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Champions League: Die Bayern schießen die Krise weg

Es dauerte 40 Minuten, bis Bayern München in Lissabon die Nerven unter Kontrolle hatte. Dann kam Franck Ribéry, traf und irgendwie war alles wieder gut. Danach lief es wie von selbst, auch wenn die Portugiesen beinahe ohnmächtig zuschauten. Jetzt darf man gespannt sein, wie es national weitergeht.

Jürgen Klinsmann kann aufatmen - dem FC Bayern München ist mit dem höchsten Sieg in der Champions League der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Der zweifache Torschütze Franck Ribéry (42./63.-Foulelfmeter), Miroslav Klose (57.) mit seinem sechsten Tor im Wettbewerb und Luca Toni (84./90.) bescherten dem deutschen Fußball-Meister am Mittwoch einen nicht für möglich gehaltenen 5:0 (1:0)-Sieg bei Sporting Lissabon, mit dem der Einzug ins Viertelfinale praktisch garantiert ist.

Das Rückspiel am 10. März gegen die Portugiesen ist damit nur noch Formsache für die Münchner, für die es am Sonntag in Bremen darum geht, auch in der Liga wieder in die Spur zu kommen. Vor 35 163 Zuschauern im Jose-Alvalade-Stadion war Sporting kaum mehr als der erhoffte Aufbaugegner für die Münchner.

Fünf Chancen, fünf Tore - die Münchner erwiesen sich in ihrem 125. Champions-League-Spiel als Meister in Sachen Effektivität und nutzten anders als zuletzt in der Bundesliga die sich bietenden Gelegenheiten eiskalt. Ein 4:0 in der europäischen Meisterklasse am 17. März 1999 beim 1. FC Kaiserslautern war bisher höchster Erfolg gewesen. Zunächst war jedoch nach den jüngsten Pleiten Sicherheit oberstes Gebot bei den Bayern gewesen. Das Team stand von der ersten Minute an kompakt und legte damit den Grundstein, um erstmals seit dem 29. November beim 2:0 in Leverkusen wieder ohne Gegentor zu bleiben.

Doch trotz allen Bemühens um Stabilität präsentierte sich die Hintermannschaft in der Anfangsphase aber noch immer leicht verunsichert. Ein von Lucio leichtfertig verschuldeter Eckball beschwor erstmals Gefahr vor dem Bayern-Tor herauf, doch Philipp Lahm verhinderte mit seiner Rettungstat auf der Linie gegen Anderson Polga (12.) den drohenden Rückstand. Erst Mitte der ersten Halbzeit spielten sich die Bayern allmählich frei, ließen aber in einer von Ballverlusten und technischen Fehlern geprägten Partie ebenso wie Sporting den Drang nach vorne vermissen. Einzig ein Schuss von Joao Moutinho (34.) aus spitzem Winkel sorgte für ein wenig Aufregung vor dem Gehäuse von Michael Rensing.

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel gelang dem deutschen Meister dann drei Minuten vor der Pause mit dem ersten Torschuss die Führung. Ribéry erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und setzte zu einem Solo an, bei dem er sich auch von dem neben ihm laufenden Toni nicht beirren ließ. Mit einer knappen Handbewegung signalisierte er dem Italiener, ihm den Vortritt zu lassen und schob das Spielgerät aus 16 Metern an Sporting-Schlussmann Tiago vorbei zum 0:1 ins Netz.

Auch im zweiten Durchgang spielten die Münchner so effektiv wie bisher noch nicht in diesem Jahr. Als die Portugiesen begannen, Tempo und Druck zu erhöhen, schlug Klinsmanns Elf eiskalt zu. Nach einer weiten Flanke von Massimo Oddo verlängerte Toni den Ball mit dem Kopf zu Klose, der mit der Hüfte zum 0:2 erfolgreich war.

Mit seinem ersten Champions-League-Doppelpack machte dann Ribéry den Bayern-Sieg perfekt. Nachdem Fabio Rochemback im Strafraum Lahm zu Fall gebracht hatte, vollstreckte der Franzose vom Elfmeterpunkt sicher und entschied die Partie vorzeitig für die Münchner, ehe Toni den Schlusspunkt setzte.

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