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Europa League: Schalke 04 schlägt Maccabi Haifa 3 -1

Zu Wochenbeginn drohte eine Erkältung Christian Fuchs auszubremsen, ein Einsatz schien fraglich. Doch der Österreicher wurde rechtzeitig fit und schoss Königsblau zum Pflichtspieleinstand von Neu-Trainer Huub Stevens mit zwei Toren auf Siegkurs. Dass er auch beim Gegentreffer nicht unbeteiligt war, fiel da nicht mehr ins Gewicht.

Zum Wochenbeginn hatte Christian Fuchs noch mit einer Erkältung zu kämpfen, hatte als Vorsichtsmaßnahme am Dienstag nicht am Training teilnehmen können. Doch er wurde rechtzeitig fit zum Europa League-Spiel gegen Maccabi Haifa und brachte Schalke nach dem 0:0 zum Auftakt bei Steaua Bukarest die ersten drei wichtigen Punkte in der Gruppe J.

In einer Partie, die Schalke eigentlich klar bestimmte, sich aber durch Nachlässigkeiten in der Defensive hinten gegen insgesamt deutlich limitierte Israelis das Leben unnötig schwer gemacht hatte, brachten Fuchs (8./65.) und José Manuel Jurado (82.) den 3:1-Sieg unter Dach und Fach. Idan Vered (35.) war nach einer Unkonzentriertheit der königsblauen Viererkette immerhin der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.

Führung gab keine Sicherheit

Zunächst hatte es nicht nach einem Einstand nach Maß für Trainer Huub Steven im ersten Pflichtspiel nach seiner Rückkehr auf Schalke ausgesehen. Denn die ersten gefährlicheren Aktionen gegen die Schalker Defensive um Rückkehrer Christoph Metzelder und Benedikt Höwedes sowie den rechtzeitig gesundeten Keeper Ralf Fährmann hatte Haifa. Doch dann kam Fuchs, dessen Einsatz in den letzten Tagen auch nicht sicher gewesen war. Nach einem schönen Doppelpass mit Klaas-Jan Huntelaar kam er in den Strafraum und konnte den Ball unbedrängt aus halblinker Position zum etwas überraschenden 1:0 ins lange Eck schießen.

Schalke verdiente sich die Führung in der Folge durch größere Spielanteile, musste sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dabei zu wenige Chancen zu kreiieren und die wenigen, die sich boten nicht zu nutzen. Der emsige Julian Draxler hatte sich nach einer guten halben Stunde bis an die Grundlinie durchgespielt und in den Rückraum zu Raúl gepasst, der allerdings aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Und das rächte sich.

Vereinzelt hatte Schalke durch Unkonzentriertheiten die Israelis in Ballbesitz gebracht, diese Fehler gegen den limitierten Gegner jedoch meist ausbügeln können. Nicht so allerdings in der Szene, die zum 1:1 führte. Erst hatte niemand Vered an der Strafraumgrenze gestoppt und dann keiner verhindert, dass er nach einem Abpraller erneut an den Ball kam. Seinen ersten Schuss konnte Fährmann dann nur zur Seite prallen lassen. Fuchs und die Kollegen in der Viererkette reagierten zu langsam und ließen zu, dass Vered dem Keeper den Ball zum 1:1 durch die Beine schieben konnte.

Fuchs und Jurado machen alles klar

Kurz vor der Pause hatte Referee Manuel De Sousa durch einen unberechtigten Abseitspfiff Huntelaar dann noch die Chance zur Führung verbaut. Schalke war auch im zweiten Durchgang die bessere Mannschaft. Doch die Hausherren spielten weiter teils unkonzentriert, teils zu langsam, so dass ein von Raúl neben das Tor platzierter Kopfball und Jefferson Farfans Schuss aus spitzem Winkel die einzigen Chancen in der Anfangsviertelstunde blieben, bis Fuchs mit einem direkten Freistoß aus 28 Metern das 2:1 erzielen konnte.

Die defensiven Unkonzentriertheiten konnte Schalke aber auch nach dem erneuten Vorsprung zunächst nicht ablegen. Sie ließen ihren Gegenspielern viel zu viel Platz. So bediente der kurz zuvor eingewechselte Vladimir Dvalishvili seinen Mitspieler Mohammad Ghadir, der Fährmann umkurvte, aber aus spitzem Winkel nicht am auf der Linie postierten Marco Höger vorbeikam. Kurz darauf konnte Schalkes Keeper vor vom Vered geschickten Ghadir klären.

Doch in der Schlussviertelstunde machte Schalke dann den Sack zu. Zunächst hatte Huntelaar nach einer Flanke des eingewechselten Jurado mit dem Kopf nur die Latte getroffen, dann machte es der Spanier selbst besser. 30 Meter vor dem Tor war er an den Ball gekommen, an seinen Gegenspielern vorbei in den Strafraum gelaufen und hatte den Ball mit dem rechten Außenrist zum 3:1-Endstand ins lange Eck geschoben.

Noch Arbeit in der Defensive

Schalke übernimmt durch den Sieg die Tabellenführung in der Gruppe J und wurde damit der Favoritenstellung vom Ergebnis her gerecht. Doch muss man festhalten, dass ein stärkerer Gegner als Maccabi aus den von den Schalkern angebotenen Lücken und Nachlässigkeiten sicherlich mehr gemacht hätte. Gerade in der Defensive wird Huub Stevens in den nächsten Tagen vor dem Auswärtsspiel beim HSV noch einige Schrauben drehen müssen.

Malte Asmus 

sportal.de / sportal

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