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DFB-Pokal - München schlägt Kaiserslautern: So uneinig waren sich die Bayern selten

Bayern München steht im DFB-Pokalfinale - so weit, so vorhersehbar. Die Spieler waren mit ihrem soliden Spiel zufrieden. Sportvorstand Matthias Sammer nicht, er klagte: "Wir brennen nicht."

Man könnte sagen, jede Klage nach einem 5:1-Sieg im DFB-Pokal sei überflüssig und nicht nachvollziehbar. Das Ergebnis ist schließlich eindeutig. Bayern München hat den Zweitligisten 1.FC Kaiserslautern souverän geschlagen und steht im Finale des DFB-Pokals. Die Triple-Verteidigung ist weiter möglich, alles gut also - eigentlich.

Glückliche Spieler, unzufriedener Manager

In der Bewertung des Spiels tat sich bei den Beteiligten dann allerdings ein Unterschied auf, der größer kaum sein könnte. Das lag vor allem an der Art und Weise, wie es zu dem klaren Ergebnis kam. In der Anfangsphase lief bei den Münchnern nicht viel zusammen. Das wichtige 1:0 von Bastian Schweinsteiger fiel nach einer Ecke. Das 3:0 entstand durch einen Elfmeter, der durchaus schmeichelhaft war.

Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer war überhaupt nicht begeistert von seinem Team. "Ich habe das Gefühl, wir brennen nicht", sagte Sammer im Interview bei Sky. Er habe das Gefühl, die Mannschaft habe "die Gruppendynamik verloren". Alle würden "zu lieb, zu kuschelig" miteinander umgehen.

Kleiner oder großer Schritt?

Den Spielern merkte man dagegen an, dass sie einfach glücklich waren, nach der peinlichen Niederlage gegen Dortmund wieder in die Spur gefunden zu haben. Toni Kroos meinte: "Unsere beiden Führungstreffer haben uns gut getan. Bis dahin waren wir noch nicht so drin, haben uns keine Chancen herausgespielt und nicht so flüssig gespielt. Danach waren wir ein Stück weit freier und haben besser gespielt. Ich freue mich auf das Finale." Auch Franck Ribéry zog ein positives Fazit: "Es ist wichtig, dass wir nach dem 0:3 gegen Dortmund am Samstag gut reagiert haben."

War das Spiel denn nun eine gute Reaktion? Oder doch ein Beweis, dass die Bayern ihre Gruppendynamik verloren haben? Bayern-Coach Pep Guardiola schien am ehesten an der unaufgeregten Wahrheitsfindung interessiert zu sein. Er sagte nach Spielschluss zunächst: "Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht bezüglich Teamspirit und dem Helfen untereinander." Der Coach gab dann aber offen und ehrlich zu, "Ich weiß aber nicht, ob es ein großer oder ein kleiner Schritt war." Das klang ein bisschen wie: Hauptsache wir sind im Finale - was das Spiel wert ist, werden wir ohnehin erst in den Duellen mit Real Madrid oder im Pokalfinale gegen Dortmund sehen.

feh

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