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Champions-League: Nach dem 3:1 feiert Spanien Real Madrid

Traumhafte Pässe, technische Leckerbissen, tolle Tore: Mit einer fast perfekten Demonstration der hohen Fußball-Kunst erteilte Real Madrid Manchester United im Champions-League-Duell der Giganten eine bittere Lektion und nahm klaren Kurs auf das Halbfinale.

Traumhafte Pässe, technische Leckerbissen, tolle Tore: Mit einer fast perfekten Demonstration der hohen Fußball-Kunst erteilte Real Madrid Manchester United im Champions-League-Duell der Giganten eine bittere Lektion und nahm klaren Kurs auf das Halbfinale. "Olé, olé, olé - Real hat Manchester vorgeführt wie ein Torero den Stier in der Arena", schrieb "Marca" vor lauter Entzücken über den hochverdienten 3:1 (2:0)-Erfolg des königlichen Clubs. Das englische Boulevard-Blatt "The Sun" hingegen entlarvte die mit großen Sprüchen angetretenen ManU-Stars als "die großen Heuchler". Und: "ManU ist meilenweit davon entfernt, Europas große Sache zu werden."

Das magische Dreieck

Vor allem das "magische Dreieck" setzte im derzeit wohl weltbesten Club-Team die Akzente: Spielmacher Zinedine Zidane leitete fast alle gefährlichen Real-Angriffe und die ersten beiden Treffer ein, Luis Figo schoss per Kunstschuss das wichtige 1:0 (12.) und Raúl (28./49.) vollstreckte zwei Mal ebenso gekonnt wie eiskalt. "Raúl zerfetzt Manchester", schrieb "El País" über die Europacup-Tore 42 und 43 des Goalgetters, den nur noch sechs Treffer vom Rekord des legendären Real-Spielers Alfredo di Stefano fehlen. Angesichts der Kaltschnäuzigkeit des Gegners flüchtete sich ManU-Coach Alex Ferguson hinterher in Sarkasmus: "Ich kann nur hoffen, dass man Raúl in England die Einreise verweigert. Real kann einen verrückt machen."

Zidane ist das Gehirn der Real-Mannschaft

"Zidane und Raúl erhaben, Beckham nur hübsch", titelte "As" und brachte damit die Verhältnisse auf dem Platz auf den Punkt. Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld lobte Zidane in "Premiere" als das Gehirn der Real-Mannschaft: "Ein Genie, einfach Mega-Weltklasse." Und während die Real-Stars zauberten, blieben die Asse um David Beckham, der für Sohn Brooklyn ein Raúl-Trikot mit der Nummer 7 erwerben ließ, blass. Nur der Ehrentreffer durch Tor-Garant Ruud van Nistelrooy (52.), der bereits zum elften Mal im laufenden Wettbewerb zuschlug, sorgte für leise Kritik im Lager des Titelverteidigers. "Wir hätten mehr Tore erzielen müssen", monierte Trainer Vicente del Bosque. "Die weißen Engel ließen die roten Teufel am Leben", befand "As" daher.

Britsche Presse spottet

Dank "Ruuds Rettungsring" (Independent) darf die Ferguson-Elf, die sich erst wehrte, als es fast schon zu spät war, vom Semifinale weiter träumen. "Van Nistelrooy erlaubt einen Hoffnungsschimmer, aber Reals Klasse lässt Fergie schnauben über seinen Haufen Weichlinge", lästerte "The Daily Mail". Da zudem im Rückspiel am 22. April Paul Scholes und Gary Neville (Gelbsperren) fehlen, hängen Uniteds Chancen "am dünnen Faden", so "The Guardian". Ferguson indes hat die Hoffnung auf das Weiterkommen und die spätere Endspiel-Teilnahme im heimischen Old-Trafford-Stadion jedenfalls noch längst nicht aufgegeben. "Wenn uns gegen Real ein frühes Tor gelingt, wird der Funke gezündet sein."

AC Milan 0:0 bei Ajax Amsterdams

Im Schatten des Top-Spiels ermauerten sich die Routiniers des AC Milan mit dem 0:0 bei Ajax Amsterdams aufstrebenden Youngstern eine gute Ausgangsposition für das zweite Duell. "Die Ajax-Babys gehen vor den Abwehr-Monstern Nesta und Maldini in die Knie", frohlockte "La Gazzetta dello Sport" nach der allerdings nur in der Defensive beeindruckenden Leistung. Außer den Chancen durch Zlatan Ibrahimovic (57.) und Steven Pienaar (60.) ließ die Hintermannschaft um die Cracks Paolo Maldini und Alessandro Nesta keine Einschussmöglichkeit der Niederländer zu. Einziges Ärgernis war die Knieverletzung von Clarence Seedorf, der wohl länger pausieren muss. Dennoch glaubt Coach Carlo Ancelotti: "Das Ergebnis ist positiv und sollte reichen."

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