentgesellschaft also über den Tisch ziehen lassen?

Davon kann nicht die Rede sein. Angesichts der übernahmefreundlichen Rechtsform der meisten englischen Clubs und der hohen Gewinne, die sich mit der internationalen Vermarktung der Premier League erzielen lassen, war die Liga schon lange ins Visier internationaler Investoren geraten. Ob Roman Abramovich in Chelsea oder Malcolm Glazer bei Manchester United, ob Randy Lerner bei Aston Villa oder die beiden Amerikaner George Gillett und Tom Hicks in Liverpool - viele Traditionsclubs waren bereits ins Ausland veräußert worden, als Abu Dhabi sich auf dem Markt umsah.

Club mit Stadion zu verkaufen

Attraktiver Kandidaten für eine Übernahme wäre neben City noch Arsenal gewesen, dessen Besitzer aber nicht verkaufen wollten und mussten (inzwischen gehört auch Arsenal mehrheitlich dem Amerikaner Stan Kroenke). Da Chelsea, Liverpool, United und Aston Villa schon vom Markt waren, blieben als große Traditionsclubs mit Potenzial vor allem Everton, Tottenham Hotspur und Manchester City, eventuell noch Newcastle United übrig. Everton und die Spurs aber spielen in ihren alten Stadien, Neu- oder Umbaupläne kommen nicht voran.

City hingegen bot den Vorteil, dass dort erstmal kaum Geld in die Stadioninfrastruktur gesteckt werden musste. Das wurde hingegen vom ersten Tag an in Spieler investiert, angefangen mit Robinho, den City im August 2008 am Tag der Übernahme sensationell für einen britischen Transferrekord von Real Madrid verpflichtete. Die schiere Finanzkraft reichte - wie früher im Fall von Chelsea - aus, um die meisten Spieler zu bekommen, die der Club haben wollte. Kakà hingegen lehnte Anfang 2009 einen Wechsel von Milan nach Manchester ab.

Beachtlich war bei allen großspurigen Ankündigungen hinsichtlich des Spielermaterials von Anfang an die Besonnenheit, mit der Citys neue Besitzer auf dem Trainermarkt agierten. Hatte Vorgänger Taksin noch Sven-Göran Eriksson gegen den Willen der Fans nach knapp elf Monaten wieder entlassen, so bekam der bei der Übernahme bereits im Amt stehende Mark Hughes viel Zeit.

Besonnenheit in der Trainerfrage

Obwohl City in der ersten Saison unter Hughes trotz großer Investitionen in die Mannschaft nur Zehnter wurde, behielt der Waliser seinen Job. Erst ein halbes Jahr später, City war weiterhin nur Achter, kostete ein 0:3 in Tottenham Hughes den Job. Nachfolger Roberto Mancini durfte dann auch noch einmal die Qualifikation für die Champions League verpassen, und obwohl es dauerte, bis der Italiener sein System und seinen Kader in ideale Übereinstimmung gebracht hatte, blieb Abu Dhabi ruhig.

Im Bereich der Infrastruktur wird derweil massiv nachgelegt. Das Stadion soll auf eine Kapazität von 60.000 Zuschauern vergrößert werden, und rings um die Arena soll für mehr als eine Milliarde Euro eine Sport- und Freizeitlandschaft entstehen, in der das neue, fünf Millionen Pfund teure Trainingszentrum nur eine kleine Fußnote ist. Der uruguayische Architekt Rafael Vinoly, der schon in Abu Dhabi für den City-Vorsitzenden Khaldoon al-Mubarak gearbeitet hat, wie der Daily Mirror berichtet, soll das Gelände entwerfen.

Insgesamt 15 Fußballfelder für das Training der Profis und der Jugendabteilung wird der sogenannte Etihad Campus umfassen, auf dem 40 Nachwuchsspieler in einem Internat wohnen könnten. Allein für die Spiele der Reserve ist ein 7.000 Fans fassendes Ministadion inmitten des Trainingsgeländes geplant.

Der Etihad-Deal

Die Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi, ohnehin schon Citys Hauptsponsor, hat sich nebenbei für zehn Jahre die Namensrechte am City of Manchester Stadium gesichert und zahlt dafür nach Einschätzung des Guardian bis zu 100 Millionen Pfund. Findet dieser Deal die Gnade der UEFA, dann wäre er ein cleverer Schritt, um die anstehenden Financial Fairplay-Richtlinien auszutricksen. Schließlich kann Abu Dhabi so viel Geld in den Club stecken, das nicht als illegaler Zuschuss zählt.

Denn bei allem Respekt für das ambitionierte Projekt Manchester City - profitabel ist es noch lange nicht. Die letzten veröffentlichten Bilanzzahlen (von 2010) weisen einen jährlichen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe aus. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie streng Michel Platini und die UEFA ihr neues Finanzregime wirklich nehmen. Schließlich kann es eigentlich nicht der Sinn des Unterfangens sein, massive nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur von Fußballclubs zu verhindern.

Wenn nicht irgendeine globale Finanzkrise urplötzlich in Abu Dhabi das Licht ausgehen lässt, dann sollte Manchester City aber auf Jahre hinaus eine große Rolle in Europas Spitzenfußball spielen.

Und bevor man sich darüber aufregt, dass die Citizens mit dem Stadiondeal einen unfairen Vorteil haben (was sie zweifellos haben), sollte man sich daran erinnern, dass auch in Deutschland ein Club, der bis dahin keiner der ganz großen gewesen war, ein öffentlich finanziertes topmodernes Stadion nutzen durfte, das größer als alle anderen in Westdeutschland war. Bis dahin hatte der Club zwei Meistertitel errungen. Seit Eröffnung des neuen Stadions kamen 20 Meisterschaften hinzu. Der Club heißt Bayern München.   

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.