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Thomas Müller vor Donezk-Spiel "Man weiß, dass dort dieser schreckliche Krieg ist"


Das Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk ist für die Bayern nicht wie jedes andere. Bis zuletzt wurde in der Ukraine mit schweren Waffen gekämpft. Thomas Müller hat ein "komisches Gefühl".

Thomas Müller hat vor dem Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk ein "ganz komisches Gefühl". Es sei "schwer zu begreifen und ein eigenartiges Empfinden, gegen eine Mannschaft zu spielen, die in einem Kriegsgebiet beheimatet ist", sagte der Torjäger des FC Bayern München dem "Kicker" vor der Partie am Dienstag.

Das Achtelfinal-Hinspiel wird wegen des Konflikts in der Ostukraine nicht in Donezk, sondern in Lwiw (Lemberg) im Westen des Landes ausgetragen. "Es ist seltsam, dass man Champions League spielt und dazu in eine andere Stadt ausweichen muss", sagte Müller.

"Diese Situation ist irgendwie surreal"

Die Mannschaft des FC Bayern wollte die Reise nach Lwiw erst am Montagnachmittag antreten. Nach der Partie geht es noch in der Nacht zurück nach München. "Diese Situation ist irgendwie surreal. Man weiß, dass dort dieser schreckliche Krieg ist, realisiert es aber nicht so, weil man so eine schlimme Situation nicht kennt - Gott sei Dank nicht kennt", beschrieb Müller seine Gefühlslage.

Der 25-Jährige warnte vor Erwartungen, der Sport oder die Vereine sollten in politische Fragen eingreifen. "Andererseits dürfen und können wir Fußballer die Augen vor so gravierenden Problemen nicht verschließen", sagte Müller.

Sein Teamkollege Arjen Robben sagte: "Man fährt da nicht hin und schaltet alles aus". Trotz Feuerpause ist er sich sicher: "Das ist schon im Kopf. Wir sind zwar Fußballspieler, aber zuallererst Menschen." Und Fußball ist nicht gerade das, was die Leute in der krisengeplagten Ukraine gerade zum Leben benötigen, auch nicht im mehr als 1000 Kilometer von Donezk entfernten Lwiw im ruhigen Westteil des Landes.

Nach Spielschluss schnell wieder zurück

"Die Uefa hat entschieden, dass wir da spielen, wo wir jetzt spielen. Das haben wir zu akzeptieren", erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Immerhin mache die Waffenruhe den heiklen Ausflug ein Stück entspannter: "Wir sind alle zufrieden, dass dieser Waffenstillstand ausgehandelt worden ist." Trainer Pep Guardiola zeigte sich in erster Linie "besorgt über die Situation der Leute, die in der Ukraine leben". Für sie hofft er auf eine rasche Besserung der Umstände.

Der #linK;http://www.stern.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-90249984t.html;FC Bayern# beschränkt seinen Ukraine-Trip zeitlich auf das nötigste. Das Abschlusstraining wurde am Montag noch in München absolviert; auch der zuletzt angeschlagene Xabi Alonso war dabei. Nach dem Spiel geht es mit dem Charterflieger direkt zurück, geplante Landung in München um 2.15 Uhr in der Nacht zum Mittwoch. Für Kapitän Bastian Schweinsteiger und seine Teamkollegen geht es trotz der ungewöhnlichen Bedingungen in erster Linie darum, einen Job zu erfüllen. "Die Situation dort ist anders, aber wir haben ein Spiel zu spielen. Darauf muss die Konzentration liegen", sagte stellvertretend Nationalspieler Holger Badstuber.

feh/DPA DPA

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