Damen-Fußball-EM Halbfinale in greifbarer Nähe


Weltfußballerin Birgit Prinz machte ihrem Titel alle Ehre und führte die Mädels der deutschen Nationalelf souverän auf Halbfinal-Kurs bei der Fußball-EM. Als wäre das nicht genug, holte sie auch noch neuen Rekord.

Die deutsche Spielführerin legte mit ihrem Rekord-Länderspieltor in der 11. Minute im zweiten Gruppenspiel in Preston den Grundstein für den ungefährdeten 4:0 (2:0)-Erfolg gegen Italien. Conny Pohlers, Steffi Jones und Anja Mittag erzielten vor 1497 Zuschauern im Deepdale-Stadion die weiteren Treffer für die Mannschaft von Tina Theune-Meyer.

DFB-Elf im Glück

"Ich bin froh, dass wir schon vor dem abschließenden Spiel gegen die Französinnen im Halbfinale stehen. Trotzdem wollen wir sie am Sonntag schlagen, um die Vorrunde ohne Punktverlust zu überstehen", sagte die Cheftrainerin. Die Qualifikation der DFB-Elf stand endgültig erst nach dem anschließenden 1:1 zwischen Norwegen und Frankreich in Warrington fest. Deutschland ist vor dem letzten Spieltag der Gruppe B mit 6 Punkten Tabellenführer vor Frankreich, Norwegen und den Italienerinnen, die nach der Partie gegen Norwegen am Sonntag in jedem Fall die Heimreise antreten müssen.

Der fünfmalige Europameister Deutschland trat nach dem 1:0 zum EM- Auftakt gegen Norwegen mit zwei personellen Veränderungen an. Spielführerin Prinz rückte nach überstandener Oberschenkelverletzung für Inka Grings in den Angriff. Zudem ersetzte Britta Carlson ihre Potsdamer Clubkollegin Navina Omilade. Die Rückkehr von Prinz zahlte sich schon nach elf Minuten aus. Die 27-Jährige brachte die deutsche Elf nach einem schönen Hacken-Zuspiel von Mittag früh in Führung und damit Ruhe ins deutsche Spiel.

Klare Verhältnisse und Rekordtor

Durch ihr 84. Länderspieltor im 135. Einsatz löschte Prinz zudem den Rekord von Heidi Mohr (83) aus den DFB-Geschichtsbüchern. «Ich freue mich natürlich darüber. Aber für die Mannschaft war es einfach wichtig, dass wir früh in Führung gehen», sagte Prinz. Pohlers, die schon gegen Norwegen das Siegtor geschossen hatte, sorgte mit ihrem zweiten Turniertreffer bereits nach 18 Minuten für klare Verhältnisse.

Allerdings hatte die DFB-Elf auch Pech, dass Kerstin Stegemann mit Verdacht auf Innenbandriss im Knie vom Feld musste. Für sie kam kurz nach dem 2:0 Stürmerin Inka Grings. Kerstin Garefrekes rückte nach hinten auf die rechte Abwehrseite. Dem flüssigen und effektiven Spiel der Weltmeisterinnen tat dies aber keinen Abbruch. Pohlers und Mittag hätten die Führung bis zur Pause weiter ausbauen können.

Hier brennt nichts an

Die sehr defensiv ausgerichteten Südeuropäerinnen fielen auch nach dem Wechsel mehr durch überflüssige Härte als durch flüssige Kombinationen auf. Nach dem 3:0 von Jones, die einen Schuss von Carlson an Italiens Torfrau Carla Brunozzi vorbei ins Tor lenkte, war die Partie endgültig entschieden. Die deutsche Torhüterin Silke Rottenberg verlebte einen weitgehend ruhigen Abend, war in wichtigen Situationen aber stets zur Stelle. Einen Schuss von Sara Di Filippo (60.) ins kurze Eck parierte die Duisburger reaktionsschnell. In der Schlussphase spielte das stark formverbesserte DFB-Team seine ganze Routine aus und ließ nichts mehr anbrennen. Der verwandelte Strafstoß von Mittag, die zunächst den Pfosten traf, war nur Zugabe.

Ulli Brünger/DPA DPA

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