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Europa Legaue: Hertha fliegt hochkant raus

Herber Rückschlag für Hertha: Im Rückspiel des Sechzehntel-Finales der Europa League kassierten die Berliner gegen Benfica Lissabon eine deutliche Niederlage. Das war es vorerst mit internationalen Fußball-Träumen in der Hauptstadt.

Im Regen von Lissabon ist Hertha BSC kräftig baden gegangen und hat sich höchstwahrscheinlich für längere Zeit von der europäischen Bühne verabschiedet. Nach dem kleinen Lichtblick zuletzt in Freiburg (3:0) ging der Bundesliga-Letzte aus Berlin am Dienstagabend in der Europa League mit 0:4 (0:1) bei Benfica unter; im Achtelfinale stehen wie erwartet die Portugiesen. Aimar (25. Minute), Oscar Cardozo (48. und 62.) und Javi Garcia (59.) demütigten vor rund 25 000 Zuschauern, die mit einer Schweigeminute der Opfern der Überschwemmungen auf Madeira gedachten, die völlig überforderte Hertha. Höher hat Hertha im Europacup noch nie verloren; im Dezember 2008 hatte es bei Olympiakos Piräus ebenfalls ein 0:4 gegeben. Schon am Samstag wartet auf die Berliner beim schwierigen Unternehmen Klassenverbleib gegen Hoffenheim die nächste heikle Aufgabe.

Die Gäste aus der deutschen Hauptstadt hatten von Beginn an nicht nur mit einem Wolkenbruch, sondern auch mit der starken Benfica- Offensive zu kämpfen. Und das von Trainer Friedhelm Funkel angesichts des weit wichtigeren Abstiegskampfes in der Bundesliga auf einigen Position veränderte Team stand dabei auf verlorenem Posten. Vor allem das Trio Aimar, Javier Saviola (beide Argentinien) und Cardozo (Paraguay), das in der Meisterschaft schon 52 Tore produziert hat, stürzte Hertha immer wieder ins Chaos. Die Vorgabe von Funkel, das Spiel "so lange wie möglich zu Null" zu halten, war nach knapp einer halben Stunde dahin. Aimar setzte sich im Zentrum durch, die Rettungsaktion von Arne Friedrich kam zu spät. "Benfica hat enorm viel Druck gemacht", analysierte Hertha-Manager Michael Preetz.

Hertha-Abwehr löchrig wie Schweizer Käse

Zunächst verhinderten nur die Latte (39.) und doppeltes Pech beim starken argentinische Flügelflitzer Angel Di Maria (18.), der beim 1:1 im Hinspiel in Berlin selbst getroffen hatte, weitere Treffer des 31-maligen portugiesischen Meisters. Funkel hatte sein Team mit der Marschroute ins Stadio Da Luz geschickt, "kompakt zu stehen und aus einer gut gestaffelten Abwehr nach vorn zu spielen" - nur Raffael ging in zarten Ansätzen die zweite Aufgabe an. Einen Flatterball des Brasilianers hielt Benfica-Schlussmann Julio Cesar nur mit Mühe (33.), kurz danach scheiterte Raffael mit einem zweiten Versuch.

Mit Hilfe von Herthas Verteidiger Lukasz Piszczek, der einmal mehr eine Flanke des überragenden Di Maria nicht verhindern konnte, und von Drobny machte Benfica schon zu Beginn der zweiten Hälfte den Sack zu. Der tschechische Torwart unterlief die Eingabe, Cardoso stand genau richtig. Vor dem dritten Gegentor wehrte Steve von Bergen eine Benfica-Ecke genau vor die Füße von Javi Garcia ab, der Spanier bedankte sich mit dem 3:0. Und beim zweiten Treffer von Cardoso griff die komplette Hertha-Abwehr nicht mehr ein. Nach zwei 1:1-Remis war es für Hertha die erste Niederlage gegen Benfica - und die hätte durchaus noch wesentlich heftiger ausfallen können.

Emilio Rappold/DPA / DPA

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