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DFB-Pokal: Werder feiert Erfolg - Hannover und Hertha fliegen raus

Beim Debüt des neuen Trainers Viktor Skripnik hat Bremen souverän gegen den Drittligisten Chemnitz gewonnen. Hannover scheiterte hingegen an Aalen und Hertha blamierte sich gegen Bielefeld.

Torschütze mit Turban: Werders Franco di Santo feiert seinen Treffer zum 2:0 gegen Chemnitz

Torschütze mit Turban: Werders Franco di Santo feiert seinen Treffer zum 2:0 gegen Chemnitz

Chemnitz - Bremen 0:2

Der krisengeschüttelte SV Werder Bremen hat mit dem erstmaligen Einzug in das DFB-Pokal-Achtelfinale seit vier Jahren seinem neuen Cheftrainer Viktor Skripnik ein erfolgreiches Debüt auf der Profi-Bank beschert. Mit dem 2:0 (1:0) beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC holte sich der Bundesliga-Letzte drei Tage nach der Beurlaubung des glücklosen Robin Dutt wichtiges Selbstvertrauen für den Kampf gegen den Abstieg. Fin Bartels (31.) und Franco di Santo (49.) schossen den verdienten, wenn auch nicht gerade glanzvollen Sieg für den sechsmaligen Pokalsieger heraus.

Werder-Urgestein Skripnik hatte schon vor seinem ersten Spiel nach seiner Beförderung vom U23- zum Bundesliga-Chefcoach ein Zeichen gesetzt und neben Eljero Elia auch auf Cedric Makiadi verzichtet. Dafür brachte er den von Dutt in das Regionalliga-Team abgeschobene Levent Aycicek gleich in die Startelf als Spielmacher. Zudem beorderte der 44-jährige Skripnik Theodor Gebre Selassie rechts in die Viererkette.

Nach einer Schrecksekunde kurz nach Spielbeginn, als der Chemnitzer Reagy Ofosu einen satten Distanzschuss an den Pfosten kanllte, übernahm Werder schnell das Kommando. Dabei zeigte Werder insgesamt die reifere Spielanlage, ohne großartig Torgefahr auszustrahlen. Schließlich gelang den Norddeutschen eine schöne Kombination, die Fin Bartels zur 1:0-Führung abschloss. Wenige Minuten nach dem Wechsel erhöhte Werder durch Franco di Santo. Vorausgegangen war ein misslungener Pass von Chemnitz-Keeper Philipp Pentke, der den Werder-Angriff einleitete. Von da an kontrollierten die Bremer endgültig das Geschehen und brachten die Führung sicher über die Runden.

Aalen - Hannover 2:0

Drei Tage nach dem Coup in Dortmund hat sich Hannover 96 im DFB-Pokal blamiert und ist mit 0:2 (0:1) beim VfR Aalen ausgeschieden. Beim Tabellen-Vorletzten der 2. Liga verpasste der Club aus Niedersachsen vor nur 5448 Zuschauern zum siebten Mal in den vergangenen acht Jahren den Einzug ins Pokal-Achtelfinale. Aalen dagegen steht dank eines Eigentors von Ceyhun Gülselam (24. Minute) und dem Treffer von Michael Klauß (59.) zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Runde der letzten 16 Mannschaften.

Der Ausßenseiter ließ 96 nie zur Entfaltung kommen und agierte selbst in der Vorwärtsbewegung äußerst zielstrebig. Die Gäste hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz , aber gegen den dicht gestaffelt stehenden Zweitligisten keinen sichtbaren Plan, wie sie die Kugel gefährlich in den Strafraum bringen wollten. Aalen ging nach dem Eigentor mit einer 1:0-Führung in die Pause, ohne einen einzigen Schuss auf das Tor der Niedersachsen abgegeben zu haben. Hannovers Kiyotake (59.) und Prib (75.) hatten in zweiten Halbzeit zwar noch gute Gelegenheiten für den zunehmend wütender agierenden Erstligisten, Aalens Keeper Daniel Bernhardt stand aber immer im Weg und brachte die Fans auf der Ostalb zum Jubeln. Phil Ofosu-Ayeh vergab sogar noch das 3:0 gegen Zieler (90.+1).

Aalen jubelt, die Hannoveraner schleichen wie die begossenen Pudel von dannen

Aalen jubelt, die Hannoveraner schleichen wie die begossenen Pudel von dannen

Bielefeld - Hertha BSC Berlin 4:2 i. E.

Hertha BSC hat sich im DFB-Pokal erneut kräftig blamiert und muss den Traum vom Finale im eigenen Wohnzimmer wieder einmal frühzeitig begraben. Die Berliner verloren beim Drittliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld mit 2:4 im Elfmeterschießen und schieden damit zum dritten Mal in Serie gegen einen unterklassigen Verein aus. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Die hochverschuldeten Ostwestfalen haben damit erstmals seit sieben Jahren wieder den Achtelfinal-Einzug geschafft und können die Finanzspritze in Höhe von 527.000 Euro für das Weiterkommen gut gebrauchen.

Der Bielefelder Torhüter Alexander Schwolow war mit zwei parierten Schüssen gegen Julian Schieber und Sandro Wagner der Matchwinner. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Marc Lorenz zur Überraschung. Damit wartet die Hertha seit 2011 auf einen Achtelfinal-Einzug im Pokal, in den vergangenen beiden Jahren hatte es Niederlagen gegen den 1. FC Kaiserslautern und Wormatia Worms gegeben.

Offenbach - Karlsruhe 1:0

Pokalschreck Kickers Offenbach hat wieder zugeschlagen. Der Traditionsclub aus der Fußball-Regionalliga Südwest gewann mit 1:0 (0:0) gegen den Zweitligisten Karlsruher SC und zog dadurch wie schon in den Jahren 2010 und 2012 ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. 16.106 Zuschauer auf dem Bieberer Berg feierten euphorisch den Siegtreffer von Benjamin Pintol in der 62. Minute. Der Erfolg des Viertligisten war völlig verdient, da der OFC mit großem Einsatz und hervorragend organisiert spielte, während der KSC enttäuschte.

tis/DPA / DPA

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