HOME

Champions League: Werder-Wahnsinn gegen Ballack-Club

Mit einer hochklassigen Leistung hat Werder Bremen im eigenen Stadion den Titelfavoriten Chelsea London mit 1:0 bezwungen. Jetzt reicht ein Punkt im "Endspiel" in Barcelona für den Achtelfinal-Einzug in der Königsklasse.

Werder Bremen ist dem Achtelfinale der Champions League ein großes Stück näher gekommen. Nach einer großartigen Energieleistung feierte der deutsche Vizemeister am Mittwoch im Prestigeduell gegen den haushohen Favoriten FC Chelsea einen hochverdienten 1:0 (1:0)-Sieg. Durch den dritten Erfolg hintereinander verteidigten die Bremer ihre glänzenden Ausgangsposition auf den Einzug in die Runde der letzten 16 und festigten den zweiten Platz in der Gruppe A hinter dem Londoner Starensemble. Damit kommt es am letzten Vorrunden-Spieltag zum "Finale" beim Titelverteidiger FC Barcelona. Den Bremern genügt dabei ein Remis, um die Sensation zu schaffen und in der Königsklasse zu bleiben.

"Wir haben uns wahnsinnig hohe Ziele gesetzt. Jetzt fehlt nur noch das i-Tüpfelchen. Großes Kompliment an die Mannschaft, große Klasse", lobte Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Wir haben nicht viel zugelassen." Geburtstagskind Torsten Frings, der 30 Jahre alt wurde, war ebenfalls rundum zufrieden: "Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben Chelsea sofort unter Druck gesetzt. Der Sieg ist verdient. Wir waren immer überzeugt, das Spiel zu gewinnen."

Mertesacker ist Held des Abends

Mit seinem ersten Europapokal-Tor sorgte Per Mertesacker (27.) nach einem Eckball von Frings per Kopf für die Entscheidung. Chelseas beste Möglichkeit vergab der ansonsten unauffällige Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack, der in der 33. Minute aus kurzer Entfernung an Werder-Schlussmann Tim Wiese scheiterte. Der Ex-Münchener wurde nach mäßiger Leistung nach 77 Minuten angeschlagen ausgewechselt.

Doch um den Traum vom Achtelfinale zu realisieren, benötigen die Bremer einen weiteren Kraftakt. Ausgerechnet beim Titelverteidiger in Barcelona müssen sie wenigstens einen Punkt holen. Der spanische Meister rangiert nach dem 2:0-Erfolg bei Levski Sofia mit acht Punkten hinter Chelsea (10 Punkte) und Werder (10). Die Londoner sind trotz der knappen Niederlage bereits für das Achtelfinale qualifiziert, da sie das Hinspiel gegen die Bremer mit 2:0 gewannen und damit das direkte Duell für sich entschieden haben.

Bremen zeigte sich unbeeindruckt

Vor 37 500 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion zeigten sich die Bremer von Beginn an unbeeindruckt von den großen Namen in der Multimillionen-Truppe des Russen Roman Abramowitsch. Angetrieben von Frings, und Regisseur Diego bemühte sich der Bundesliga-Zweite, ständig Druck zu machen. Die Deckung um Mertesacker und Naldo hatten Didier Drogba, Joe Cole und John Obi Mikel sicher im Griff.

Im Angriff wurde der Portugiese Hugo Almeida, der von Schaaf den Vorzug gegenüber dem ausgelaugten Aaron Hunt erhalten hatte, mehrmals geschickt in Szene gesetzt und war effektiver als sein glückloser Sturmpartner Miroslav Klose. Almeida hatte auch gleich zwei gute Chancen (10./17.). Zwischendurch prüfte Diego (14.) Chelseas Ersatzkeeper Carlo Cudicini mit einem 20-Meter- Schuss.

Chelsea zeigte viel zu wenig

In der ersten halben Stunde blitzte nur wenige Mal das Können der Londoner Weltauswahl auf. So gingen die Bremer verdient durch den Treffer von Mertesacker in Führung. Erst danach wachte Chelsea auf und kam durch Ballack zu ihrer größten Möglichkeit.

Nach dem Wechsel kontrollierten die Bremer wieder das Spiel, ohne allerdings noch zu aussichtsreichen Chancen zu kommen. Chelseas Trainer Jose Mourinho reagierte und brachte nach einer Stunde in Arjen Robben und Andrej Schewtschenko zwei weitere Offensivkräfte. Der Ukrainer verpasste mit einem Freistoß aus 25 Metern den Ausgleich. Erneut hatte Wiese hervorragend reagiert (70.). Die Bremer überstanden die Schlussoffensive der Gäste dank ihrer Kampfkraft und ihres Einsatzwillens unbeschadet.

1:0 Mertesacker (27.)
Werder Bremen: Wiese - C. Fritz, Mertesacker, Naldo, Womé - Borowski, Frings, D. Jensen (79. Hunt), Diego - Klose (90+2. Klasnic), Hugo Almeida (87. C. Schulz) FC Chelsea: Cudicini - Boulahrouz, Terry, Ashley Cole - Geremi, Makelele, Essien, Mikel (59. Robben), Ballack (77. Wright-Phillips), J. Cole - Drogba (59. Shevchenko)

Schiedsrichter:

Lubos Michel (Slowakei)

Zuschauer:

36908

Gelbe Karten:

Borowski (77.), Terry (79.)

Michael Rossmann/DPA / DPA

Wissenscommunity