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Bundesliga im stern-Check Der BVB steckt in der Terzić-Falle und ist selbst schuld daran

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Sportdirektor Michael Zorc
Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Sportdirektor Michael Zorc
© Kirchner/Neundorf / Picture Alliance
Borussia Dortmund bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück und hat schon wieder eine Trainerdiskussion am Hals. Bei Eintracht Frankfurt ist die Stimmung hingegen bestens, und Mainz schöpft wieder Hoffnung.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 21. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Im Spiel der Dortmunder gab es gleich zwei Aufreger, obwohl der Ausgang des Spiels mit 2:2 weniger aufregend war, außer vielleicht für wütende BVB-Fans. Schließlich führte ihre Mannschaft zunächst und lief am Ende einem Rückstand hinterher, den sie gerade noch ausglich. Die Krise will einfach kein Ende nehmen, weiter unten dazu mehr. Kommen wir zu den Aufregern: Erst moserten die Dortmunder und insbesondere Haaland, dass Schiedsrichter Dankert ein Foul von Vogt an dem Norweger nicht ahndete, dabei hatte Dankert nur auf Vorteil entschieden, weil der ballführende Bellingham gute Chancen auf einen Torabschluss hatte. Dass dieser schließlich vom Hoffenheimer Posch vereitelt wurde, war Pech für den BVB. Später regte sich Posch wiederrum über Haaland auf, weil der frecherweise den Ausgleich erzielte, obwohl sich der Hoffenheimer Dabbur zuvor schon eine ganze Weile verletzt am Boden gewälzt hatte. Also schubste Posch ganz aufgebracht Haaland, es folgte eine Rudelbildung. Dabei waren die Gäste aus dem Kraichgau selbst schuld, sie hätten einfach den Ball ins Aus befördern sollen, statt weiterzuspielen. So ist es im Fußball nun mal, Aufregung ist oft ein Selbstzweck. Ohne macht’s ja auch keinen Spaß.

Dies Tor sollten sie (nochmal) sehen

Schön war das Tor von Robert Glatzel durchaus, aber vor allem war es wichtig. Der Mainzer Mittelstürmer verwandelte einen präzisen Pass von Niakhaté, indem er den Ball mit der Schuhsohle am Leverkusener Keeper Lomb vorbei ins Tor drückte. Es war der Anschlusstreffer zum 1:2 in der 89. Minute. Drei Minuten später gelang Stöger der Ausgleich. Sein Treffer war die Folge einer verpatzen Fußabwehr des Leverkuseners Bender. Eine Mannschaft, die als Tabellenvorletzter einen Zwei-Tore-Rückstand gegen ein Spitzenteam wie Leverkusen ausgleicht, darf man nicht abschreiben. Mainz lebt noch.

Gewinner des Spieltages

Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft der Stunde. Während andere Champions-League-Anwärter wie Bayer Leverkusen oder Borussia Dortmund oft blutleere Auftritte hinlegen, marschiert die SGE und steht nach dem souveränen 2:0-Sieg gegen Köln auf dem dritten Tabellenplatz. Die beeindruckende Bilanz: Von den letzten zehn Bundesliga-Spielen gewann die Eintracht acht. Das nennt man einen Lauf. Jetzt träumen sie in Frankfurt von der Königsklasse. Sie haben allen Grund dazu.  

Verlierer des Spieltages

Borussia Dortmund ist im Moment das beliebteste Diskussionsobjekt in den Fußball-Talkrunden des Landes. Als die Verantwortlichen Lucien Favre feuerten, stand der BVB auf dem 5. Tabellenplatz. Das war Mitte Dezember des vergangenen Jahres. Unter Nachfolger Edin Terzić steht Dortmund aktuell auf dem 6. Tabellenplatz. Nichts ist besser geworden, dafür vieles schlechter. Führungsspieler wie Marco Reus sind außer Form, auch andere zeigen längst nicht die Leistung, die man von ihnen erwarten kann. Ersatzkeeper Marvin Hitz patzte gegen Hoffenheim erneut, mit Stammkeeper Roman Bürki ist man aber auch nicht zufrieden. Die Mannschaft wirkt zum Teil verunsichert und kassiert zu leicht Tore, oft nach Standardsituationen. Viele meinen, die Mannschaft sei mittlerweile ein untrainierbarer Sauhaufen, andere halten sie trotz ihrer vielen Talente für überschätzt. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Tatsache ist, dass der junge und unerfahrene Terzić das Team nicht in den Griff bekommt und mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie Vorgänger Favre. Dadurch rücken automatisch die Verantwortlichen in den Fokus. Offenbar haben Manager Zorc und Geschäftsführer Watzke die Situation falsch eingeschätzt, als sie Favre feuerten. Der Schweizer hat immer wieder vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Wie man jetzt sieht, war es nicht nur Selbstschutz, sondern hatte seine Berechtigung.

Der BVB droht die Champions-League-Teilnahme zu verspielen, was ein herber Rückschlag wäre. Was also tun? Den neuen Trainer schon wieder feuern und auf eine weitere Zwischenlösung setzen? Aber wer übernimmt diesen Job, wenn im Sommer doch mutmaßlich Gladbachs Marco Rose kommen soll? Oder kommt der gar nicht? Oder das Risiko eingehen und die Saison mit Terzić zu Ende spielen? Die Dortmunder befinden sich in einer vertrackten Situation, die die Bosse selbst zu verantworten haben. Sie haben den Verein in diese Situation manövriert.

Bild des Spieltages

Sami Khedira kehrte in seinem zweiten Spiel für Hertha an den Ort zurück, wo vor über 14 Jahren Jahren seine große Karriere begann: zum VfB Stuttgart, mit dem er 2007 Deutscher Meister geworden war. In der 58. Minute wurde Khedira eingewechselt und legt das Tor zum 1:1-Ausgleich durch den jungen Luca Netz auf. Das beweist, dass der 33-Jährige noch wichtig für die Berliner werden kann.
Sami Khedira kehrte in seinem zweiten Spiel für Hertha an den Ort zurück, wo vor über 14 Jahren Jahren seine große Karriere begann: zum VfB Stuttgart, mit dem er 2007 Deutscher Meister geworden war. In der 58. Minute wurde Khedira eingewechselt und legt das Tor zum 1:1-Ausgleich durch den jungen Luca Netz auf. Das beweist, dass der 33-Jährige noch wichtig für die Berliner werden kann.
© Ralph Orlowski / AFP

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