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EM 2021 England wirbt mit emotionalem Spot: Keine Buh-Rufe, wenn wir uns vor dem Anstoß hinknien

Die englische Nationalmannschaft kniet geschlossen nieder
Die englische Nationalmannschaft kniet geschlossen nieder
© Catherine Ivill / Staff / Getty Images
Sollten Spieler vor dem Anstoß knien oder nicht? Diese politische Frage wird am Rande der EM 2021 diskutiert und veranlasst einige Fans womöglich gar zu Buh-Rufen gegen ihr eigenes Team. Die englische Mannschaft bittet jetzt darum, das Team zu unterstützen.

Es ist eine kleine Geste mit großer Wirkung: 2016 kniete sich der American-Football-Spieler Colin Kaepernick erstmals vor einem Spiel während der Nationalhymne hin und begründete es damit, dass es nicht stehen könne, während sein Land Schwarze Menschen unterdrücke.

Seitdem hat die Geste kontroverse Diskussionen hervorgerufen: Ein Teil der Fans kritisiert Kaepernick und andere Spieler, weil sie die Nationalhymne damit entehren würden. Für andere Spieler war Kaepernick ein Vorbild, sodass sie ebenfalls seine "Take a knee"-Geste vor dem Spiel verwenden und sich mit ihm und gegen Rassismus solidarisieren.

Kniefall bei der EM 2021 und die Position der UEFA

Auch bei der EM 2021 gibt es äußerst unterschiedliche Reaktionen auf den Kniefall. Beim Spiel von Belgien gegen Russland etwa knieten einige belgische Spieler. Die russische Mannschaft blieb hingegen stehen und die russischen Fans pfiffen die Geste lautstark aus. Die UEFA duldet die Geste ohne Einschränkungen. Zwar sind politische Gesten normalerweise im Fußball verboten, allerdings trete die UEFA "mit null Toleranz gegen Rassismus ein", so der Verband auf Anfrage der Sportschau und "Jeder Spieler, der eine Gleichstellung von Menschen fordert, indem er sich niederkniet" habe die Erlaubnis dazu.

Bitte der englischen Nationalmannschaft

Die englische Mannschaft befürchtet vor ihrem Spiel gegen Kroatien am Sonntag trotzdem Buh-Rufe und andere kritische Reaktionen und bittet daher schon im Vorfeld, die Nationalmannschaft bei ihrer Entscheidung zu unterstützen. So stellt der englische Verband FA in einem emotionalen Werbespot klar, dass die Geste nicht mit einer politischen Geste oder Organisation verknüpft sei.

Vielmehr handele es sich um einen friedlichen Protest gegen Diskriminierung, Ungerechtigkeit und Ungleichheit, der für die Spieler wichtig sei und der die Werte des Teams transportiere.

Quellen: "Dailymail", BBC


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