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DFB-Pokal: Eklat auf Schalke: Fans beleidigen Hertha-Star rassistisch

Hertha BSC Berlin hat im DFB-Pokal bei Schalke 04 nicht nur das Spiel verloren, sondern Jordan Torunarigha durch eine Rote Karte. Der Spieler war vorher offenbar von Fans rassistisch beleidigt worden.

DFB-Pokal auf Schalke: Rot für Hertha-Star Jordan Torunarigha

Schiedsrichter Harm Osmers (3. v. l) zeigt Jordan Torunarigha (l.) von Hertha BSC die Rote Karte. Am Spielfeldrand steht Schalkes Trainer David Wagner (2. v. r).

Herthas Abwehrspieler Jordan Torunarigha ist beim Pokal-Aus der Berliner am Dienstagabend beim FC Schalke 04 Trainer Jürgen Klinsmann zufolge von Zuschauern rassistisch beleidigt worden. "Mehrfach" sei es dazu gekommen, sagte Klinsmann nach der 2:3-Niederlage seines Clubs nach Verlängerung beim TV-Sender Sky. Das geht gar nicht." Hertha-Kapitän Niklas Stark ergänzte, die Rufe von den Rängen seien "unmenschlich und in jeglicher Form abstoßend".

Torunarigha hatte in der Verlängerung nach einem unglücklichen Zusammenstoß mit Schalke-Trainer David Wagner die Gelb-Rote Karte gesehen (101.). Er hatte dabei eine Getränkekiste beim Aufstehen auf den Boden gefeuert. Wagner, der den Hertha-Profi kurz festgehalten hatte, sah nach der Szene von Schiedsrichter Harm Osmers die Rote Karte. Verwarnt worden war Torunarigha in der 85. Minute für ein Foul.

Hertha-Kapitän Niklas Stark: "Das geht gar nicht"

Herthas Kapitän Niklas Stark hat sich nach den Vorfällen für ein Signal des deutschen Fußballs ausgesprochen. Sein Teamkollege Jordan Torunarigha war beim Pokal-Aus der Berliner am Dienstagabend nach Angaben von Trainer Jürgen Klinsmann von Zuschauern rassistisch beleidigt worden.

"Wenn ich mich da auch nur ein bisschen hineinversetze, kommt mir schon alles hoch und ihn trifft es noch viel mehr", sagte Nationalspieler Stark auf der Internetseite von Hertha BSC. "Sowas geht gar nicht, das würde zumindest auch teilweise erklären, was da noch passiert ist. Da müssen wir als Mannschaft, als Verein, eigentlich die ganze Bundesliga hinter ihm stehen! Man muss sich ganz klar davon distanzieren, das ist kein Verhalten."

Klinsmann wohl derzeit ohne gültige Trainer-Lizenz

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider entschuldigte sich bei Torunarigha und fand deutliche Worte: "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", sagte Schneider und kündigte an: "Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen." Schalkes Torschütze Benito Raman berichtete hinterher, dass Torunarigha auf dem Platz geweint habe und aufhören wollte: "Ich habe ihm Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll."

tim mit DPA

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