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EM 2021 Zu parteiisch? ARD entschuldigt sich für Reporter Tom Bartels

Zu parteiisch am Mikro? ARD-Reporter Tom Bartels sieht sich mit Zuschauervorwürfen konfrontiert
Zu parteiisch am Mikro? ARD-Reporter Tom Bartels sieht sich mit Zuschauervorwürfen konfrontiert
© Elmar Kremser/SVEN SIMON/ / Picture Alliance
Was für ein Spiel: Die Partie Dänemark gegen Russland riss wohl jeden Fußballfan aus dem Sitz. Auch Reporter Tom Bartels ließ sich von der Stimmung anstecken. Und zwar so sehr, dass sich die ARD für ihn in den Staub warf.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint... Vermutlich wollte die ARD ihren Reporter Tom Bartels bloß in Schutz nehmen. Doch mit einem zumindest missverständlich formulierten Tweet hat sie womöglich das Gegenteil erreicht.

Was war passiert? Bartels war als Berichterstatter für das Spiel Dänemark gegen Russland eingeteilt. Während der Partie kamen offenbar Vorwürfe von Zuschauern auf, dass der 55 Jahre alte Kommentator des öffentlich-rechtlichen Senders hörbar mit den Dänen sympathisiert. Das nahm die für die Berichterstattung federführende ARD-Sportschau zum Anlass für einen entschuldigenden Tweet: "Tom Bartels kommentiert die Spiele mit besten Wissen und Gewissen aus einer neutralen Perspektive. Dass das in manch einer emotionalen Situation gegebenenfalls nicht immer gelingt, bitten wir zu entschuldigen."

Dänen haben bei vielen Fans Sympathiebonus

Die Aussage "Dass das (...) nicht immer gelingt" dürfte Bartels sicher nicht geschmeckt haben. Kann man daraus durchaus ableiten, dass die Redaktion die Vorwürfe womöglich teilt. Bartels kommt seit vielen Jahren bei großen Fußball-Turnieren am Mikrofon zum Einsatz. So hatte er für die ARD auch das WM-Finale 2014 mit dem 1:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Argentinien durch das entscheidende Tor von Mario Götze kommentiert. ("Mach es... ja, er macht es!").

Dänemarks Nationalmannschaft hat bei dieser Europameisterschaft bei vielen Fans einen Sympathiebonus, nachdem Topstar Christian Eriksen während des ersten Gruppenspiels gegen Finnland auf dem Rasen zusammengebrochen war. Der 29-Jährige musste wiederbelebt werden, sein Team verlor die Partie danach mit 0:1. Durch das 4:1 gegen die Russen schaffte es die dänische Auswahl doch noch ins Achtelfinale. Eriksen hat das Krankenhaus inzwischen verlassen und erholt sich zu Hause in Odense von seinem dramatischen Herzstillstand.

kng

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