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Bundesliga im stern-check: Der Fall Ancelotti - wer angespuckt wird, darf den Mittelfinger zeigen

Tumulte, Beschuldigungen und ein Mittelfinger: Das Last-Minute Tor der Bayern gegen Hertha BSC sorgte für hitzige Diskussionen und Leipzigs Timo Werner arbeitete weiter an seiner Schwalbenkunst.

Dardai und Ancelotti

Carlo Ancelotti (r.) und Trainerkollege Pal Dardai

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltages

Das Berliner Olympia-Stadion drohte zu explodieren. Es lief die 96. Minute, Hertha führte mit 1:0 gegen die Über-Bayern, der Traum vom Heimsieg gegen den Rekordmeister war zum Greifen nah - doch dann verdaddelten es die Berliner Profis in den letzten Sekunden. Sie verteidigen den letzten Freistoß der Bayern dilettantisch, der famose Robert Lewandowski reagiert am schnellsten und schiebt den Ball im Getümmel über die Linie. Danach: Rudelbildung, Schnappatmung bei allen Beteiligten. Hertha-Coach Pal Dardai spricht wegen der langen Nachspielzeit (fünf Minuten) vom Bayern-Bonus. Unter den Hertha-Fans herrscht Fassungslosigkeit. Offenbar gibt es Pöbeleien gegen die Bayern-Bank, laut Aussage von Bayern-Trainer Carlo Ancelotti soll er angespuckt worden sein. Auch Schiedsrichter Partick Ittrich soll er erwischt haben. Und was macht dieser besonnene Genussmensch Ancelotti, der normalerweise die Ruhe selbst ist: Er zeigt den Hertha-Fans (oder dem mutmaßichen Spucke-Attentäter) auf dem Weg in die Katakomben den Stinkefinger. Der DFB ermittelt. Darf ein Trainer so reagieren? Trainerkollegen wie Dieter Hecking und Ralph Hasenhüttel zeigten Verständnis. Und seien wir ehrlich: Angespuckt zu werden ist ekelerregend. Wer an Ancelottis Stelle ruhig geblieben wäre, hätte übermenschlich gehandelt. Ancelotti ist Gott sei Dank durch und durch ein Mensch.


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Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Das Trikot von Karim Bellarabi, das er am Freitag im Spiel gegen Augsburg trug, wandert ins DFB-Museum in Dortmund. Der deutsche Nationalspieler hat das historische Kunststück fertig gebracht, das 50.000 Tor der Bundesliga-Geschichte zu schießen. Es war das 1:0 (am Ende gewann Leverkusen mit 3:1). Und es war ein schönes. Nach einer schnellen Kombination legte Youngster Kai Havertz, 17 Jahre alt, den Ball passgenau in die Mitte, Bellarabi brauchte nur noch einzuschieben.

Gewinner des Tages

Diesen Titel verleihen wir für den 21. Spieltag an Borussia Dortmund. Die Südtribüne war gesperrt wegen der beleidigenden Plakate der BVB-Fans gegen RB Leipzig vor zwei Wochen. Doch auch ohne Unterstützung der gelben Wand gelang den Dortmundern ein überlegener Sieg gegen Wolfsburg (3:0). Damit kletterte der BVB wieder auf den dritten Tabellenplatz. Die Dortmunder Fans punkteten ihrerseits mit zum Teil witzigen Protesten gegen die Kollektiv-Verbannung. Die "böse Oma von der Südtribüne" oder die Kiddies, die ein Plakat mit der Aufschrift "Gegen Hass und Gewalt" und "Wir wollen auf die Süd" hochhielten, zeigten, dass Dortmunder Fans auch anders können.


Verlierer des Tages

Timo Werner ist ein hoch talentierter Angreifer. Timo Werner ist aber auch ein talentierter Schauspieler. Zumindest wenn man sich die Schauspieleinlagen anschaut, die der Leipziger Angreifer gerne zeigt. Seine Schwalbe in der Hinrunde im Spiel gegen Schalke ist bekannt. Dafür hat der Junge viel Kritik und sogar Anfeindungen einsteckt. Aber daraus gelernt hat er offensichtlich nicht. Am Sonntag im Spiel gegen Gladbach lief die Schlussphase, Leipzig führte (verdient) mit 2:1, da bekam Gladbach in der Nachspielzeit einen Freistoß zugesprochen. Nach Hereingabe des Balles pfiff der Schiedsrichter auf Stürmerfoul gegen Gladbach, alles gut also für die Gäste. Dann berührte Gladbachs Jantschke Werner ganz leicht mit der Schulter, Werner fiel, als hätte ihn ein Blitz getroffen. Die Gladbacher regten sich auf, Leipziger Spieler eilten hinzu, um Werner zu beschützen, es gab wilde Diskussionen. Werner hat ein Image als Umfaller, dass wissen sie auch in Mönchengladbach. Timo Werner sollte die Einlagen einfach lassen. Dann wird man ihn irgendwann nur noch als hochtalentierten Stürmer betrachten, der wie gegen Gladbach wichtige Tore erzielt. 

Bild des Tages

Chicharito jubelt nach seinem Tor gegen Augsburg

Chicharito im Blindflug nach seinem ersten Tor gegen Augsburg. Das war klassisches Understatement, denn der mexikanische Stürmer ist alles andere als blind, sondern sehr zielgenau. Das bewies er gegen Augsburg einmal mehr mit zwei Treffern.


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