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Deutscher Fußball: Jetzt muss Löw liefern

Bayern und Dortmund stehen im Champions-League-Finale. Beide Teams sind gespickt mit Nationalspielern. Der Bundestrainer kann sich freuen – aber er muss jetzt vor allem liefern.

Ein Kommentar von Klaus Bellstedt

Es ist also vollbracht: Mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern stehen sich erstmals in der Geschichte der Champions League zwei deutsche Mannschaften im Finale gegenüber. Wer hätte das zu Beginn der Saison gedacht?! Den Münchnern war der erneute Durchmarsch, gerade auch vor dem Hintergrund des verloren gegangenen Endspiels im eigenen Stadion 2012 gegen Chelsea, durchaus zuzutrauen. Der Stachel saß tief. Auch eine Mischung aus Wut und Enttäuschung hat den Deutschen Meister nach Wembley getrieben. Dass sich der BVB für London qualifizieren konnte, ist schon überraschend - wenn auch keine Sensation. Denn qualitativ ist auch die erste Elf von Trainer Jürgen Klopp längst auf Augenhöhe mit vermeintlichen Big Playern wie Manchester United, Juventus Turin oder Real Madrid. Die beiden erstgenannten Teams ließ man schon in der Gruppenphase hinter sich. Oh, du wunderbarer deutscher Fußball!

Gerüst aus Nationalspielern

Das Gerüst der Mannschaften von Jürgen Klopp und Jupp Heynckes, den beiden Architekten dieser Teams, bilden jeweils deutsche Nationalspieler. Von Mats Hummels über Mario Götze und Marco Reus auf Dortmunder Seite bis zu Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller bei den Bayern: Allein diese sieben Spieler gehören zum Stammpersonal von Joachim Löw. Andere wie Sven Bender und Marcel Schmelzer oder auch Toni Kroos, Jerome Boateng und Mario Gomez sind ebenfalls seit Jahren im elitären DFB-Kreis dabei. Die Trainer Klopp und Heynckes sind es, die diese Spieler in der täglichen Arbeit bei den Clubs formen und fördern, die sie auf ihrem Niveau halten und hier und da auch besser machen. Wobei: Viel besser geht es bei den meisten der Aufgezählten nicht. Und genau an dieser Stelle kommt der Bundestrainer ins Spiel. Dass sich zwei deutsche Teams für das Finale des bedeutendsten Clubwettbewerbs auf der europäischen Fußballbühne qualifizieren konnten, ist mehr als nur eine Message für Joachim Löw. Es ist ein Auftrag.

Rosige WM-Aussichten

Nie zuvor in seiner Amtszeit waren die Aussichten auf einen Titelgewinn mit der Nationalmannschaft so rosig wie jetzt - weil das Material, das Löw zur Verfügung steht, so exzellent ist. Ja, auch bei der EM, die für Deutschland so abrupt und enttäuschend zu Ende ging, waren diese Spieler schon dabei. Aber gerade die jungen Wilden aus Dortmund haben in ihrer Entwicklung längst den nächsten Schritt gemacht. Und auch Schweinsteiger und Lahm haben in dieser Champions-League-Saison bewiesen, dass sie sich immer noch steigern können.

Wer gewinnt das Champions-League-Finale?

Joachim Löw muss die Gunst dieses fußballerisch so paradiesischen Augenblicks nutzen. Im Hinblick auf die WM im nächsten Jahr muss er die Form seiner Leute behutsam konservieren und - anders als noch bei der Europameisterschaft – im Ernstfall vor allem an den richtigen Stellschrauben drehen. Dann kann es in Brasilien eigentlich nur einen Weltmeister geben: Deutschland.

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