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Pressestimmen zum EM-Finale: "Weine, Ronaldo, weine!"

Nicht zum ersten Mal hat eine Fußball-EM ein überraschendes Ende genommen. Nicht die üblichen Favoriten holten sich den Pokal, sondern Portugal und Cristiano Ronaldo. Nicht nur die Kommentatoren des Landes feiern den Triumph. Die internationalen Pressestimmen.

Cristiano Ronaldo mit dem EM-Pokal in der Hand - Die Mannschaft von Portugal feiert

Im Glanz des Ruhms: Cristiano Ronaldo hat den Pokal in der Hand, die Mannschaft ist bereit zu feiern. Portugal ist Europameister

Cristiano Ronaldo konnte an der Vollendung seiner beispiellosen Karriere selbst nicht mitwirken. Seine Mannschaftskollegen schenkten ihm den letzten noch fehlenden Triumph - einen Titel mit der Nationalmannschaft. Katzenjammer herrscht dagegen in Frankreich. Eine Auswahl internationaler Pressestimmen zum Finale der Euro 2016.

Portugal

"Wir sind die Sieger! Der 10. Juli, der Tag Portugals. Es sah erst nach einem düsteren Abend in Paris aus, als Ronaldo mit Tränen in den Augen vom Feld musste. Doch Portugal verdaute diesen Schreck. Es war ein Spiel der Überwindung. Und Ronaldos Traum, vor Freude zu weinen, wurde doch noch wahr." ("Correio da Manha")

"Ein Europameister, der leidet, Opfer bringt und weint. Der portugiesische Fußball feiert in Paris den größten Erfolg seiner Geschichte! Das Stade de France war die Bühne für eine epische Nacht." ("Público")

"Der Stolz Portugals! Fernando Santos hat es versprochen und wahr gemacht: Wir sind die Besten in Europa! Eine traumhafte Nacht für alle Portugiesen. Die Spieler haben vor nichts zurückgeschreckt und Persönlichkeit bewiesen. Frankreich war in der regulären Spielzeit besser, doch Rui Patricio wuchs über sich hinaus." ("A Bola")

"Portugal ist der Champion! Ein episches Finale in Stade de France. Éder wurde in der Nachspielzeit zum unerwarteten Helden und schenkte uns den ersten großen Titel. Ronaldo fehlte, unterstütze sein Team aber bis zum Schluss." ("Record")

"Diese Geschichte konnte nur gut enden! Ein Drehbuch, das sich niemand ausdenken konnte. Ronaldos Verletzung, der Pfosten als Retter in letzter Minute und Éder - ja, Éder - der Held einer ganzen Nation." ("Jornal de Notícias")

"Für die Ewigkeit! Portugal hat das Spiel mit zwei Trainern beendet. Nachdem Cristiano Ronaldo verletzt raus musste, war er die rechte Hand von Fernando Santos, um in den letzten Minuten der Verlängerung zu dirigieren." ("O Jogo")

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Frankreich

"Niedergeschlagen. Die Geschichte wird sich nicht wiederholen. 32 Jahre nach der Krönung von Michel Platini bei der Euro 1984, 18 Jahre nach der Galavorstellung von Zinedine Zidane gegen Brasilien im WM-Finale, sind die Jungs von Didier Deschamps gestern gefallen gegen Portugiesen ohne Genie (...). An diesem Morgen erwacht Frankreich notgedrungen mit dem Gefühl der Verschwendung." ("L'Équipe")

"Portugal zerstört den Finaltraum der Bleus. Trauer. Dem 9. Juli 2006 folgt der 10. Juli 2016 als Datum des Unglücks. Wie unglaublich frustrierend. Frankreich stolpert wieder auf der letzten Stufe. Der Stufe zum Ruhm." ("Le Figaro")

"Frankreich k.o., Portugal heilig. Das solide portugiesische Kollektiv, das schnell seines Stars Ronaldo beraubt wurde, widersteht dem Ansturm der Bleus. Der Sieger ist der richtige. Er hat sich selbst besser verstanden als die anderen und hat dieses Wissen genutzt, um die Realitäten zu meistern." ("Libération")

"Das war nicht unser Tag. So grausam. 'Les Bleus' haben alles versucht, aber es wurde eine Sache der Verlängerung, die das Moment der Portugiesen bei dieser Euro geblieben ist. 'Les Bleus' haben wieder etwas Licht gebracht, aber sie bleiben in der Nacht. Portugal träumt jetzt vier Jahre lang." ("Le Parisien")

"Nach dem Schlusspfiff waren die französischen Spieler geschockt. Didier Deschamps konnte seine Wut zurückhalten. Trotz eines guten Auftritts haben es seine Männer versäumt, das große Ziel zu erreichen: Ihre Euro zu gewinnen. Cristiano Ronaldo kann die Trophée Henri-Delaunay stemmen und damit weiter an seiner Legende arbeiten." ("Le Monde")

"Portugal trifft am Ende eines schier endlosen Spiels in der zweiten Hälfte der Verlängerung. Eine Enttäuschung für Les Bleus von Didier Deschamps, die ganz Frankreich träumen ließen." ("La Tribune")

Deutschland

"Erst verletzt, dann Europameister - Pokalnaldo - (...) "Er weint bittere Tränen - und jeder echte Fußball-Fan weint mit diesem großen Spieler. Doch es gibt für ihn ein Happy End!" ("Bild")

"Portugal hat den ersten Pokal überhaupt gewonnen bei einem großen Turnier. Nach all den Jahren, in denen vor allem Ronaldos Gegenwart die ewige Hoffnung genährt hatte, hat es jetzt tatsächlich geklappt. Ohne ihn." ("Süddeutsche Zeitung")

"Dritter in der Vorrundengruppe, nach 20 Minuten im Finale ohne Ronaldo, aber am Ende des Turniers ganz oben. (...) Es war ein den Chancen nach glücklicher, gemessen an der kämpferischen Leistung und den weggesteckten Rückschlägen aber verdienter Erfolg. (...) Portugal ist Europameister des Minimalismus" ("Frankfurter Allgemeine Zeitung")

Spanien

"Maracanazo in St. Denis! Wer hätte vor dem Turnier damit gerechnet?Portugal gelang Heroisches. Es fing den Verlust seines Leaders Ronaldo, der früh runter musste, auf und trotzte dem spielerisch überlegenen Frankreich. Ein großartiger Éder machte die Überraschung perfekt und Portugal erstmals zum europäischen Champion." ("As")

"Portugal! Es ist kein Traum mehr, es ist real. Obwohl er nicht gespielt hat, wird Cristianos Legenden-Status immer größer. Die Mannschaft von Fernando Santos machte den Ausfall ihres Kapitäns dank eines großartigen Rui Patricio und herausragenden Pepe wett." ("Marca")

"Cristiano mit Tränen der Wut und des Glücks. Nur der finale Triumph konnte den untröstlichen Star Portugals trösten." ("El País")

Italien

"Weine, Ronaldo, weine. Aber die Tränen von Saint Denis werden für immer Freudentränen bleiben." ("La Republica")

"Ronaldo. Erst Drama, dann Höhenflug des Kapitäns. Tränen der Verzweiflung wandeln sich in Tränen der Freude. Wer im Juni vorhergesagt hätte, dass Éder die EM entscheiden würde, vor dem würden wir uns jetzt tief verbeugen." ("La Gazzetta dello Sport")

dho

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