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CHAMPIONS LEAGUE: Gemischte Gefühle im Pott

Die beiden Champions League-Teams aus dem Ruhrgebiet haben am 5. Spieltag in der Vorrunde der »Königsklasse« unterschiedliche Leistungen gebracht.

Die beiden Champions League-Teams aus dem Ruhrgebiet haben am 5. Spieltag in der Vorrunde der »Königsklasse« unterschiedliche Leistungen gebracht. Dadurch ergeben sich für die Teams auch gänzlich unterschiedliche Konsequenzen.

BVB wieder auf Zwischenrunden-Kurs

Borussia Dortmund dankt Thomas Rosicky. Mit seinem Tor des Tages in der 34. Minute sicherte der tschechische Klasse- Fußballer dem Champions-League-Sieger von 1997 am Mittwochabend vor 41 500 Zuschauern im Westfalenstadion den eminent wichtigen 1:0 (1:0)-Heimsieg über Dynamo Kiew.

Damit kann der BVB im letzten Spiel der Gruppe B am kommenden Dienstag beim FC Liverpool aus eigener Kraft den Sprung in die lukrative nächste Runde schaffen, die dem Verein weitere 30 Millionen Mark in die Kasse spülen würde. Vollends versöhnen konnte sich der BVB mit seinen Fans trotz des Sieges nicht.

Drei Tage nach der peinlichen 0:2-Heimschlappe in der Bundesliga gegen den SC Freiburg kehrte der schmerzlich vermisste Regisseur Rosicky in das auf Bewährung spielende BVB-Team zurück - und mit dem Tschechen wieder mehr Spielkultur.

Überlegenheit trotz Fahrlässigkeit

Auch ohne die Brasilianer Marcio Amoroso (gesperrt) und Ewerthon (nicht spielberechtigt) sowie Jürgen Kohler und Miroslav Stevic (beide Muskelverletzungen) agierte Dortmunds Not-Elf deutlich überlegen, machte sich diesen Vorteil aber durch eine hohe Fehlpassquote oft selbst wieder zunichte. Zudem gingen die Borussen mit ihren Groß-Chancen fahrlässig um.

»Eine hochverdiente Führung für den BVB. Angesichts der vielen Torchancen ist das 1:0 fast zu wenig«, urteilte DFB-Teamchef Rudi Völler in der Halbzeitpause. Nach dem Wechsel musste Kiew mehr riskieren und tat dies auch. Dortmund bot sich nun mehr Raum für Konter. Den nutzten die nun vermehrt auf Sicherheit bedachten Borussen aber zu wenig.

Dortmund baute weiter ab und enttäuschte in der zweiten Halbzeit, konnte sich aber zum Glück auf seine Hintermannschaft verlassen, die die wenigen gefährlichen Aktionen der enttäuschenden Gäste sicher kontrollierte. In der Schlussminute rettete Keeper Jens Lehmann den knappen Sieg.

Schalke vorzeitig ausgeschieden

Mit einer desolaten und trostlosen Vorstellung hat sich der FC Schalke 04 vorzeitig aus der Champions League verabschiedet. Durch eine verdiente 0:2 (0:1)-Niederlage bei Panathinaikos Athen, die Emmanuel Olisadebe (31.) und Michalis Konstantinou (60.) mit ihren Toren besiegelten, verspielte der deutsche Vizemeister seine letzte Chance auf das Erreichen der Zwischenrunde in der europäischen Königsklasse.

Der Tabellenletzte der Gruppe C kann nach dem erschreckend schwachen Auftritt vor 16 500 Zuschauern nicht einmal mehr aus eigener Kraft den »Abstieg« in den UEFA-Cup schaffen. Um den dafür notwendigen dritten Platz zu erreichen, muss Schalke (3 Punkte) sein letztes Spiel gegen Arsenal London (9) gewinnen und gleichzeitig auf einen Sieg der bereits für die Zwischenrunde qualifizierten Athener (12) bei RCD Mallorca (6) hoffen.

Gut eine Woche nach dem »Donnerwetter« von Manager Rudi Assauer und dem folgenden Zwischenhoch mit Siegen auf Mallorca und gegen 1860 München verfiel Schalke in den alten Trott.

Phasenweise lethargisch

Lediglich in den ersten 20 Minuten deuteten die »Königsblauen« an, ihre letzte Chance nutzen zu wollen. Als Athens Torwart Antonis Nikopolidis nach einer knappen Viertelstunde einen Fernschuss von Marc Wilmots prallen ließ, eröffnete sich den Schalkern die einzige Möglichkeit zur Führung. Doch Ebbe Sand scheiterte im Nachschuss am dieses Mal glänzend reagierenden Nikopolidis.

Danach gab der Bundesligist die Initiative aus der Hand und verfiel phasenweise in Lethargie. Dem Schalker Spiel fehlten die Ordnung, Ideen und der unbedingte Einsatz. Da Andreas Möller als Spielgestalter so gut wie nicht in Erscheinung trat und die Spitzen Wilmots und Sand kaum in Szene gesetzt wurden, war die Offensive praktisch nicht vorhanden.

Probleme im Sturm

Zumal sich Gerald Asamoah auf der rechten Seite in einer Fülle von Zweikämpfen zerrieb und für ein absichtliches Handspiel zu allem Überfluss seine dritte Gelbe Karte im Wettbewerb kassierte. Der Nationalspieler fehlt der durch den Ausfall von Emile Mpenza und Victor Agali ohnehin geschwächten Schalker Offensiv-Abteilung im letzten Vorrundenspiel gegen Arsenal.

Die Hausherren boten zwar ebenfalls nur Magerkost, machten aus ihrer einzigen Chance in der ersten Hälfte aber gleich ein Tor. Nach dem zweiten Tor war die Luft bei den Gästen völlig heraus. Völlig chancenlos ergab sich Schalke in sein sportliches Schicksal.

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