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Torwart-Diskussion: Kahn stärkt Lehmann den Rücken

Oliver Kahn hat Jens Lehmann demonstrativ den Rücken gestärkt und zu mehr Besonnenheit in der Torwart-Diskussion bei der Fußball-Nationalmannschaft aufgerufen.

"Man sollte ihm einfach zutrauen, dass er die EM auf höchstem Niveau spielt. Deutschland sollte ihm vertrauen", sagte der 2006 unterlegene Rivale um die Nummer eins im deutschen WM-Tor in einem Interview mit der Münchner "tz".

Es sei enorm wichtig, dass ein Torhüter dieses Vertrauen spürt, erklärte der 38-Jährige vor der EM-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Serbien (17.30 Uhr/live in der ARD), die auch zur Bewährungsprobe für Lehmann ausgerufen worden war: "Man sollte vor der EM nichts mehr in Frage stellen."

Die Debatte um Lehmann war durch unglückliche Aktionen im jüngsten EM-Test gegen Weißrussland (2:2) am Mittwoch neu angeheizt worden. Kahn hält die Vorbereitungsspiele und die darin gezeigten Leistungen jedoch für überschätzt.

"Die sind für mich einfach kein Maßstab", erklärte der dreimalige Welttorhüter des deutschen Rekordmeisters Bayern München, der seine Karriere gerade beendet hat: "Der Jens ist erfahren und stabil genug. Ich bin mir sicher: Er wird eine gute Europameisterschaft spielen." Und zur Gesamtsituation der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw sagte Kahn: "Man sollte wegen des 2:2 gegen Weißrussland nicht schwarzmalen." In einem Punkt allerdings widersprach der nach dem Spiel um Platz drei bei der WM 2006 aus dem Nationalteam zurückgetretene Kahn seinem ehemaligen Rivalen, der sich wiederholt über den flatternden Ball beschwert hatte. Der neue Ball sei im Vergleich zu seinen flatternden Vorgänger-Modellen "erstaunlich gut. Er hat eine verlässliche Flugbahn", sagte Kahn.

SID / SID

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