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FC Bayern: Hoeneß fordert Ende der "Selbstzufriedenheit"

Auch der glückliche 2:1-Sieg in Rostock stimmt die Vereinsbosse nicht milde: Vor dem morgigen CL-Spiel in Anderlecht fordert Hoeneß das Ende der "Alibipässe". Einziger Lichtpunkt: Roy Makaay - für Rummenigge der neue Gerd Müller.

Uli Hoeneß hat beim FC Bayern München einen gefährlichen Schlendrian ausgemacht. Mit einem energischen Weckruf will der Manager ein böses Erwachen beim Start in den "heißen Herbst" verhindern. Den 2:1-Sieg in Rostock geißelte die vereinseigene "Abteilung Attacke" als "großen Mist" und forderte vor dem wegweisenden Bewährungsprobe am Dienstag (20.45 Uhr/Premiere) in der Champions League beim RSC Anderlecht ein Ende der "Alibipässe"und "Selbstzufriedenheit".

"Wir haben momentan Probleme"

"Wenn Uli Hoeneß sagt, man hat Mist gespielt, hat er Recht. Wir müssen wieder besser spielen", begrüßte Trainer Ottmar Hitzfeld am Montag die öffentliche Schelte des Managers, die auch Karl-Heinz Rummenigge gut hieß: "Uli hat Recht gehabt, frühzeitig zu warnen. Anderlecht wird kein Selbstläufer", betonte der Vorstands-Chef. In der Mannschaft stieß die Hoeneß-Kritik nur bedingt auf Verständnis: "Wir haben momentan Probleme, aber entscheidend ist es zu gewinnen", kommentierte der französische Nationalspieler Bixente Lizarazu.

Verletztenmisere darf keine Ausrede sein

Sechs Ausfälle (Jeremies, Deisler, Scholl, Rau, Sagnol, Zickler) wollen die Bosse nicht als Entschuldigung für schwächere Leistungen gelten lassen. "Einige spielen vom Engagement nicht so, wie es sein muss", kritisierte Rummenigge. Mangels Alternativen fehlt allerdings momentan das wirkungsvollste Druckmittel: "Wenn man viele Verletzte hat, wissen die, die gesund sind, dass sie gesetzt sind", klagte Rummenigge.

Hargreaves und Pizzaro sollen spielen

Im wichtigen Champions-League-Spiel gegen Anderlecht will Hitzfeld zumindest Roque Santa Cruz und Hasan Salihamidzic eine schöpferische Pause verordnen. Für sie kommen Claudio Pizarro im Sturm und der noch leicht angeschlagene Owen Hargreaves im halbrechten Mittelfeld in die Mannschaft. Außerdem soll der in der Bundesliga gesperrte Zé Roberto auf der linken Seite an Stelle von Bastian Schweinsteiger das Angriffsspiel beleben.

Makaay erinnert Rummenigge an Gerd Müller

Nationaltorhüter Kahn will gegen den belgischen Rekordmeister endlich einmal wieder "zu Null" spielen, doch die Erfolgshoffnungen der Bayern ruhen in erster Linie auf den Schultern von Roy Makaay. Schon beim 2:1 gegen Celtic Glasgow war Makaay mit zwei Toren der Matchwinner, und nach insgesamt fünf Toren in den letzten vier Spielen lobt Rummenigge den Niederländer bereits in höchsten Tönen: "Makaay erinnert mich an Gerd Müller in seinen besten Zeiten." Makaay fühlte sich von diesem Lob zwar geehrt, will sich aber nicht mit "Herrn Müller" vergleichen: "Gerd Müller war der beste deutsche Stürmer aller Zeiten."

Von Gelassenheit und guter Stimmung war jedenfalls nichts zu spüren, als die Bayern am Montag ihre erste Champions-League-Reise seit fast einem Jahr antraten.

Klaus Bergmann, dpa / DPA

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