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Drei Fragen zum 6. Spieltag Wie gut sind die Bayern wirklich?


Der FC Augsburg muss bei Mitaufsteiger Hertha BSC Berlin eigentlich punkten. In München träumen schon wieder alle. Aber jetzt geht's gegen Schalke. Hannover 96 ist froh, dass es endlich schwer wird. Der BVB ist zu Gast. Fragen und Antworten zu den drei wichtigsten Spielen des Wochenendes.

Vor dem 6. Spieltag in der Fußball-Bundesliga haben wir die statistischen Chancen des FC Augsburg, den Klassenerhalt zu schaffen, beleuchtet (ja, das kann man nach fünf Spieltagen). Und wir fragen uns, was Schalke für Bayern und Dortmund für Hannover zu so wichtigen Gegnern macht.

Wie ernst steht es um den FC Augsburg?

Dass der FCA mit seinem Kader nicht all zu große Chancen auf den Klassenerhalt haben würde, war den meisten Fans und Experten vor der Saison klar. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, wie wichtig es für Jos Luhukays Team wäre, beim Mitaufsteiger in Berlin zu punkten.

In der Bundesligageschichte gab es (nach heutiger Rechnung) vor dem FCA 18 Aufsteiger, die nach fünf Spielen zwei Punkte oder weniger gesammelt hatten. Von diesen stieg genau die Hälfte am Ende der Saison direkt wieder ab. So weit, so gut, immerhin eine Chance von 50 Prozent, statistisch gesehen, oder? Ja, aber wenn man den 6. Spieltag (also im Augsburger Fall das Spiel in Berlin) mit rechnet, dann haben sich nur fünf von 18 Clubs gerettet, eine Chance von weniger als einem Drittel.

Würde Augsburg gar auch im nächsten Heimspiel gegen Hannover verlieren und bei zwei Punkten verharren, so gäbe es gar überhaupt nur noch zwei Aufsteiger in der Bundesligahistorie, die sich aus dieser Situation noch befreien konnten. Kleiner Trost für Luhukay: Beide schafften es, ohne den Trainer zu wechseln - 1860 München1994/95 mit Werner Lorant und Hertha BSC 1997/98 mit Jürgen Röber. Passt ja gut, wo der FCA seinem Trainer doch im Vorhinein schon einen Blankoscheck ausgestellt hat und ihm die Anstellung bis zum Saisonende unabhängig von den Ergebnissen versprochen hat.

Aktuell hat Augsburg zwei Punkte auf dem Konto, und das, obwohl gegen Freiburg und Kaiserslautern, die beiden schwächsten anderen Clubs der Liga, schon gespielt wurde. Das ist für einen Aufsteiger auch deshalb so bedenklich, weil meistens die erste Euphorie für ein paar Punkte sorgt und die Spielweise des Neulings der Konkurrenz noch nicht so vertraut ist.

Wie gut ist der FC Bayern wirklich?

Ein Gegentor kassierte der FC Bayern bisher in den neun Pflichtspielen dieser Saison. In den letzten neun Spielen der Vorsaison waren es zehn. Das beweist, wie gut Jupp Heynckes (auch mit Hilfe dreier namhafter Transfers) die Defensive der Münchner in den Griff bekommen hat. Tabellenplatz eins in der Bundesliga ist der Dank, und es kann kaum Zweifel daran geben, dass die Münchner der Titelfavorit Nummer eins in Deutschland sind.

Eine Frage, die gerade Bayernfans aber immer beschäftigt, ist: Wo steht unser Club im internationalen Vergleich? Selten ist dieses Thema wichtiger als in einer Saison, in der das Finale der Champions League im eigenen Stadion stattfindet. Kaum hatten die Münchner in Villarreal gewonnen, da verschoben sich die Formulierungen in den deutschen Medien und Bayerns Fanforen leicht, aber merklich. Auf einmal ist "der Weg ins Finale" in aller Munde. "Von allen Favoriten" sei Bayern in der Champions League am souveränsten aufgetreten, schreibt ein User auf sportal.de.

Mal davon abgesehen, dass Bayern wohl nicht zum engsten Favoritenkreis zählt, haben zumindest Chelsea und Real Madrid ähnlich wenig Mühe gehabt wie die Münchner. Aber man sollte das Fell des Bären ja ohnehin nicht verteilen, bevor die Gruppenphase in den zweiten Spieltag gegangen ist.

Warum diskutieren wir hier dann überhaupt Bayerns internationalen Stellenwert? Weil Bayern am Sonntag auf Schalke spielt. Und die Knappen sind, wenn auch noch mit der Rumänienreise in den Knochen, der bisher stärkste Gegner, auf den Jupp Heynckes mit seinen Bayern in dieser Saison trifft. Keine Frage: Vor allem die beiden Schalker Klassestürmer Raúl und Klaas-Jan Huntelaar haben die Klasse, die Abwehrmauer der Bayern einzureißen. Allein gegen Köln, Mainz und Helsinki erzielten die unter Ralf Rangnick wieder offensiveren Schalker 15 Tore. Wetten, dass Manuel Neuer bei seiner Rückkehr mehr aufs Tor bekommt als zuletzt in der Liga und in Villarreal?

Ist Dortmund genau der Gegner, den Hannover jetzt braucht?

Borussia Dortmund war der einzige Gegner, gegen den Hannover 96 in der Vorsaison keines seiner beiden Spiele gewinnen konnte, sondern null Punkte holte. Gegen den BVB funktionierte das sonst so simple, aber effektive System der Niedersachsen einfach nicht. In dieser Saison tun sich die Roten gegen tief stehende Teams schwer. Dann gelingt kaum einmal ein flüssiger Spielaufbau - Torchancen werden nicht kreiert.

Gegen Mainz war das so, und noch viel augenfälliger am Donnerstag in der Europa League gegen ein gut organisiertes Standard Lüttich, das in diesem Spiel mit einem Punkt voll zufrieden war - warum auch nicht? Es wird in dieser Spielzeit noch mehr Kontrahenten geben, für die es akzeptabel ist, mit einem Unentschieden aus Hannover heim zu kehren als in der letzten Saison, in der sich die Erkenntnis, dass 96 in Richtung Europa steuerte, erst nach und nach durchsetzte.

Nun also Dortmund. Eigentlich der Angstgegner, aber vielleicht auch die Gelegenheit, endlich mal wieder Platz beim Kontern vorzufinden. Denn angesichts des mäßigen Saisonstarts wird Klopp sicher nicht mit einem Remis in der AWD-Arena zufrieden sein. Anders als während der furiosen Serie von Auswärtssiegen im letzten Herbst hat der BVB zudem in dieser Spielzeit auswärts noch kein Tor erzielt. Wird Zeit - das kann Hannover nur in die Karten spielen.

sportal.de / kbe sportal

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