VG-Wort Pixel

Glanzlose EM-Qualifikation Gegen Spanien braucht es mehr Ideen


Das erhoffte Torfestival gegen Gibraltar hat die DFB-Elf nicht abgefeuert. Das lässt schlimmes fürchten für die kommende Partie gegen Spanien. Zum Glück geht es da nur ums Prestige.
Von Thomas Krause

Was die Fußballfans am Samstagabend im Nürnberger Stadion zu sehen bekamen, erinnerte oft an Handball: Eine Mannschaft verteidigt mit Mann und Maus, die andere spielt den Ball um den Strafraum herum, bis sich eine Lücke bietet und dann einer schießt dann den Ball aufs Tor. Doch es war tatsächlich Fußball, der dort gespielt wurde. Die Mannschaft aus Gibraltar stand meist mit neun Mann am eigenen Strafraum, die deutschen Offensivspieler lauerten, aber zu oft fiel ihnen nichts ein. Die WM in Brasilien schien an diesem Herbstabend in Nürnberg schon sehr lange her.

Entsprechend unzufrieden war Bundestrainer Joachim Löw am Spielfeldrand, wenn einer seiner Spieler den Ball mal wieder übers Tor zimmerte oder als Gibraltars Liam Walker kurz vor der Halbzeitpause beinahe Manuel Neuer aus der Distanz überrumpelt hätte. Nach dem Spiel zeigte Löw sich wenig angetan von der Leistung seiner Mannschaft: "Ehrlich gesagt bin ich überhaupt nicht zufrieden. Die Mannschaft hat die Forderungen nicht in dem Maße erfüllt, wie ich mir das gewünscht habe. Wir wollten auftreten wie ein Weltmeister, da sind vier Tore viel zu wenig. Irgendwie standen die meist mit zehn Mann um den eigenen Strafraum. Da muss man auf engstem Raum richtig Tempo machen. Das ist uns nicht gelungen." Der Weltmeister-Trainer zeigte sich sogar froh, dass das WM-Jahr vorbei ist. Löw hofft, die Köpfe wieder frei zu kriegen, bis es im März gegen Georgien mit der EM-Quali weitergeht.

Biedere Kost

Auch die Spieler waren trotz des Sieges und der drei Punkte in der EM-Qualifikation unzufrieden: "Ich hätte mir mehr Tore gewünscht. Aber wenn man den Spielverlauf sieht, ist es schwierig, weil die Räume sehr eng waren. In der zweiten Halbzeit hätten wir zwingender spielen müssen", sagte Mario Götze. Nachdem es zur Halbzeit 3:0 gestanden hatte, gab es in der zweiten Hälfte nur noch einen Torschützen aus Gibraltar: Yogan Santos lenkte den Ball in der 67. Minute ins eigene Tor.

Statt eines versöhnlichen Torfestivals gab es also eher biedere Kost zum Ausklang des WM-Jahres. Wie die drei Punkte zustande kamen, fragt aber eh niemand mehr, wenn die EM-Qualifikation geschafft ist. Nur gegen Spanien müssen am Dienstag müssen mehr Ideen her, will die DFB-Elf das Spiel gewinnen. Doch gegen den Europameister geht es ja nur ums Prestige.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker