HOME

Eine Liebeserklärung an CR7: Cristiano Ronaldo arrogant? Er ist ja auch der Geilste!

Cristiano Ronaldo muss oft als Hass-Projektionsfläche herhalten. Schließlich gilt er als arroganter Gockel - allen gegenteiligen Bekundungunen aus seinem Umfeld zum Trotz. Höchste Zeit für eine Lobschrift auf den besten Fußballer der Welt.

Cristiano Ronaldo von Real Madrid beim Torjubel

Cristiano Ronaldo in seiner gewohnten Jubel-Pose - die ihm nicht nur Bewunderer beschert

Cristiano Ronaldo polarisiert - und das nicht zu gleichen Teilen. Der Superstar von Real Madrid wird deutlich mehr gehasst als geliebt. Arrogant, selbstdarstellerisch, eine Diva - die Liste der Vorwürfe ist lang. Aber woher kommt der Groll gegen den Mann, der den VfL Wolfsburg gestern im Alleingang aus der Champions League geballert hat? Man könnte meinen: Er ist erfolgreich und Erfolg bringt Neider auf den Plan. Doch das wäre zu einfach. Sein etwas kürzerer Gegenpart Lionel Messi vom FC Barcelona - trotz Erfolg von allen geliebt - ist der lebende Beweis, dass diese Regel nicht (immer) gilt.

Der weitverbreitete Hass auf Ronaldo hat wenig mit seinen Fähigkeiten zu tun. Vielmehr geht es um das, was Leute mit ihm verbinden - um das (falsche) Bild, das sie von ihm haben. Seine perfekt sitzende Frisur. Der durchtrainierte Körper, den er nicht müde wird, entsprechend in Szene zu setzen. Die leicht gockelhafte Art zu jubeln. Und nicht zuletzt der breitbeinige Stand vor jedem Freistoß, der stets suggeriert, irgendetwas bräuchte da mächtig Platz in der Hose. All das - und noch so einiges mehr - wird ihm zur Last gelegt. Viele Fußballfans sehen darin Überheblichkeit.

Portugals Superstar: Warum Cristiano Ronaldo als Kind gehänselt wurde


Kollegen von Cristiano Ronaldo berichten nur Gutes

Seine (ehemaligen) Teamkollegen hingegen - die, die täglich mit ihm auf dem Platz stehen und standen - haben oft nur Gutes von "CR7" zu berichten. Er sei "keine Diva, sondern ein toller Kollege" und habe gar keine "Starallüren", ließ sich Ex-Madrilene und Nun-Münchener Xavi Alonso einst zitieren. Auch Weltmeister Sami Khedira lobte den Superstar in den höchsten Tönen: "Er tut jeden Tag etwas für seine Fitness und übt immer wieder die Dinge, die er bereits perfekt beherrscht." Entgegen dem Bild in der Öffentlichkeit gehe Ronaldo während der Saison nie feiern oder trinke Alkohol und sei ein sehr kollegialer Typ. "Er war einer der ersten Spieler, der mir Hilfe angeboten hat." Ex-Teamkollege Mesut Özil berichtete ebenfalls vom "netten Kerl" Ronaldo, der hart für den Erfolg arbeite. Er sei so ehrgeizig, dass er "jedes Trainingsspiel gewinnen" wolle.

Glaubt man also den Mitspielern, die Ronaldo wirklich kennen, ist er ein wesentlich sympathischerer Typ, als es oft dargestellt wird. Davon zeugen auch Geschichten, dass er die Gehirn-Operation für ein krankes Kleinkind bezahlt habe oder die zahlreichen Besuche in Kinderkrankenstationen. Hier würden ihm Kritiker zwar wieder eitle Selbstinszenierung vorwerfen, doch zum einen hängt er solche Aktionen selten an die große Glocke und zum anderen: Selbst wenn das seine Motivation wäre, würde das die Taten wirklich schlechter machen?

Wer der Beste ist, darf sich auch so aufführen

Beurteilt man Ronaldo nach seiner Kernkompetenz, so werden auch die schlimmsten Hater eingestehen müssen: Er ist ein unfassbar guter Fußballer. In der spanischen Liga hat er in 232 Spielen 255 Treffer erzielt - eine Quote von 1,1 Toren pro Partie. Gerd Müller lässt grüßen. In seiner gesamten Karriere hat er mehr Torbeteiligungen als Einsätze. Er wurde drei Mal Weltfußballer, gewann zwei Mal die Champions League und trifft in letztgenanntem Wettbewerb, wie er will. Ronaldos Treffer entscheiden auch nicht selten den Clásico gegen Barcelona. Läuft es bei Real mal nicht, entscheidet er Spiele im Alleingang - wie just gegen Wolfsburg. In der ewigen Debatte, ob denn nun er (!) oder Messi der aktuell beste Fußballer der Welt ist, punktet Ronaldo neben allem, was der kleine Argentinier auch kann, mit einer sagenhaften Kopfballstärke. Und damit ist kaum das Einnicken einer Paradeflanke im Fünfer gemeint. Ronaldos Kopfbälle sind Geschosse, die nicht selten aus 12, 13 Metern den Weg in den Winkel finden. 

Wer Fußball spielt wie Ronaldo, der darf ein bisschen dick auftragen. Sonst schreien auch alle immer nach Typen, nach polarisierenden Charakteren im so glattgebügelten Profifußball. Mit Ronaldo haben sie so einen Typen. Vielleicht wirkt er arrogant, vielleicht selbstverliebt, vielleicht sogar wie eine Diva. Na und? Zu all dem hat er auch alles Recht der Welt. Schließlich ist er einfach der Geilste. 

Champions League: Ronaldos irre Grimassen gegen Wolfsburg
Ronaldo jubelt nach seinem ersten Tor gegen Wolfsburg

Nach seinem ersten Tor brüllt Ronaldo martialisch wie ein Löwe, aber noch recht gewöhnlich

Wissenscommunity