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Dortmund brilliert in Europa Champions-League-Sieger? Warum nicht!


Nach einer weiteren Demonstration der Stärke gehört Borussia Dortmund zu den acht besten Teams Europas. Wie weit kann es noch gehen? Drei Gründe, warum sogar der Champions-League-Titel drin ist.
Von Maximilian Koch

Wer hätte das vor dieser Saison gedacht? Borussia Dortmund steht im Viertelfinale der Champions League. Ungeschlagen ist die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp durch die Gruppenphase gestürmt, ungeschlagen hat sie den ukrainischen Champion Schachtjor Donezk in der ersten K.o.-Runde eliminiert. "Das Gefühl, ins Viertelfinale einzuziehen, ist durch nichts zu ersetzen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Und Klopp schwärmte nach dem beeindruckenden 3:0-Sieg am Dienstagabend: "Die Mannschaft hat ein unglaubliches Spiel aufgezogen."

Dortmund hat es national und auf europäischer Ebene allen gezeigt. Vor allem den Kritikern, die dem jungen Team nach einer schwachen Champions-League-Saison im Vorjahr die Reife für den internationalen Wettbewerb abgesprochen hatten. Doch wie weit geht der Weg der Borussia in dieser Saison? Bis nach Wembley? Bis ins Finale? Beim amtierenden Doublesieger will noch niemand über den Champions-League-Sieg reden. Drei Trainer-Legenden haben diesen Part aber längst übernommen.

stern.de gibt eine Einschätzung ab, was für die Borussia noch möglich ist. Und nennt drei Gründe, warum es tatsächlich mit dem zweiten Triumph nach 1997 klappen könnte.

1. Dortmund kann den Fokus auf die Champions League legen

Im DFB-Pokal ausgeschieden, in der Meisterschaft bei 17 Punkten Rückstand ohne Chance auf die Titelverteidigung – Dortmund kann sich im Saisonendspurt voll und ganz auf die Champions League konzentrieren. In der Bundesliga stehen nur noch zwei Duelle an, die wirklich Brisanz versprechen: am Samstag gegen den Revierrivalen Schalke und Anfang Mai gegen die Bayern. Ansonsten geht es darum, die direkte Qualifikation für die "Königsklasse" zu sichern. Doch das dürfte bei acht Zählern Vorsprung auf Platz vier kein Problem sein.

Manche Zeitungen sahen den BVB deshalb vor dem Spiel gegen Donezk bereits unter Druck. Weil ein Ausscheiden im Europapokal das Ende aller Titelträume in dieser Spielzeit bedeutet hätte. Doch ein gestresstes Team sieht anders aus als die Borussia, die den ukrainischen Meister am Dienstag mit Leichtigkeit an die Wand spielte. Der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale sorgt in Dortmund nicht für Nervosität. Niemand erwartet den Titel. Vielmehr begreifen Jürgen Klopp und seine Mannschaft die nächste Runde als Chance, sich mit den besten Gegnern zu messen. Das macht die Borussia gefährlich.

2. Die Offensive um Götze und Co. ist titelreif

Die Bayern haben Ribéry, Müller und Mandzukic, Real Madrid kann Özil, Ronaldo und Higuain ins Rennen schicken. Herausragende Offensivreihen. Ohne Frage. Doch in dieser Hinsicht steht Borussia Dortmund den beiden großen Titelfavoriten in nichts nach. Götze, Reus, Lewandowski – das ist höchstes europäisches Niveau. Vor allem, weil sie sich perfekt ergänzen. Hier der flinke Reus, der – wie gegen Donezk zu sehen – eine Abwehr ganz allein austanzen kann. Und der fast jede Torchance eiskalt nutzt. Da der umtriebige Lewandowski, der sich für keinen Meter Defensivarbeit zu schade ist, und der – wie gegen Donezk zu sehen – genauso gut Tore vorlegen wie Tore schießen kann.

Und dann gibt es ja auch noch Mario Götze. Ganz Europa hat der kleine Ballzauberer in dieser Saison verzückt, es sieht einfach alles so leicht aus, was Götze macht. Wie er dribbelt, wie er passt, wie er unter Gegnerdruck immer eine Lösung findet. Das war zum Teil auch schon im vergangenen Jahr so, doch nun spielt Götze noch effektiver: 17 Torbeteiligungen in der Bundesliga, neun in der "Königsklasse". Eine Super-Bilanz. "Die Champions League ist ein besonderer Wettbewerb", sagt Götze. Das liegt an Spielern wie ihm.

3. Der Respekt der Konkurrenz ist riesengroß

"Ich glaube, keine Mannschaft freut sich so wirklich darüber, wenn sie gegen Borussia Dortmund spielen muss." Wie oft hat man diesen Satz von Jürgen Klopp schon gehört? Aber er hat ja Recht. Die Borussia gehört dank ihres rasanten Konterspiels und ihrer Unbekümmertheit zu den gefährlichsten Gegnern im Wettbewerb. Nach dem 2:2 in der Gruppenphase bei Real Madrid war sogar Starcoach Jose Mourinho begeistert: "Wenn die Borussia das Achtelfinale erreicht", sagte der Portugiese, "kann sie diesen Wettbewerb gewinnen." Sein Team war zuvor phasenweise von der Dortmunder Präsenz erdrückt worden.

Ähnlich äußerte sich Sir Alex Ferguson, Trainer von Manchester United, der den BVB ebenfalls zum Titelkandidaten erklärte. Genauso wie der ehemalige BVB-Coach Ottmar Hitzfeld. Mourinho, Ferguson, Hitzfeld – sie alle haben die "Königsklasse" schon mehrfach gewonnen. Sie wissen also, wovon sie sprechen. Interessant war auch die Aussage von Donezk-Trainer Lucescu vor dem Achtelfinal-Rückspiel: "Das Team, das heute gewinnt, wird ins Champions-League-Finale einziehen", sagte er. Für die Ukrainer besteht diese Chance nicht mehr. Eine Dortmunder Endspielteilnahme würde hingegen niemanden mehr überraschen.


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