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DFB-Pokal: BVB locker weiter - zwei Bundesligisten fliegen raus

Ein Sieg gegen den Liga-Frust: Dortmund hat überlegen gegen den FC St. Pauli gewonnen. Köln setzte sich erst im Elfmeterschießen durch und Lautern gelang eine schnelle Entscheidung gegen Fürth.

Endlich mal wieder die Siegerfaust zeigen: Marco Raus feiert mit den Mitspielern seinen Treffer zum 2:0

Endlich mal wieder die Siegerfaust zeigen: Marco Raus feiert mit den Mitspielern seinen Treffer zum 2:0

St. Pauli - Dortmund 0:3

Borussia Dortmund hat sich im DFB-Pokal den Bundesliga-Frust von der Seele geschossen und ist souverän in das Achtelfinale eingezogen. Mit dem hochverdienten 3:0 (2:0) beim Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli rehabilitierten sich die Westfalen ein wenig für die Negativ-Serie in der Bundesliga mit vier Niederlagen nacheinander und machten vor dem Gipfeltreffen am Samstag beim deutschen Meister und Erzrivalen Bayern München einen kleinen Schritt aus der Krise.

Ciro Immobile (33.) und Nationalspieler Marco Reus (44.) schossen schon vor der Pause für den in der Bundesliga auf Platz 15 abgestürzten Vizemeister eine klare Führung heraus. Shinji Kagawa (86.) sorgte für den Endstand. Nur der starke St. Pauli-Keeper Philipp Tschauner, dessen einziger Fehler zum Kagawa-Treffer führte, und fehlende Dortmunder Konsequenz vor dem Tor hielten die Niederlage der limitierten Hamburger im ausverkauften Millerntor-Stadion in Grenzen.

Klassenunterschied deutlich spürbar

Zunächst taten sich die Gäste ein wenig schwer, mit der Zeit wurden sie aber druckvoller. Ein Tor von Immobile (18.) wurde wegen Abseits nicht anerkannt. Die Hamburger waren fast nur auf Defensive bedacht. Nach 33 Minuten schloss Immobile eine schöne Kombination aus kurzer Entfernung ab. Kurz vor der Pause glänzte der Italiener auch als Torvorbereiter, als er für Reus zum 2:0 auflegte. Zwischen den beiden Treffern tauchte St. Pauli einmal gefährlich vor dem BVB-Kasten auf. Den Kopfball von Kapitän Sören Gonther (39.) entschärfte Langerak gekonnt.

Nach der Pause wurde der Zweitligist mutiger. Allerdings waren die Hanseaten zu harmlos, um die zuletzt verunsicherte BVB-Deckung zu gefährden. Nur Dennis Daube (57.) kam aussichtsreich zum Abschluss, scheiterte aber am guten Langerak. Die Borussia verwaltete über weite Strecken nur noch das Ergebnis und schien sich für das Topduell in München zu schonen. Kagawa setzte dann den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie.

Jürgen Klopp:

"Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit der ersten Halbzeit auch. Mit der zweiten nicht so. Da haben wir zu wenig Fußball gespielt".

Duisburg - Köln 1:4 i. E.

Der 1. FC Köln hat dank Timo Horn eine Pleite im DFB-Pokal gerade noch abgewendet und nach dem guten Bundesliga-Start das nächste Zwischenziel erreicht. Der Keeper sicherte der Mannschaft von Trainer Peter Stöger beim 4:1 im Elfmeterschießen beim Drittligisten MSV Duisburg mit zwei Paraden den Einzug ins Achtelfinale. Nach 120 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Der finanziell angeschlagene MSV, der die Kölner schon dreimal im Pokal ausgeschaltet hatte, verpasste dagegen trotz einer tapferen Vorstellung die Sensation und eine dringend benötigte Finanzspritze in Höhe von 527.000 Euro für ein mögliches Weiterkommen.

Matthias Lehmann, Kevin Vogt, Kevin Wimmer und Adam Matuschyk schossen im Elfmeterschießen den Kölner Sieg heraus. Damit krönte der Bundesliga-Zehnte seinen goldenen Oktober mit dem dritten Sieg innerhalb von elf Tagen. Dabei musste der FC die Schlussphase in Unterzahl agieren, nachdem Slawomir Peszko wegen eines dummen Fouls die Rote Karte erhalten hatte (71.).

Kölns Slawomir Peszko (l.) sieht Rot: Der Pole hatte einem Duisburger gegen das Schienbein getreten und musste frühzeitig zum Duschen

Kölns Slawomir Peszko (l.) sieht Rot: Der Pole hatte einem Duisburger gegen das Schienbein getreten und musste frühzeitig zum Duschen

Kaiserslautern - Fürth 2:0

Philipp Hofmann hat den 1. FC Kaiserslautern ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschossen. Der U21-Nationalspieler ebnete im Zweitliga-Duell mit der SpVgg Greuther Fürth den Weg zum verdienten 2:0 (2:0). Die Franken ließen den Lauterer Stürmer bei seinen Treffern in der 12. und 22. Minute sträflich unbewacht. Greuther Fürth enttäuschte auf der ganzen Linie und machte mit der zaghaften Spielweise in Abwehr und Angriff dem letztjährigen Pokal-Halbfinalisten das Siegen leicht.

Dresden - Bochum 2:1 n. V.

Dank Top-Torjäger Justin Eilers ist Fußball-Drittligist SG Dynamo Dresden erstmals seit 1994 wieder ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der 26-Jährige, der tags zuvor nach einem Hexenschuss fit gespritzt worden war, sicherte am Dienstagabend mit seinem Doppelpack (61./94.) den 2:1 (0:0)-Zweitrundensieg nach Verlängerung gegen Zweitligist VfL Bochum. Vor 28 053 Zuschauern brachte Simon Terodde (53. Minute) den Favoriten zwar in Front. Doch Eilers drehte die Partie und sicherten den im Vorjahr wegen der Fan-Randale aus dem Pokal-Wettbewerb ausgeschlossenen Sachsen weitere Einnahmen. Zuvor hatte Dresden bereits Champions-League-Starter FC Schalke 04 aus dem Pokal geworfen.

tis/DPA/DPA

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