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Europa League: Schalke und Hannover - Selbstbewusst vor Europa League-Achtelfinal-Rückspiel

Vor den Rückspielen gegen Twente Enschede und Standard Lüttich greifen die Spieler von Schalke und Hannover tief in die Phrasenkiste. Die Hoffnungen auf einen Einzug ins Viertelfinale der Europa League sind in beiden Lagern groß.

Vor den Achtelfinal-Rückspielen der Europa League sparen die Spieler der deutschen Vertreter Schalke 04 und Hannover 96 mal wieder nicht beim Griff in die Phrasenkiste. Wenig überraschend: Beide Mannschaften sind total heiß auf die Partien gegen Twente Enschede und Standard Lüttich und wollen selbstverständlich weiter kommen.

"Wir sind alle brutal heiß", erklärte Schalkes Torhüter Timo Hildebrand und Kollege Lewis Holtby versprach: "Wir werden ein Feuerwerk abbrennen." In Hannover hofft Jan Schlaudraff darauf, "eine Riesengeschichte“ schreiben zu können. So wenig verwunderlich diese Aussagen vor dem Spiel sind, so berechtigt sind die Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale der Europa League allemal.

Schalke muss zu Hause eine 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel in den Niederlanden wettmachen, Hannover reichte nach dem 2:2 in Lüttich schon ein 0:0 oder 1:1. Beides durchaus erreichbare Vorgaben, zumal gerade Schalke die im Hinspiel noch fehlenden Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan wieder einsetzen kann und auch auf Joel Matip zurückgreifen darf.

Matip darf für Schalke gegen Enschede auflaufen

Überraschend hatte die UEFA nämlich nach einem neuerlichen Schalker Einspruch das endgültige Urteil gegen ihn verschoben, nachdem tags zuvor die Sperre des Nationalspielers aus Kamerun noch bestätigt worden war. Im Hinspiel soll Matip Twentes Stürmer Luuk de Jong im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht haben. Der schottische Schiedsrichter Craig Thomson hatte dies als Notbremse gewertet und Matip Rot gezeigt. Den Elfmeter verwandelte de Jong (61.) zum 1:0-Sieg.

Doch die TV-Bilder entlarvten sowohl Platzverweis als auch Strafstoß als krasse Fehlentscheidungen. Nun hatte die UEFA offenbar ein Einsehen und traf eine salomonische Entscheidung. Wohl auch, um Schalke nicht ein weiteres Mal gegen den selben Gegner für ein Vergehen zu bestrafen, das keines war. Allerdings ist die Sache nicht ganz vom Tisch. Das endgültige Urteil soll nun am Freitag fallen. Dann werden in Nyon auch die Viertel- und Halbfinalspiele ausgelost. Sollte Matips Sperre Bestand haben, müsste der Innenverteidiger im nächsten Europacupspiel aussetzen.

Personell ist Schalke bis auf den verletzten Christoph Metzelder also gut gerüstet, durch die Schiedsrichterfehlentscheidungen des Hinspiels bestens motiviert. Trotz aller Revanchegelüste warnte Jermaine Jones jedoch davor, gegen Twente zu überziehen. "Nach dem Hinspiel waren wir alle unglaublich enttäuscht. Jetzt ist die Mannschaft natürlich heiß", sagte der Mittelfeldabräumer. "Aber es wird wichtig sein, nicht mit Hass, sondern mit klarem Kopf in das Spiel zu gehen." Nur so könne der benötigte Sieg eingefahren werden.

Hannover will gegen Lüttich wieder treffen

Hannover reicht bereits ein torloses Remis, um den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte unter Dach und Fach zu bringen. "Wir wissen, wenn die Null hält, dann sind wir weiter", meinte Schlaudraff. Allerdings muss die Null diesmal hinten halten und nicht wie noch am Wochenende gegen Werder Bremen vorne. Präsident Martin Kind nahm die Derby-Pleite jedoch mit Humor und erwartet keine negativen Auswirkungen.

"Ich bin zuversichtlich, wir haben uns die Tore für Lüttich aufgehoben", sagte Clubchef Martin Kind: "Ich glaube, wir kommen weiter." Problematisch ist dabei nur, dass mit Stürmer Mame Diouf ausgerechnet der Mann auszufallen droht, der beim 2:2 im Hinspiel noch den so wichtigen Ausgleich hatte erzielen können.

Daher könnte Schlaudraff eine Schlüsselrolle zukommen, denn über ihn laufen die meisten Konter der Niedersachsen. "Die müssen kommen, das kommt uns entgegen", sagte Trainer Mirko Slomka über den Gegner und stellte fest: "Wir haben eine recht ordentliche Ausgangsposition."

sportal.de / sportal

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