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EM-Relegation: Bertis Debakel

Die von Berti Vogts trainierte schottische Nationalmannschaft musste eine herbe 6:0-Niederlage gegen die Niederländer einstecken und verpasst damit die Teilnahme an der EM in Portugal.

Die Niederlande ließen den von Berti Vogts betreuten Schotten keine Chance. Ruud van Nistelrooy (3) sowie Wesley Sneijder, Andre Ooijer und Frank de Boer (je 1) beteiligten sich in Amsterdam unter dem Jubel der begeisterten Oranje-Fans am berauschenden Torfestival. Vogts’ chancenlose "Bravehearts" konnten an die starke Leistung von Glasgow nicht anknüpfen und gingen im Sturmlauf der Gastgeber unter.

Mit breiter Brust angereist

In einer heißblütig geführten Partie machten die Gastgeber von Beginn an deutlich, dass sie nach der verpassten WM-Teilnahme 2002 auf keinen Fall erneut bei einem Großereignis fehlen wollten. Die von Trainer Dick Advocaat auf vier Positionen veränderte Mannschaft ließ den Gästen mit schnellem Kombinationsspiel kaum Momente zum Durchatmen. In der Anfangsphase versuchten die nach ihrem Heimsieg mit breiter Brust angereisten Schotten noch, den Gastgebern durch körperliche Härte Paroli zu bieten - Torchancen sprangen dabei allerdings kaum heraus.

Schnell zahlte sich jedoch aus, dass Advocaat, der seine Zukunft als National-Trainer mit der Qualifikation für die Euro 2004 verknüpft hatte, dieses Mal auf die Jugend setzte. Hatte in Glasgow noch das älteste niederländische Team überhaupt auf dem Platz gestanden, brachte der neu in die Mannschaft gerückte Sneijder (14.) die Platzherren in Führung. Er bereitete auch die beiden folgenden Treffer durch Ooijer (32.) und van Niesterooy (37.) per Freistoß vor.

Angriffswirbel

Auch nach dem Wechsel zelebrierten die Platzherren einen Angriffswirbel, der sich für das junge schottische Team mehr und mehr zu einer bittereren Lehrstunde entwickelte. Zwei weitere Treffer von Manchester United-Star van Nistelrooy (51., 67.) sowie ein Kopfball von Frank den Boer (64.) bescherten den Schotten am Ende ihr schlimmstes Debakel seit dem Amtsantritt von Vogts vor knapp eineinhalb Jahren.

Zuvor hatten sich Titelverteidiger Frankreich sowie Deutschland, Dänemark, Tschechien, Schweden, Griechenland, England, Bulgarien, Italien und die Schweiz als Sieger ihrer Ausscheidungs-Gruppen direkt für die EM qualifiziert. Gastgeber Portugal ist automatisch dabei.

Der Paukenschlag des Tages gelang Lettland: Zwar berannten die Türken angesichts des 0:1-Rückstands aus der ersten Partie von Beginn an mit Macht das lettische Gehäuse. Als Ilhan Mansiz (20. Minute) in Istanbul wie erhofft der frühe Führungstreffer gelungen war, schien auch alles perfekt für die Gastgeber zu laufen. Zumal Torjäger Hakan Sükür (64.) nach der Pause noch den zweiten Treffer anbringen konnte. Doch fast im Gegenzug markierte Jurijs Laizans (66.) das wertvolle Auswärtstor für die wackeren Letten, die durch Maris Verpakovskis (78.) gar noch zum Ausgleich kamen und nun EM-Premiere feiern dürfen.

Doppelschlag der Spanier

Die Spanier, die am Samstag gegen die Norweger nur einen knappen Vorsprung vorgelegt hatten, gingen in Oslo durch Raul (34.) in Führung. Dadurch bekam das Spiel der Iberer die nötige Sicherheit. Und bereits kurz nach Wiederanpfiff fiel die Entscheidung: Vicente (49.) und Jose Etxeberria (57.) erlösten per Doppelschlag den diesmal klar besseren EM-Champion von 1964. Norwegens Coach Nils Johan Semb trat nach der Partie wie angekündigt mit sofortiger Wirkung zurück.

Im Nachbarschafts-Duell in Ljubljana avancierte Torjäger Dado Prso vor 12 000 Zuschauern mit seinem Treffer in der 61. Minute zum Matchwinner für die Kroaten, die von der 59. Minute an Abwehrspieler Igor Tudor ersetzen mussten, der wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Für die Mannschaft von Teamchef Otto Baric ist es die zweite EM-Teilnahme nach 1996. Die Slowenen warten nach acht Begegnungen mit Kroatien weiter auf den ersten Sieg.

Russland schaffte, wie schon oft zuvor, wieder in aller letzter Minute die Qualifikation für Portugal. Den Russen reichte das "goldene Tor"von Wadim Jewsejew (22.), um Wales nach der Nullnummer im ersten Match das EM-Ticket streitig zu machen.

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