Nationalmannschaft Peters geht auf Schmusekurs


Die Kritik von Bernhard Peters an der taktischen Ausrichtung der Nationalmannschaft hatte für Verärgerung im DFB-Lager gesorgt. Als Reaktion darauf hatte Löw sogar das Arbeitsverhältnis mit Peters, der zum Kompetenzteam des DFB gehört, beendet. Nun rudert Peters zurück.

Bernhard Peters hat eine Entschuldigung an Bundestrainer Joachim Löw gerichtet sowie den Zeitpunkt und seine öffentliche Kritik an der EM-Verfassung der deutschen Fußball- Nationalmannschaft als Fehler bezeichnet. Der ehemalige Hockey- Bundestrainer, der Mitglied im Kompetenzteam des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) ist, zeigte zudem Verständnis für die große Verärgerung des Bundestrainers, der dem Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung des Bundesliga-Aufsteigers 1899 Hoffenheim Konsequenzen nach der Europameisterschaft angekündigt hatte.

"Die scharfe Reaktion von Bundestrainer Joachim Löw in der Pressekonferenz vom 20. Juni auf meine Kritik kann ich gut verstehen", erklärte Peters in einer Reaktion, die er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur DPA übermittelte: "Es war gewiss ein Fehler, meine Beobachtungen auf diesem Wege zu diesem Zeitpunkt öffentlich zu machen. Aus meiner Zeit als Hockey-Bundestrainer weiß ich, dass solche öffentlichen Äußerungen zu sehr sensiblen Zeiten eines Turnieres für die Arbeit des Trainerteams störend und negativ sind."

Kein Anschluss in Tenero

Nach seiner vor dem 3:2-Sieg gegen Portugal in einem Zeitungs-Interview geäußerten Kritik bemüht sich Peters auch darum, den Konflikt mit dem DFB-Chefcoach zu entschärfen: "Völlig unabhängig von den durch Joachim Löw angekündigten möglichen Konsequenzen bedauere ich das zutiefst und möchte mich dafür bei Jogi Löw und dem Trainerteam auf diesem Weg öffentlich entschuldigen", sagte Peters.

Er will auch noch ein persönliches Gespräch mit Löw führen. Seine Versuche, den Fußball-Coach telefonisch im EM-Quartier in Tenero zu erreichen, seien bisher fehlgeschlagen. Peters: "Ich werde es aber weiter versuchen."

Löw hatte die weitere Zusammenarbeit mit Peters, den der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann 2006 zum DFB-Sportdirektor machen wollte, einseitig aufgekündigt. "Die Kritik hat mir nicht gefallen und das wird Konsequenzen haben", kündigte der Bundestrainer an. "Für meine Person habe ich da eine klare Vorstellung", ergänzte der 48-Jährige mit Bezug auf einen möglichen Rauswurf von Peters aus dem Kompetenzteam des Verbandes. Peters hatte am Donnerstag in der "Rhein-Neckar-Zeitung" "nach den ersten drei Spielen" (Peters) unter anderem fehlende Zielstrebigkeit und Leidenschaft moniert.

DPA DPA

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