FC Bayern München "Ein Wörtchen mitreden"


Der FC Bayern München ist bescheiden geworden. Vor Beginn der Champions League spricht niemand mehr vom Finale wie noch in den vergangenen Jahren. "Möglichst weiter kommen als im letzten Jahr", lautet die Devise.

Was die Champions League angeht, herrscht beim anspruchsvollen und ruhmreichen FC Bayern München Ernüchterung vor. Die Gruppengegner lauten Inter Mailand, Sporting Lissabon und Spartak Moskau. Insofern dürfte dass Erreichen des Achtelfinales kein Problem sein. Aber die Bayern zählen sich selbst nicht mehr zum Favoritenkreis und lassen dem FC Barcelona, FC Chelsea London und AC Mailand den Vortritt bei der Ausübung dieser Rolle. "Möglichst weiter kommen als im letzten Jahr", lautet die bescheidene Forderung des Bayern-Chefs Karl-Heinz Rummenigge jetzt.

Seit dem Gewinn der Champions League vor fünf Jahren standen die ehrgeizigen Münchner nicht mehr im Halbfinale. Als Michael Ballack und Zé Roberto 2002 zu Bayern wechselten, sprachen sie vom "weißen Ballett", der Triumph in der Königsklasse galt als halbwegs sicher. Das Team scheiterte dann kläglich nach der ersten Gruppenphase. Im Anschluss dominierten sie national fast uneingeschränkt, aber in der höchsten europäischen Spielklasse war regelmäßig im Achtel- oder Viertelfinale Schluss. In der vergangenen Saison gab es nach einem Unentschieden im Hinspiel eine deftige 1:4-Klatsche gegen den AC Mailand, der in allen Belangen überlegen war. Von internationaler Top-Klasse keine Spur. "Von Mannschaften wie Chelsea und Barcelona sind wir derzeit weit weg", sagt Vize-Weltmeister und Bayern- Verteidiger Willy Sagnol.

Van Bommel kam in letzter Minute

Nach dem Weggang von Michael Ballack, der in seinen vier Jahren beim FC Bayern München trotz des Gewinns von drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen immer wieder in der Kritik stand, wollte Manager Hoeneß zunächst keinen Nachfolger verpflichten. Der Kader sei stark genug, hieß es. Der Bundesliga-Start verlief gewohnt souverän. Trotzdem waren die Defizite im Mittelfeld zu eklatant. Hinzu kommt der Ärger mit dem wechselwilligen Owen Hargreaves, der eine unverzichtbare Stütze des Bayern-Spiels ist. Um international mithalten zu können, wurde in letzter Minute der Niederländer Mark van Bommel vom FC Barcelona geholt. Was er bringen wird, bleibt abzuwarten.

In der Bundesliga aber bleiben die Bayern das Maß aller Dinge. Mit Lukas Podolski wurde ein riesiges Sturmtalent verpflichtet, Daniel van Buyten verstärkt die ohnehin sehr starke Abwehr noch einmal. Und der Trainer Felix Magath? Der hat als einziger deutscher Trainer bisher das Double verteidigt. Magath ist dafür bekannt, dass er jegliche Selbstzufriedenheit hasst. Als Steigerung bleibt der Sieg in der Königsklasse. Veteran Oliver Kahn sieht die kommende Champions League-Saison denn auch nicht ganz so pessimistisch: "Wir wollen ein Wörtchen mitreden."

tis

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