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Spiel gegen Ungarn Löw testet die EM-Formation - drei Plätze noch umstritten

Die Stimmung beim DFB-Team ist vor dem Spiel gegen Ungarn gelöst
Die Stimmung beim DFB-Team ist vor dem Spiel gegen Ungarn gelöst
© Christian Charisius/DPA
Gegen Ungarn will Jogi Löw den Ernstfall proben: Es wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die so möglicherweise auch das erste EM-Spiel gegen die Ukraine spielt. Auf drei Positionen gibt es jedoch gleich mehrere Anwärter.

Das war's mit dem Spaß - das hat das DFB-Trainergespann vor der Generalprobe an diesem Samstag gegen Ungarn durchblicken lassen. "Die Testphase ist für uns vorbei. Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind", verkündete Löws Assistent Thomas Schneider zum Abschluss des Trainingslagers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Ascona. "Die Mannschaft hat sehr fokussiert gearbeitet", sagte Löw in der ARD vor seinem fünften Turnier als Chefcoach. "Je näher es zum Turnier geht, umso mehr steigt die Spannung."

Alles deutet darauf hin, dass gegen Ungarn nun tatsächlich der Ernstfall geprobt werden soll. Sprich: Eine Elf auf dem Platz stehen wird, die in dieser Form auch am 12. Juni in Lille gegen die Ukraine auflaufen könnte. Und während die meisten Positionen schon fix sind - Spieler wie Neuer, Boateng, Kroos oder Müller sind für die Stammformation natürlich gesetzt -, könnte es auf anderen noch zu großen Überraschungen kommen. Zumal Löw manchmal einen gewissen Trotz an den Tag legt, wenn es darum geht, Erwartungen zu erfüllen. 

Kimmich oder Höwedes? Außen oder innen?

Drei der elf Plätze für das erste EM-Gruppenspiel gegen die Ukrainer sind umstritten: Vor allem natürlich die Position auf der rechten Abwehrseite. Als Kapitän und auch Spieler ist Lahm auch zwei Jahre nach dem WM-Sieg kaum zu ersetzen, der Kölner Hector ist auf links sogar der einzige gelernte Außenverteidiger im Team. Einspringen könnte Benedict Höwedes, vielleicht greift Löw aber auch auf einen defensiven Mittelfeldspieler wie Joshua Kimmich oder sogar Emre Can zurück, wenngleich die Versuche mit dem Liverpooler Can zuletzt nicht zufreiden stellen konnten.

Shooting-Star Kimmich hat bei den Bayern seine Wandlungsfähigkeit bewiesen und im DFB-Training öfters außen gespielt, musste nach Fehlern gegen die Slowakei aber eine Menge Kritik einstecken. Möglich wäre in der Abwehr außerdem eine Dreierkette. Die hat im Test gegen die Slowakei zwar ebenfalls nicht gut funktioniert, doch Löw will flexibel bleiben und auch taktisch Fortschritte sehen: "Die wichtigsten Themen sind: Wie können wir gegen vorrangig defensiv stehende Gegner agieren und Konter vermeiden?"

Da Hummels noch verletzt ist, stellt sich weiter die Frage nach Boatengs Partner in der Innenverteidigung. Hier wäre neben Antonio Rüdiger und Shkodran Mustafi Höwedes oder Kimmich ebenfalls eine Option.

Reus-Ausfall: Lässt Löw Poldi ran?

Während Toni Kroos und Sami Khedira vor der Abwehr gesetzt sind, ist durch den Ausfall von Marco Reus im offensiven Mittelfeld der Platz links neben Müller und Özil noch vakant. Erste Wahl scheinen dort Mario Götze und Julian Draxler zu sein. Doch auch der für viele überraschend im Kader stehende Lukas Podolski scheint durchaus Chancen zu haben. "Er hat Spaß und ist mit großem Selbstvertrauen zu uns gekommen. Er wirkt sehr austrainiert, ist spritzig", beschrieb Co-Trainer Schneider die "sehr gute Verfassung" des 127-maligen Nationalspielers. Am Spieltag feiert er seinen 31. Geburtstag.

Sollte "Poldi" spielen, wird er auf dem Rasen vielleicht sogar auf seinen alten Weggefährten treffen. Bastian Schweinsteiger kündigte im Vorfeld an, gegen Ungarn ein Kurz-Comeback geben zu wollen. Definitiv äußern wollte sich das Trainerteam dazu zwar nicht. Aber: "Er ist sicher bereit für 20 oder 30 Minuten", sagte Schneider.

Die mögliche Aufstellung

Neuer - Kimmich, Höwedes, Boateng, Hector - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Draxler - Gomez.

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