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"Nadelstich-Taktik": Der Preis für den hinterhältigsten Fußballer geht nach Argentinien

Im Fußball spricht man gern vom Nadelstiche-Setzen. Ein argentinischer Spieler hat das wohl zu wörtlich genommen und seinen Gegenspieler tatsächlich mit Nadeln drangsaliert. Blöd nur, dass er die Geschichte voller stolz im Radio erzählt hat.

Ein Fußballer aus Argentinien mit einer Nadel in der Hand – blöd nur, dass er gerade spielt.

Im kommerziellen Leistungssport geht es allein ums Gewinnen. Je öfter man gewinnt, desto erfolgreicher ist man und umso mehr Geld springt am Ende heraus. Das ist ein ganz einfacher kausaler Zusammenhang. Die moralische Frage ist dennoch, wie weit man gehen würde, um den anderen zu besiegen.

Vor allem im Fußball gibt es genügend Beispiele für Provokationen und fiese Tricks, die mehr als nur moralische Grenzen überschreiten, um den Gegner aus der Bahn zu bringen. Sie sind schlichtweg gemein. Dazu gehört auch die Aktion von Jermaine Jones vor mehr als sechs Jahren gegen Marco Reus.

Jones spielte damals für Schalke und traf mit seiner Mannschaft im DFB-Pokalspiel auf Mönchengladbach. Er wusste, dass sein Team Marco Reus ausschalten musste, um Gladbach zu schlagen. Der heutige Dortmunder spielte damals noch für die andere Borussia. Jones versuchte es auch, den Techniker abzumelden – allerdings nicht mit fairen Mitteln. Er lief Reus so lange hinterher, bis er endlich dessen angeschlagenen linken Fuß fand, um draufzutreten. Gladbachs Topspieler hatte zu diesem Zeitpunkt noch immer mit seinem gebrochenen Zeh zu kämpfen und spielte nur mit einer extra angefertigten Schiene. Das wusste Jones und trat zu. Reus dankte es ihm mit zwei Toren und er wurde nachträglich für acht Spiele gesperrt.

In Argentinien wird Nadelstiche-Setzen etwas zu wörtlich genommen

Kaum zu glauben, aber ein argentinischer Fußballer hat es geschafft, diese dreiste, unsportliche Aktion noch einmal zu übertreffen. Federico Allende heißt er und spielt beim unterklassigen Verein Sport Pacifico, wobei "spielte" die wohl passendere Formulierung ist. Pacifico hat den Verteidiger mittlerweile wieder entlassen. Der Grund war eine selten dämliche Beichte im Radio. Rein sportlich gab es dazu eigentlich keinen Grund. Unter anderem dank Allende schlug der Sechstligist den Erstligisten Estudiantes im argentinischen Cup mit 3:2.

Der Verteidiger schaffte es während der gesamten Spielzeit, den besten Stürmer, Juan Otero von Estudiantes, über weite Strecken ruhigzustellen. Mit fairen Mitteln gelang ihm das allerdings aber nicht: "Wir wussten, dass wir unfair gegen sie spielen mussten", so Allende. Also hatte er sich etwas Besonderes für seinen Gegenspieler einfallen lassen. "Ich hatte zwei Nadeln, eine im Schienbeinschoner und eine in der Hand", gestand er stolz. Mit diesen Nadeln habe er Otero gepiesackt. "Der arme Typ hat mich vermutlich gehasst. Aber manchmal muss man einfach dreckig spielen."

Hat das Geständnis Konsequenzen?

Dem Schiedsrichter sei das unsportliche Verhalten in den 90 Minuten nicht aufgefallen. Jetzt forderte er allerdings eine Bestrafung für Allende: "In unserem Fußball darf es keine Spieler geben, die so etwas machen." Als ob Pacífico-Vereinspräsident Héctor Moncada sich die Worte des ersten Offiziellen zu Herzen genommen hätte, gab er sofort eine öffentliche Erklärung ab: "Wir sind schockiert. Diese Aktion stellt die große Errungenschaft unserer Mannschaft in ein schlechtes Licht. Ich werde ihn aus dem Verein werfen", sagte er am Mittwoch Radio Late. 

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