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Europa League: Athletic Bilbao und Atletico Madrid stehen im Finale

Athletic Bilbao und Atletico Madrid haben die Ehre der Primera División gerettet und nach dem Aus von Barca und Real in der Champions League das Finale der Europa League erreicht. Besonders spannend war es in Bilbao, der Final-Treffer von Fernando Llorente fiel erst in der 88. Minute.

Das Finale der Europa League wird wenig überraschend eine rein spanische Angelegenheit. In Bukarest treffen am 9. Mai Atheltic Bilbao und Atletico Madrid aufeinander, beide Teams sind auch in der spanischen Liga direkte Konkurrenten und kämpfen um die Teilnahme an der Champions League.

Dort hatten viele Landsleute auch mit einem spanischen Finale gerechnet, der FC Barcelona und Real Madrid waren aber im Halbfinale ausgeschieden. Bilbao machte es nach der 1:2-Hinspielniederlage besser und schaltete Sporting Lissabon mit einem 3:1-Sieg im Rückspiel aus. Atletico wiederum zehrte gegen den FC Valencia vom 4:2-Sieg in der vergangenen Woche vor eigenem Publikum, Valencia schaffte mit der 0:1-Niederlage im Mestalla die Wende nicht.

Für Atletico machte Adrian mit einem Traumtor (60.) den Deckel drauf, in Bilbao war es wesentlich spannender. Nach den Toren von Susaeta (17.) und Ibai Gomez (44.) für Atheltic sowie Ricky van Wolfswinkel (45.) für Sporting sah es schon nach einer sicheren Verlängerung aus, Torjäger Fernando Llorente schlug dann aber kurz vor Schluss doch noch zu (88.).

Athletic Bilbao – Sporting Lissabon 3:1

Bilbaos Trainer Marcelo Bielsa hatte seine Mannschaft sehr offensiv aufgestellt, Bielsas Ziel war nach der unglücklichen Pleite im Hinspiel ein frühes Tor. Und seine Mannschaft hatte gut zugehört, bei der 1:0-Führung harmonierte die offensive Dreierreihe perfekt. Nach einem robusten Einsteigen von Ander Herrara konnte Jungstar Iker Muniain ungestört flanken, Llorente legte mit der Brust ab und Susaeta vollendete (17.).

Lissabon zeigte sich aber nicht geschockt, trotz der prächtigen Atmosphäre im San Mamés. Bruno Pereirinha hatte drei Minuten später bereits die große Chance zum Ausgleich, köpfte aber vorbei. Doch Sporting hat ja van Wolfswinkel. Der Niederländer ist sowohl in Portugal als auch in der Europa League der beste Torschütze und zeigte sich auch beim Ausgleichstreffer im Anschluss an einen Eckball hellwach (44.). Zuvor hatte van Wolfswinkel die dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb gesehen und wäre bei einer Finalteilnahme gesperrt gewesen.

Athletic schaffte aber noch vor dem Pausenpfiff den Rückschlag. Erneut war es Llorente, der den Ball toll auflegte, diesmal profitierte Gomez (45.). Damit war das Hinspielergebnis egalisiert und die Zeichen standen vorerst auf Verlängerung.

Bilbao: Llorente der Held

Nach der Pause wollte Bilbao wieder ein frühes Tor und erhöhte nochmal das Tempo. Sporting-Keeper Rui Patricio war beim Schuss von Susaeta aber zur Stelle (51.), kurz darauf setzte Innenverteidiger Javier Martinez einen Kopfball an den Pfosten. Doch auch Sporting versteckte sich nicht, Emiliano Insua scheiterte mit einem Freistoß ebenfalls am Aluminium (55.).

Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zusehends, Chancen waren Mangelware und beide Teams konzentrierten sich frühzeitig auf die anstehende Verlängerung. Doch Athletic hatte noch einen Pfeil im Köcher und wieder war es Llorente, der entscheidenden Anteil hatte. Gomez setzte sich auf der linken Seite gut durch und der Stürmer brachte irgendwie seinen Fuß in die Passbahn – Patricio konnte nur noch hinterherschauen (88.).

Der Jubel im San Mamés kannte keine Grenzen, denn die stolzen Basken haben damit in dieser Saison zwei Chancen auf einen Titel. Neben dem Finale der Europa League steht Athletic auch im Finale der Copa del Rey, dort wartet am 25. Mai der FC Barcelona.

FC Valencia – Atletico Madrid 0:1

Das zweite Halbfinale war nicht weniger hochklassig, allerdings verpasste es der FC Valencia in der ersten Halbzeit die guten Torchancen zu nutzen. Nach einer Viertelstunde legten die Gastgeber die taktischen Fesseln ab und spielten fast permanent in eine Richtung.

Die größten Möglichkeiten vergaben Jonas (21.), Sofiane Feghouli (22./30.), der seine Fernschüsse knapp vorbei setzte, und die Leihgabe von Real Madrid, Sergio Canales (28./35.). Erst gegen Ende des ersten Durchgangs konnte sich Atletico befreien, Valencias Torwart Diego Alves war gegen Radamel Falcao (41.) und Adrian (43.) aber zur Stelle.

Adrian schockt Valencia – Tiago siegt Rot

Die Gäste kamen nach der Pause etwas engagierter aus der Kabine, störten Valencia früher und trauten sich auch offensiv mehr zu. Der Lohn war ein Traumtor von Adrian: Der Ex-Wolfsburger Diego, ansonsten eher mit Defensivaufgaben betraut, spielte einen Traumpass, Adrian holte den Ball mit der Brust runter und nagelte in den Winkel (60.). Damit hätte Valencia mindestens drei Treffer erzielen müssen – ein schwieriges Unterfangen, zumal der starke Sergio Canales kurz vor dem Rückstand verletzt vom Platz musste.

Das Tor hinterließ beim FC Valencia Spuren, vom Tempo der ersten Halbzeit war nichts mehr zu sehen. Atletico hatte alles unter Kontrolle und hätte locker für Bukarest planen können, wenn da nicht Tiago gewesen wäre. Schiedsrichter Damir Skomina entschied nach einem Handspiel von Valencias Tino Costa im Atletico-Strafraum zunächst auf Elfmeter, nahm diese Entscheidung aber zurück. In der anschließenden Rudelbildung verlor Tiago die Nerven, ohrfeigte Roberto Soldado und bekam von Skomina zurecht die Rote Karte gezeigt.

Trotzdem schaffte Atletico nach 2010 wieder den Einzug ins Finale der Europa League. Damals in Hamburg siegten die Madrilenen nach Verlängerung 2:1 gegen den FC Fulham, in diesem Jahr wird es ein rein spanisches Duell.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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