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Deutsche Gruppengegner: Dänemark Die Underdogs


Die dänische Nationalelf gilt als Außenseiter in der "Todesgruppe" mit Deutschland, Holland und Portugal. Doch Bundestrainer Joachim Löw warnt vor der jungen Mannschaft, in der zwar keine großen Stars spielen, dafür aber einige Talente.

Deutschland, Niederlande, vielleicht auch noch Portugal:" Die Favoriten der EM-Gruppe B sind schnell benannt. Nur von Dänemark redet niemand. "Wir sind die Underdogs. Wir haben keine so großen Chancen", sagt selbst der "Fußballer des Jahres" William Kvist vom VfB Stuttgart. Die Dänen fühlen sich wohl in dieser Rolle, sie kultivieren sie geradezu. "Das ist ein Alptraum", sagte Trainer Morten Olsen unmittelbar nach der Gruppenauslosung im Dezember.

Immerhin: Dass der Europameister von 1992 die deutlich besser besetzten Portugiesen schon in der Qualifikation geschlagen und hinter sich gelassen hat, verschwieg der ehemalige Coach des 1. FC Köln nicht. Und auch Bundestrainer Joachim Löw warnt davor, den großen Außenseiter zu unterschätzen. "Die Dänen können unbelastet ins Turnier gehen", erklärte er. "Die Spieler haben eine gute Mentalität, sie haben keine Angst vor großen Nationen oder großen Namen. Das macht die Dänen bei großen Turnieren immer gefährlich."

Das größte Talent heißt Christian Eriksen

Als Morten Olsen seinen Job im Jahr 2000 antrat, hießen die deutschen Spieler noch Mehmet Scholl, Oliver Bierhoff oder Jörg Heinrich. Nach der enttäuschenden WM 2010 begann der 62-Jährige, den x-ten Umbruch zu vollziehen. Die dänische Mannschaft, die am 17. Juni in Lwiw gegen Deutschland antritt, wird definitiv jünger und auch dynamischer sein als jenes Team, das vor zwei Jahren in Südafrika schon in der Vorrunde an den Niederlanden und Japan scheiterte.

"Wir haben richtig gute Typen wie Nicklas Bendtner und Christian Eriksen. Aber wir arbeiten auch als Mannschaft und spielen gut zusammen. Auch fußballerisch sind wir eigentlich ganz gut", sagt Kvist. Vor allem dem erst 20 Jahre alten Eriksen von Ajax Amsterdam wird eine große Zukunft in Mailand, Madrid oder Manchester prophezeit. Zusammen mit Kvist, dem ehemaligen Arsenal-Stürmer Bendtner (AFC Sunderland) sowie Verteidiger Daniel Agger (FC Liverpool) bildet der Mittelfeldspieler die Achse der Dänen.

Alles ist möglich

Stars wie seine früheren Mitspieler Allan Simonsen oder Michael Laudrup hat Olsen heute allerdings nicht mehr in seinem Team. Und auch eine Sensation wie 1992 ist bei der heutigen Leistungsdichte im Fußball nur schwer vorstellbar. Damals rutschte Dänemark zehn Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Schweden für die ausgeschlossenen Jugoslawen ins Turnier, überstand mit Glück die Vorrunde, besiegte im Halbfinale den großen Favoriten Niederlande und im Endspiel den amtierenden Weltmeister Deutschland (2:0).

"Es ist auch dieses Mal alles möglich", meint Olsen. "Aber wenn wir in dieser Gruppe eine Chance haben wollen, dann müssen wir ein sehr, sehr hohes Level erreichen."

Sebastian Stiekel/DPA DPA

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