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Nach Bundesliga-Studie Stuttgart-Arzt klagt an: Doping auch beim FC Bayern

Steckte der FC Bayern auch im Dopingsumpf der 80er Jahre? Das behauptet ein Mediziner des VfB Stuttgart. Unterdessen erhält der DFB keine Akteneinsicht in die Doping-Fälle.

Der Doping-Skandal der Bundesliga in den 80er Jahren sorgt weiter für Aufregung: Angeblich sollen neben dem SC Freiburg und dem VfB Stuttgart weitere Vereine in Dopingpraktiken mit Anabolika verstrickt gewesen sein. Der Mannschaftsarzt der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart, Dr. Alois Hornung, beschuldigt auch den FC Bayern München des Dopings.

"Dass dort auch Substanzen verabreicht wurden, die teilweise illegal waren, davon darf man - denke ich - ausgehen. Das waren nicht nur Spieler vom VfB Stuttgart. Da kann man Bayern München gleich mal dazunehmen. Und 1860, Nürnberg, Freiburg und Karlsruhe – die sind ja alle zum Armin Klümper. Wenn es nicht besser wurde, sind sie da hingerannt", sagte Hornung in der ARD-"Sportschau".

Hornung arbeit seit 1980 in der medizinischen Abteilung des VfB. Zu Klümper sagte Hornung: "Der hat halt das gespritzt, was er wollte und hat sich um Bestimmungen wenig gekümmert. Da hat er mehr darüber gelacht und das weiß auch jeder."

Keine Akteneinsicht für DFB und SCF

Unterdessen kann sich sich die Freiburger Untersuchungskommission in den nächsten Tagen erstmals selbst ein noch detaillierteres Bild machen. Wie die Vorsitzende des Gremiums, Letizia Paoli, in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schrieb, erhält der Ausschuss "nächste Woche rund 5000 Seiten Kopien" von Gerichtsakten. Sie stammen aus einem Prozess in den achtziger Jahren gegen Klümper wegen Untreue. Dem Wunsch des DFB und SC Freiburg, ebenfalls Akten-Einsicht zu bekommen, kann die Kommission aber nicht nachkommen, wie Paoli weiter erklärte. Zuvor hatte sich schon der VfB Stuttgart vergeblich um einen Einblick in die explosiven Unterlagen bemüht.

"Aufgrund der von jedem Kommissionsmitglied abgegebenen Erklärung zur Einhaltung der Archivauflagen kann und darf die Kommission Ihren Bitten nicht nachkommen. Andernfalls würde sie höchstwahrscheinlich ihren Aktenzugang verlieren", schrieb Paoli an den Vorsitzenden der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch. Der Verband könne sich indes an das Staatsarchiv Freiburg wenden und dort um eine Verkürzung der Sperrfristen bitten.

feh/DPA DPA

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