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DFB-Ausbootung: "Wir fangen sie auf": Bayern-Torwart Ulreich berichtet, wie Müller und Co. im Training reagierten

Bayern-Torhüter Sven Ulreich berichtet in einem Interview über die Enttäuschung, die bei den aus der Nationalelf ausgebooteten Spielern Müller, Hummels und Boateng zu spüren ist. Wie sein Trainer Niko Kovac kann er die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Sven Ulreich mit Mats Hummels und Thomas Müller

Plausch auf dem Trainingsplatz: Sven Ulreich mit den aus der Nationalelf ausgebooteten Mats Hummels und Thomas Müller (v. re.).

Getty Images

Alltag an der Säbener Straße in München heißt in aller Regel: Training. Der Alltag eines Fußballprofis geht für Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng natürlich auch weiter, nachdem Nationalcoach Jogi Löw die drei Weltmeister in Diensten des FC Bayern aus der Nationalmannschaft entlassen hat. So ganz wie noch vor einigen Tagen ist es für die drei aber doch nicht, berichtet Bayern-Torwart Sven Ulreich in einem Interview mit "Focus online" vom Training.

"Ein Stück weit Niedergeschlagenheit war bei ihnen schon da", umschreibt der zweite Mann im Tor des Rekordmeisters die Gemütsverfassung der nun Ex-Nationalspieler. "Ich weiß nicht, wie die Gespräche gelaufen sind, aber als Spieler wünscht man sich ein anderes Ausscheiden", so Ulreich, der selbst bisher kein Länderspiel absolviert hat, aufgrund der Verletzung von Manuel Neuer aber kurzzeitig vor der WM in Russland im Gespräch war. "Wir fangen sie auf, wir brauchen sie", betonte der 30-Jährige.

Sven Ulreich: "Nur mit Jungen geht das nicht"

Sportlich nachvollziehen kann Ulreich die Entscheidung von Jogi Löw eher nicht. "Es sind Weltklassespieler für mich", sagte er. Und weiter: "Wenn ich überlege, wie Mats Hummels gegen Liverpool verteidigt hat." Boateng sei mit seiner Erfahrung ebenfalls sehr wertvoll und Thomas Müller "ist einfach ein Sprachrohr". Vor allem Müller und Hummels seien auch beim FC Bayern zwei, die die jungen Spieler anleiten und führen. "Sie wären in meinen Augen sicherlich sehr wichtig geworden für die nächsten Turniere", kommentiert Ulrich die Löw-Entscheidung. Nur mit jungen Spielern könne man kaum erfolgreich sein, und seine Teamkollegen wären prädestiniert gewesen, den Neubeginn zu begleiten.

Mit dieser Kritik liegt Ulreich auf einer Linie mit seinem Club-Coach Niko Kovac, der den Kurs von Jogi Löw ebenfalls nicht nachvollziehen kann. "Meine Spieler sind enttäuscht. Gerade die Endgültigkeit mit 30 und 29 schon als altes Eisen bezeichnet zu werden, das ist nicht richtig", erklärte der Bayern-Cheftrainer. "Es gibt nichts Besseres und Größeres für einen Fußballer, als für sein Land zu spielen", betonte Kovac. Er riet den von Löw aussortierten Thomas Müller, Jérôme Boateng und Hummels zu einer Trotzreaktion, "um sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass sie die Qualität haben, für ihr Land zu spielen." Alle seien "Profis und tolle Charaktere, die es in ihrer Laufbahn schon oft bewiesen haben: Wenn der Druck groß ist, sind sie zu Höchstleistungen imstande."

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dho mit / DPA

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